FIP bei Katzen – eine tödliche Krankheit

FIP ist eine ernstzunehmende Katzenkrankheit, die durch eine Virusinfektion ausgelöst wird. Bedauerlicherweise ist sie äußerst schwer zu diagnostizieren. Wird FIP bei Katzen festgestellt, besteht kaum noch Hoffnung für das Tier.

FIP bei Katzen
FIP bei Katzen: Die Abkürzung steht für Feline Infektiöse Peritonitis

Was ist FIP bei Katzen und wie wird es ausgelöst?

FIP ist die Abkürzung für Feline Infektiöse Peritonitis. Hierbei handelt es sich um eine schwere Infektionskrankheit, die nur Katzen befällt und tödlich endet. Sie tritt also nicht bei anderen Tieren bzw. beim Menschen auf.

Ausgelöst wird die Krankheit durch Coronaviren, die in erster Linie den Darm besiedeln. In der Regel ist das Coronavirus völlig harmlos – bei vielen Katzen zeigt es keinerlei Symptome und verschwindet nach einigen Monaten bzw. einem Jahr einfach unbemerkt wieder. Selten zeigen sich bei Katzen Symptome wie etwas Schnupfen oder Durchfall, mehr aber auch nicht.

In einigen wenigen Fällen (bei ca. drei bis fünf Prozent) jedoch verwandelt sich die harmlose Virusinfektion in das tödliche FIP. Wissenschaftler gehen davon aus, dass bei den betroffenen Katzen ein erblicher Faktor dafür verantwortlich ist, dass die Viren im Körper mutieren. Das veränderte Virus ist deutlich stärker und bösartiger als das ursprüngliche Coronavirus.

FIP bei Katzen tritt typischerweise bei Jungtieren auf. Viele Katzen stecken sich bereits in den ersten Wochen mit dem Coronavirus an. Nach der Ansteckung bricht die Krankheit jedoch nicht gleich aus. Die Viren mutieren und es vergehen  einige Monate – manchmal sogar Jahre bis es zum Krankheitsausbruch kommt. Im Schnitt sterben ca. 50 Prozent der erkrankten Tiere im Alter von einem Jahr.

FIP ist hochansteckend. Das Virus wird nicht nur von Tier zu Tier übertragen, sondern auch über Gegenstände wie den Futternapf oder die Katzentoilette.

FIP bei Katzen Übertragung
Das Virus wird über den Napf sowie die Katzentoilette übertragen

Formen der FIP

Man unterscheidet zwei Arten von FIP – eine „feuchte“ und „trockene“ Form. Die „feuchte“ Form lässt sich leichter diagnostizieren, da sich sichtbare Erkennungsmerkmale zeigen. So kommt es bei dieser Form zu Flüssigkeitsansammlungen in Brust-und Bauchhöhle der Katze, wodurch an diesen Stellen ein starker Umfangszuwachs ersichtlich wird. Der Tierarzt kann die „feuchte“ FIP feststellen, indem er Proben dieser Flüssigkeitseinlagerung nimmt. Handelt es sich um eine sämige, gelbliche Flüssigkeit, ist dies ein Indiz für FIP.

Die zweite Form, die „trockene“ FIP, lässt sich deutlich schwerer ermitteln, da eben diese sichtbaren Einlagerungen fehlen. Bei der „trockenen“ FIP zeigen häufig nur Organe des Bauchraums wie Leber oder Milz strukturelle Veränderungen durch Knötchenbildung.

Diagnose

Wie bereits im letzten Abschnitt erwähnt, lässt sich die Erkrankung bei Katzen äußerst schwierig feststellen. Bis heute existiert kein Bluttest, mithilfe dessen sich die Krankheit zweifelsohne bestimmen lässt. Der Tierarzt kann deine Katze zwar auf Antikörper von Coronaviren testen – aber ob es sich dabei um das harmlose Coronavirus oder den tückischen FIP-Virus handelt, kann er nicht mit Bestimmtheit sagen.

