Katzen verstehen – das sagen Katzen mit ihrem Verhalten

Katzen verstehen, bedeutet, ihre Sprache richtig zu deuten. Neben einer Vielzahl von Lauten kommunizieren Katzen vor allem mit ihrem Körper. So sagt beispielsweise die Stellung des Schwanzes oder der Ohren eine Menge über die Stimmung einer Katze aus. Damit auch du das Verhalten deiner Katze verstehst, möchte ich im Folgenden die Körpersprache näher betrachten.

Katzen verstehen (Foto: blhphotography/ Flickr)

Katzen verstehen (Foto: blhphotography/ Flickr)

Im jüngsten Artikel „Katzensprache – die Laute einer Katze“ bin ich bereits auf die Kommunikation der Katzen mit ihrer Stimme eingegangen. Wer eine Katze hat, weiß aber auch – Katzen „reden nicht nur“; sie verständigen sich vor allem mit ihrem Körper. Oft wissen wir intuitiv, was uns unsere Katzen sagen wollen – doch manchmal reicht das eben nicht. Vor allem für Neulinge und „Katzenanfänger“ ist das richtige Deuten der Zeichen also sehr wichtig, um Katzen zu verstehen.

Treteln

Das Treteln einer Katze erkennst du daran, dass sie mit gespreizten Pfoten eine leichte Trampel-Bewegung vollzieht und dabei abwechselnd die Krallen ein- und ausfährt. Man kann das Treteln bei kleinen Katzenbabys beobachten, wenn sie versuchen, den Milchfluss der Mutter anzuregen. Ausgewachsene Katzen – so auch mein Kater Bruno – vollziehen das Treteln gern an ihrer Bezugsperson. Bruno ist dabei immer kräftig am Schnurren. Auch wenn es für uns kein schönes Gefühl ist (die Krallen sind ja doch etwas schmerzhaft), zeigen Katzen damit, wie wohl sie sich fühlen. Katzen verstehen in diesem Moment nicht, dass es dir weh tun könnte. Für sie ist es ein großer Liebesbeweis.

Köpfchen geben

Wenn dich dein Kätzchen mit dem Köpfchen anstupst, will sie dich begrüßen. Sie will dir also sagen: „Hallo, schön, dass du wieder da bist!“

Nasenstupser und Lecken

Der Nasenstupser kommt dem Köpfchengeben sehr nahe. Mit einem Nasenstupser zeigt dir deine Katze, wie gern sie dich hat. Ebenso ist das Lecken, beispielsweise an deiner Nase, eine Art Liebkosung.

Reiben

Wenn Katzen an unseren Beinen entlang streichen, sich mit dem Kopf, den Flanken und ihrem Schwanz an uns reiben, vermuten wir intuitiv, dass sie nach Futter bettelt. Katzen verstehen es, uns um den Finger zu wickeln, denn wer kann in diesen Momenten wirklich hart bleiben?! Doch das Reiben dient nicht nur dem Betteln. Katzen markieren dich beim Reiben mit ihren Gerüchen und nehmen auch gleichzeitig den vertrauten Geruch von dir auf.

Katzenbuckel mit gesträubten Haaren

Der Katzenbuckel ist reines Imponiergehabe. Wenn deine Katze also einen Buckel macht und dabei ihre Haare sträubt, versucht sie sich größer zu machen. Sie will ganz einfach auf sich aufmerksam machen und dich beeindrucken.

Katzen verstehen: Krallenwetzen (Foto: koalazymonkey/ Flickr)

Katzen verstehen: Krallenwetzen (Foto: koalazymonkey/ Flickr)

Krallenwetzen

Spätestens bei diesem Verhalten merkt man, wie wichtig es ist, Katzen zu verstehen. Ich habe lange geglaubt, mein Kater will mich einfach nur ärgern, wenn er beispielsweise beim Fernsehen plötzlich an Möbeln kratzt. Doch auch das demonstrative Schärfen der Krallen ist reines Imponiergehabe.

