Katzenpflege: Von der Fellpflege bis zu den Krallen

Katzen sind äußerst reinliche Tiere – ständig putzen und pflegen sie sich. Dennoch muss auch der Katzenhalter einen Teil der Katzenpflege, beispielsweise um Krankheiten vorzubeugen, übernehmen. Was du bei der Katzenpflege beachten musst und welche regelmäßigen Kontrollen dazugehören, erfährst du hier.

Katzenpflege (Foto: xlibber/ Flickr)

Katzenpflege (Foto: xlibber/ Flickr)

Fellpflege

Zu der wichtigsten Aufgabe der Katzenpflege gehört die Fellpflege. Wie oft und intensiv du das Fell deiner Katze bürsten musst, ist allerdings abhängig von der Länge und Dichte des Fells. Bei Kurzhaarkatzen genügt es, das Fell ein paarmal in der Woche zu bürsten. Langhaarkatzen sollten hingegen täglich eine Fellpflege bekommen. In den Monaten des Fellwechsels (Frühling und Herbst) verlieren Katzen besonders viel Fell. Da kann es nicht schaden, noch häufiger die Bürste hervorzuholen. Für die Fellpflege gibt es im Fachhandel eine riesige Auswahl an Utensilien. Das Sortiment reicht von einfachen Kämmen über Fell-Entwirrer und weichen Bürsten bis hin zu Pflegehandschuhen. Der Fachhändler kann dich sicher ausgiebig beraten, welche Bürste für deine Katze die Richtige ist.

Wenn du eine Kurzhaarkatze hast, genügt es, das Fell immer mit dem Strich zu bürsten. Bei Langhaarkatzen ist die Katzenpflege etwas aufwendiger. Zunächst solltest du das Fell gegen den Strich kämmen, um auch die unteren Fellschichten zu entwirren. Danach kannst du das Fell wieder durch das Bürsten mit dem Strich in Ordnung bringen.

Katzenpflege: Fellpflege mit Bürste (Foto: comedy_nose/Flickr)

Katzenpflege: Fellpflege mit Bürste (Foto: comedy_nose/Flickr)

Das Bürsten und Kämmen des Fells gehört also definitiv zur Katzenpflege dazu. Das heißt jedoch nicht, dass alle Katzen die Fellpflege dankend annehmen. Mein Kater hat sich anfangs auch sehr gesträubt – meist musste ich mich zerschrammt ergeben. Nach vielem Üben hat sich das Blatt jedoch gewendet und mittlerweile liebt er sogar das Bürsten. Stolz hält er mir dann seine Brust hin und schnurrt dabei wie ein König.

Wer sich ein Katzenjunges nach Hause holt, sollte am besten gleich mit dem Bürsten anfangen, um das Kätzchen daran zu gewöhnen. Aber wie gesagt, wer erst später damit anfängt, hat dennoch eine Chance. Man muss einfach ein wenig Geduld mitbringen und üben, üben, üben. Also nicht aufgeben, denn diese Art der Katzenpflege ist ein Muss.

Entscheidend ist, bei der Fellpflege den richtigen Zeitpunkt abzupassen. Versuche nicht, deine Katze während sie mit einer Maus spielt oder frisst, zu bürsten. Hier wirst du verlieren. Ich beispielsweise bürste Bruno, bevor er Futter bekommt. Das hat er auch schon im Kopf abgespeichert und freut sich dann auf die Belohnung.

Warte in jedem Fall nicht erst, bis das Fell erste Knoten und Verfilzungen hat. Dann kann oftmals nur noch die Schere helfen. Zudem wird deine Katze das Bürsten dann niemals als positives Erlebnis abspeichern. Bei Freigängern sollte das Fell zudem regelmäßig mit Kämmen nach Flöhen untersucht werden. Dafür gibt es auch spezielle Flohkämme, in denen diese Tierchen hängen bleiben.

Übrigens: Glänzendes Fell ohne Verklebungen und Verfilzungen ist auch immer ein Zeichen von Gesundheit. Unterstützen kannst du das Ganze neben der Katzenpflege mit einer ausgewogenen Ernährung.

Katze baden?

Wer einmal im Fachhandel gestöbert hat, dem sind sicher auch Produkte wie Katzenshampoo für die Katzenpflege aufgefallen. Ich persönlich halte nichts davon, eine Katze zu baden. Nicht nur, dass es für deine Katze eine unangenehme Stresssituation ist. Auch für Katzenhalter endet das Ganze oft mit einem überfluteten Bad und vielen Kratzern. Hinzu kommt, dass durch das Bad der individuelle Geruch der Katze zerstört wird und sie danach stundenlang damit beschäftigt ist, diesen durch Lecken wiederherzustellen (Mehr dazu erfährst du in: Warum sind Katzen wasserscheu).

