Katze eingewöhnen – Die ersten Tage im neuen Zuhause

Der große Tag ist da – deine Katze zieht ein. Für die Katze ist das eine besonders anstrengende und aufregende Zeit. Damit sich deine Katze eingewöhnen kann, solltest du in den ersten Tagen ein paar wichtige Dinge beachten. Denn diese ersten Tage sind auch für die Beziehung zwischen euch beiden von essentieller Bedeutung. 

Katze eingewöhnen

Katze eingewöhnen: Trotz Angst – die Neugier siegt (Foto: scragz/ Flickr)

Eine Katze eingewöhnen erfordert Zeit, Ruhe & sehr viel Geduld

Die Katze eingewöhnen heißt: viel Zeit und Geduld aufbringen, denn wenn eine Katze in ein neues Zuhause kommt, muss sie sich nicht nur an neue Menschen, sondern auch an ein neues Umfeld gewöhnen. Es stürzen also viele neue Eindrücke auf den kleinen Vierbeiner ein, die erst einmal verarbeitet werden müssen. Daher ist es besonders wichtig, dass du deiner Katze so viel Zeit lässt, wie sie eben zur Eingewöhnung braucht.

Wenn du also mit ihr in der Transportbox die Wohnung betrittst, bringe sie in ein ruhiges Zimmer, das du für die ersten Eingewöhnungstage vorgesehen hast. Von dort aus kann dein Kätzchen ganz in Ruhe mit der Erkundungstour im neuen Heim beginnen. In diesem Zimmer bereitest du ebenso den Futternapf sowie das Katzenklo (beide möglichst weit auseinander) in ausreichendem Abstand zur Box vor. Wenn du die Transportbox geöffnet hast, musst du dich in Geduld üben. Überlasse deiner Katze, wann sie bereit ist, die sichere Box zu verlassen.

Verbringe viel Zeit mit dem Kätzchen

Wenn du deine Katze das erste Mal mit nach Hause bringst, würde ich dir empfehlen,  einen Feier- oder Freitag zu wählen. Denn die Katze eingewöhnen bedeutet auch, sie an dich gewöhnen – deine Katze soll dich ja schließlich auch in ihr Herz schließen, so wie du sie. Und das gelingt am besten, wenn du die ersten Tage gemeinsam mit ihr verbringst. Bei besonders ängstlichen Kätzchen dauert die Eingewöhnung vielleicht länger. Dann könnte es auch von Vorteil sein, wenn du dir noch ein paar Tage freinimmst. Auf diese Weise kann sich deine Katze schneller an dich gewöhnen und nimmt dich unmittelbar als Bezugsperson wahr. Dennoch solltest du es vermeiden, deine Katze zu drängen. Natürlich darfst du sie mit Leckereien oder Spielzeug aus der Transportbox locken. Aber überlasse ihr, wann sie die Box verlässt. Vermeide es, sie aus der Box zu zerren oder in der Gegend herumzutragen. Am besten funktioniert es, wenn du in der Nähe bleibst, dich aber eher im Hintergrund hältst und die Katze nicht zu offensichtlich beachtest. Beispielsweise könntest du dich in dem Zimmer hinsetzen und etwas lesen. Katzen sind von Natur aus neugierig. Sie wird also früher oder später an dir herumschnuppern wollen. Wenn sie den ersten Kontakt sucht, darfst du sie auch ruhig sanft und lockend ansprechen. Beginnt sie dann, sich an dir zu reiben, hast du eigentlich schon gewonnen :-)

Katze eingewöhnen Ängstliche Katze

Ängstliche Katze eingewöhnen (Foto: Thell/ Flickr)

Ängstliches oder forsches Kätzchen?