Auf den Rücken rollen

In den meisten Fällen ist dieses Verhalten von Katzen ein Zeichen dafür, dass sie sich pudelwohl fühlen. Doch Vorsicht: Nicht jede Katze möchte damit sagen „Kraule meinen Bauch“. Einige mögen das nämlich gar nicht. Andere wiederum wollen dir damit zeigen, dass sie gerne spielen wollen. Weibchen zeigen damit übrigens auch ihre Paarungsbereitschaft (sie sind also rollig). Du siehst, Katzen verstehen, ist manchmal gar nicht so einfach.

Katzen verstehen, wenn sie sich auf den Rücken rollen (Foto: Matt Perich/ Flickr)

Katzen verstehen, wenn sie sich auf den Rücken rollen (Foto: Matt Perich/ Flickr)

Signale mit dem Schwanz

Anhand der Stellung und Bewegungen des Schwanzes lassen sich viele Stimmungen der Katze ableiten. Die Signale des Schwanzes sind also wichtig, um eine Katze zu verstehen.

Steil aufgerichteter Schwanz Meist ein Zeichen für Freude bzw. freundliche Begrüßung. Kann aber ebenso für Wut und Angst (vor einem Kampf) stehen.
Schwanz hat Form eines Fragezeichens Hier ist Spielen angesagt!
Herunterhängender Schwanz Deine Katze ist sehr ausgeglichen
Ruhiges und langsames Ausschlagen der Schwanzspitze Katze ist in ruhiger Grundstimmung. Zeigt aber Interesse und gesteigerte Aufmerksamkeit
Schwanz oder Schwanzspitze hin- und her peitschend Zeichen für Erregung, gesteigerte Konzentration oder Aggressivität. Hebt sie den Schwanz ruckartig nach oben, folgt gleich ein Angriff.
Hochgezogene Schwanzwurzel, Spitze zuckt Katze befindet sich in Drohstellung

 

Signale mit dem Gesicht

Auch anhand des Gesichtes lassen sich Stimmungen der Katze ablesen. Katzen verstehen es, mit ihren Ohren und Augen gegenüber anderen Katzen, aber auch gegenüber Menschen eindeutige Signale zu vermitteln.

Halbgeöffnete Augen, Ohren in Normalstellung Deine Katze ist vollkommen entspannt
Weit geöffnete Augen, Ohren nach vorn gedreht Zeichen höchster Aufmerksamkeit (in Verbindung mit Drohhaltung auch Zeichen für Angriff)
Leicht nach außen gedrehte Ohren Kennzeichen für Unmut deiner Katze
Ein angelegtes, ein gestelltes Ohr Signal für Unsicherheit oder Unwohlsein deiner Katze
Flach zur Seite gelegte Ohren Deine Katze fühlt sich unwohl, ist in leichter Abwehrbereitschaft. Vielleicht hat sie Angst.
Ohren leicht nach hinten gelegt und stark seitlich nach außen gedreht. Augen zu leichten Schlitzen geformt. Abwehrbereitschaft trotz Angst. Überlegung ob Flucht oder Kampf
Ohren leichtangelegt und nach hinten gestellt. Augen zu schmalen Schlitzen geformt. Signal für angespannte Erwartungshaltung, irgendetwas macht deine Katze nervös
Flach an den Kopf gepresste Ohren, Augen zu schmalen Schlitzen geformt (eventuell Fauchen) Deine Katze ist zum Kampf bereit und versucht einen Angreifer abzuwehren
Stirnrunzeln Zeichen für Verwunderung oder Missmut deiner Katze
Sehr große Pupillen Mehrdeutigkeit: kann für Angst, Wut oder auch Liebe stehen
Schaut dir in die Augen und zwinkert dir zu Deine Katze sagt dir: Ich mag und respektiere dich!

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