Der Tierarzt kann nur aus der Summe der Fakten – also Bluttest, Symptome der Katze und anderer Laborwerte wie beispielsweise einem erhöhten Globulingehalt Rückschlüsse auf FIP ziehen. Eindeutiger wird es für den Tierarzt, wenn es sich um die „feuchte“ Form des FIP handelt. Denn mit einer Analyse der Flüssigkeitseinlagerung im Bauchraum lässt sich FIP bei Katzen eindeutig feststellen.

FIP bei Katzen Symptome
FIP ist schwer zu diagnostizieren

Symptome von FIP bei Katzen

Nach der Infektion kann es mehrere Monate dauern, bis erste Symptome auftreten. Leider zeigen sich bei der Erkrankung keine eigentümlichen Symptome, die nur mit dieser Krankheit in Verbindung gebracht werden können. Im Gegenteil – die auftretenden Symptome treten auch bei vielen anderen Leiden und Infektionen auf.

Zunächst zeigt sich FIP bei Katzen mit Appetitlosigkeit, allgemeiner Schwäche, Bewegungsunlust und Fieber. Manche Katzen wirken apathisch und verlieren aufgrund der Fressunlust schnell an Gewicht. Das sind aber Symptome die u.a. auch bei der Katzenseuche auftreten können, weil diese Virusinfektion auch hauptsächlich den Magen-Darm-Bereich betrifft.

Wenn eine Katze von der „feuchten“ Form betroffen ist, werden neben den eben genannten Symptomen später Flüssigkeitsansammlungen im Bauchbereich erkennbar. Der Körper der Katze nimmt dann eine birnenähnliche Form an, weil der Umfang am Bauch und Brust zunimmt, die Katze gleichzeitig aber enorm abnimmt.

Leidet eine Katze an der trockenen FIP bilden sich später Geschwülste und Knoten an inneren Organen wie Leber und Milz. Dazu kann es auch zu Auswüchsen an den Augen der Katze kommen – was es leichter macht, die Krankheit zu identifizieren. Abhängig vom befallenen Organ können infolge der Geschwülste Symptome wie Lähmungen, Blutarmut, Augenzittern oder Gelbsucht auftreten.

Behandlung – Was tun, wenn FIP diagnostiziert?

Im Falle einer Diagnose von FIP bei Katzen bleibt dem Katzenhalter kaum Handlungsspielraum. Da die Symptome relativ spät auftreten, die Krankheit dann aber schnell fortschreitet, führt sie innerhalb weniger Wochen zum Tod. Bis heute gibt es keine Therapiemöglichkeiten oder Heilungsmittel. Das Einzige, was du als Katzenhalter tun kannst, ist, deine Katze von den Schmerzen zu erlösen. Natürlich ist das keine Entscheidung, die leicht oder schnell getroffen ist – aber auch der Tierarzt wird dir im Falle dieser Diagnose das Einschläfern deiner Katze ans Herz legen.

FIP bei Katzen Ansteckung
Ansteckung anderer Katzen verhindern

Wenn du noch weitere Katzen hast, solltest du Folgendes beachten: Lass alle anderen Tiere umgehend auf FIP testen. Wird die Infektion festgestellt, die Krankheit ist aber noch nicht ausgebrochen, kann der Ausbruch noch hinausgezögert werden.

Sollte in deiner Wohnung ein Fall von FIP bei Katzen vorliegen, ist es zudem wichtig, dass du alle Gegenstände, vor allem Fressnäpfe und Katzenklos, entsorgst und für deine anderen Katzen neue erwirbst. Auch wenn es aufwendig ist – du solltest alle möglichen Orte wie beispielsweise Schlafplätze/ Kratzbaum usw., an denen sich das kranke Tier aufgehalten hat, desinfizieren. Nur so kannst du verhindern, dass sich alle anderen, noch gesunden, Katzen anstecken.

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