Wie lange es dauert, damit sich Katzen eingewöhnen, lässt sich so pauschal nicht sagen. Das ist von Tier zu Tier sehr unterschiedlich. Es gibt sehr forsche Typen, die gleich aus der Transportbox herauskrabbeln und ihre neue Umgebung mutig unter die Lupe nehmen. Wenn dein Kätzchen zu diesem Typ gehört, musst du die Quarantäne in dem einen Raum nicht zu lang aufrecht erhalten. Hat sie das erste Zimmer gründlich erforscht und auch schon den ersten Kontakt zu dir gesucht, kannst du gern die Türen zu den anderen Räumen öffnen. Es kann aber auch sein, dass deine Katze stundenlang zusammengekauert und ängstlich in der Box ausharrt. In diesem Fall musst du dich einfach gedulden. Bleibe passiv in ihrer Nähe und halte die Tür des Raumes geschlossen, um sie nicht mit zu vielen Eindrücken zu überfordern. In manchen Fällen hilft es auch den Raum einige Stunden zu verlassen, damit sie sich aus der Box traut. Früher oder später siegt auch bei ängstlichen Kätzchen die Neugier oder zumindest der Hunger :-) Wenn deine Katze dann problemlos frisst, auch das Katzenklo besucht hat und Vertrauen zu dir gefasst hat, darf die Erkundungstour auf die restlichen Räume ausgeweitet werden. Mach dir also keine Sorgen, wenn es ein paar Tage mehr dauert als bei anderen, bis sich deine Katze eingewöhnen wird.

Neugierige Gäste müssen warten

Wie schon angedeutet, ist Ruhe sehr wichtig, wenn sich deine Katze eingewöhnen soll. Sorge also dafür, dass neugierige Nachbarn, Familienmitglieder und Freunde in den ersten Tagen noch kein Besuchsrecht bekommen. Zu viel Trubel würde deine Katze einfach verschrecken und die Zeit, bis sich deine Katze eingewöhnen kann, würde sich verzögern. Gib ihr also einige Tage Zeit, bis sie sich an ihre Umgebung gewöhnt hat, bevor du sie neugierigen Blicken fremder Menschen aussetzt.

Katze eingewöhnen andere Haustiere

Katze an andere Haustiere gewöhnen (Foto: mrbbking/ Flickr)

Zusammenführen mit anderen Haustieren

Deine Katze eingewöhnen bedeutet auch, sensibel mit dem Thema „andere Haustiere“ umzugehen (z.B. andere Katzen oder Hunde). Hier solltest du ähnlich wie mit Gästen verfahren. Halte die Tiere zunächst separat, um für alle Beteiligten Zusatzstress zu vermeiden. Auch hier sind Zeit und Geduld gefragt. Um die Tiere vor dem Zusammentreffen an die Gerüche des anderen zu gewöhnen, kannst du Futterschalen, Spielzeug oder Decken austauschen. Das größte Thema ist Eifersucht – das gilt es, zu vermeiden. Daher solltest du das erste Aufeinandertreffen positiv gestalten. Das gelingt dir, indem du unter allen Beteiligten Leckerchen oder intensive Streicheleinheiten verteilst oder sie mit spannenden Spielen auf Trab hältst.

Freigang

Wenn deine Katze Freigang bekommen soll, dann hat sie dennoch in den ersten Wochen Hausarrest. Ich würde dir empfehlen, erste Ausflüge nach ca. vier Wochen zu genehmigen. Denn es ist wichtig, dass deine Katze erst einmal verinnerlicht hat, wo sie hingehört. Dazu gehört auch, dass sie die Geräusche und Gerüche der Wohnung kennt und diese auch als Zuhause abgespeichert hat.  Es braucht also etwas Zeit, bis sich Katzen eingewöhnen und die neuen vier Wände auch als ihr Revier betrachten. Bei kleinen Kätzchen sollte der Freigang sogar noch später erfolgen, da der Orientierungssinn erst nach 18 Monaten voll ausgeprägt ist. Am besten ist es, wenn sie zudem bereits kastriert und gekennzeichnet wurde. Als kleiner Tipp: Lass deine Katze das erste Mal möglichst hungrig ins Freie. So kannst du sie mit Geräuschen, die sie mit Futter verbindet, einfacher ins Haus locken.

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