Wer jedoch nicht drum herum kommt, weil er beispielsweise eine Rassekatze hat, die vor einem Wettbewerb gebadet werden muss, der sollte sich auf diese Art der Katzenpflege gut vorbereiten. Du solltest dir dann mindestens einen Helfer dazu holen und nur spezielle Katzenprodukte verwenden.

Zahnpflege der Katze

Ein weiterer Aspekt der Katzenpflege ist die Kontrolle der Zähne. Es ist daher zu empfehlen, deine Katze schon früh daran zu gewöhnen, dass du ihr ins Maul schauen musst. Zahnstein erkennst du an dunklen Stellen am Zahnrand. Aber experimentiere bitte nicht mit irgendwelchen Kratzinstrumenten. Zahnstein kann nur vom Tierarzt entfernt werden. Wenn deine Katze Entzündungen und Reizungen im Maul hat, erkennst du diese am geröteten und geschwollenen Zahnfleisch.

Katzenpflege: Kontrolle der Zähne (Foto: barbourians/ Flickr)

Katzenpflege: Kontrolle der Zähne (Foto: barbourians/ Flickr)

Was kannst du selbst zur Zahnpflege beitragen? Wer eine geduldige Katze hat, kann es gern mit Zähneputzen versuchen. Dafür gibt es auch spezielle Zahnpasten und weiche Zahnbürsten. Es genügt aber auch, wenn du deiner Katze hin und wieder spezielles Zahnputzfutter, wie bestimmte Leckerlies oder hochwertiges Trockenfutter, gibst. Diese beugen der Bildung von Zahnstein vor. Hilfreich für die Katzenpflege ist auch Katzengras, welches zur Reinigung der Zähne dient.

Pflege von Augen und Ohren

Die Augen und Ohren bedürfen keiner besonderen Katzenpflege. Hier ist nur eine regelmäßige Kontrolle ratsam.

Kleine Fremdkörper in den Augen werden durch die Tränenflüssigkeit entfernt. Auch getrocknete Tränenflüssigkeit in den Augenwinkeln entfernt die Katze selbstständig durch Putzen. Sollte dennoch mal etwas zurückbleiben oder das Auge ein wenig verklebt sein, kannst du die Augen mit einem weichen, feuchten Tuch sanft säubern. Auch leichte Entzündungen kannst du mit Kamillentee oder abgekochtem Wasser selbst behandeln.

Hat deine Katze jedoch ständig ein tränendes Auge oder Verkrustungen am Auge, kneift sie eines der Augen zu oder reibt ständig daran, kann es sich um eine Virusinfektion handeln. In diesem Fall bitte nicht auf eigene Faust behandeln, sondern sofort zum Tierarzt.

Bei den Ohren verhält es sich mit der Katzenpflege ähnlich. Kontrolliere sie des Öfteren, so dass du Auffälligkeiten bemerkst. Denn aufgrund des gewinkelten Gehörgangs können sich hin und wieder Verschmutzungen ansammeln. Dann kannst du die Ohren mit einem weichen Papiertuch reinigen – aber nicht tiefer, als du hineinschauen kannst. Auch verkrusteter Ohrenschmalz kann auf diese Weise entfernt werden. Wattestäbchen sind jedoch verboten: Sie können Schäden im Ohr der Katze anrichten.

Katzenpflege: Ohren kontrollieren (Foto: Tiger Girl/ Flickr)

Katzenpflege: Ohren kontrollieren (Foto: Tiger Girl/ Flickr)

Wenn sich deine Katze häufiger am Ohr kratzt oder den Kopf schüttelt, kann entweder eine Entzündung vorliegen oder es haben sich womöglich Ohrmilben eingenistet. In diesem Fall suchst du besser den Tierarzt auf – er kann schnell mit speziellen Ohrentropfen helfen.

Krallenpflege

Im Normalfall gehört das Stutzen der Krallen nicht zur Katzenpflege, um die du dich kümmern musst, denn sie nutzen sich von allein ab. Freigänger wetzen ihre Krallen draußen an Bäumen usw. und Wohnungskatzen an Kratzbäumen oder Kratzecken. Deine Aufgabe ist also, dafür zu sorgen, dass deine Katze – wenn sie in der Wohnung lebt – genügend Kletter- und Kratzmöglichkeiten hat.

Bei Senioren, die nicht mehr so aktiv sind, ist hingegen eine regelmäßige Kontrolle der Krallen nötig. Wenn die Krallen wenig abgenutzt werden, musst du die Krallen kürzen. So verhinderst du, dass die Krallen ins Fleisch wachsen. Für die Krallenpflege verwendest du eine spezielle Krallenzange. Um keine Blutgefäße an den Pfoten zu verletzen, solltest du nur die weißen Spitzen abknipsen. Lass dir aber zuvor einmal von deinem Tierarzt zeigen, wie das Ganze funktioniert.

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