Katzenschnupfen: eine hochansteckende Katzenkrankheit

Im Gegensatz zum normalen Schnupfen, der für deine Katze ungefährlich ist, gehört Katzenschnupfen zu den Katzenkrankheiten, die äußerst bedrohlich für deinen Stubentiger sein kann. Wichtig ist, die Krankheit rechtzeitig zu erkennen und schnellstens mit der Katzenschnupfen-Behandlung zu beginnen.

Katzenschnupfen

Katzenschnupfen – krankes Kätzchen (Foto: Magic Madzik/Flickr)

Ursachen – Erreger

Da beim Katzenschnupfen viele verschiedene Erreger beteiligt sind, spricht man von einer Komplexerkankung. Ursache für die Katzenkrankheit sind Viren, Zwischenformen dieser und Bakterien. Aber auch Zweiterreger (Bakterien) können am Katzenschnupfen beteiligt sein und gestalten den Krankheitsverlauf damit komplizierter.

Bei den Viren handelt es sich in den meisten Fällen um Calici- oder Herpesviren. Daneben können aber auch Reoviren Auslöser des Katzenschnupfens sein. Zu den Zwischenformen zählen Mycoplasmen (zellwandlose Bakterien), Chlamydien (bakterienähnliche Parasiten) sowie Bordetellen (eine Parasitenform). Von den Viren werden häufig weitere Bakterien angelockt, die Zweiterreger. Hier handelt es sich meist um Eiterbakterien wie Staphylokokken, Pneumokokken oder Streptokokken.

Symptome Katzenschnupfen

Die Symptome des Katzenschnupfens sind sehr vielschichtig, daher lassen sie sich nicht so leicht einem bestimmten Erreger zuordnen. Dennoch gibt es charakteristische Symptome, die typischerweise beim Katzenschnupfen auftreten.

Zunächst beginnt die Krankheit mit tränenden Augen, Niesen und klarem, wässrigem Nasenausfluss. Meist tritt auch eine Bindehautentzündung auf. Diese Anfangssymptome des Katzenschnupfens verschlimmern sich jedoch sehr rasch, da die Viren die Schleimhäute schädigen. So folgt meist Appetitlosigkeit, Fieber und deine Katze fühlt sich matt und träge. Infolge der Nasenentzündung fällt es vielen Katzen schwer, den Geruch des Futters wahrzunehmen – dadurch isst die Katze noch weniger. Im weiteren Verlauf wird der Augen- und Nasenausfluss sehr bald eitrig, trüb und schleimig, wodurch die Atemwege der Katze verstopfen. Aufgrund der entstehenden Atemnot sind viele Katzen gezwungen, durch das Maul zu atmen. Das wiederum hat zur Folge, dass die Erreger nun auch die Mundschleimhaut angreifen und die Katze an Husten und Schluckbeschwerden leidet. Oftmals läuft der Katze dadurch unkontrolliert Speichel aus dem Mund heraus.

Ist die Infektion durch Herpesviren oder Caliciviren verursacht worden, ist die Mundschleimhaut der Katze besonders betroffen. So treten Bläschen auf der Zunge, am Gaumen und Zahnfleisch auf. Diese Bläschen verursachen der Katze beim Fressen große Schmerzen, so dass die Verweigerung von Futter zusätzlich gefördert wird. Zudem besteht eine Gefahr der Lungenentzündung.

Wenn tragende Katzen an der Krankheit leiden, kommt es häufig zu Totgeburten oder Missbildungen bei den Katzenwelpen.

Ohne Behandlung des Katzenschnupfens führt er in den meisten Fällen zum Tod, daher ist ein rechtzeitiges Handeln und Erkennen der Katzenkrankheit so enorm wichtig.

Katzenschnupfen Symptome

Katzenschnupfen (Foto: pradeep_kumbhashi/ Flickr)

Diagnose – Wie erkenne ich Katzenschnupfen?

Wie schon an den Symptomen erkennbar wurde, beginnt die Infektion mit einfachem Niesen und tränenden Augen. Das muss nicht gleich ein Anzeichen für eine gefährliche Katzenkrankheit bedeuten – denn ein normaler Schnupfen ist für Katzen völlig harmlos. Auch Bindehautentzündungen treten nicht unbedingt immer in Verbindung mit dieser Krankheit auf. Dennoch würde ich dir raten, wenn du einige der aufgeführten Symptome an deiner Katze erkennst, sicherheitshalber den Tierarzt aufzusuchen. Denn die Diagnose kann im Endeffekt nur der Tierarzt stellen. Und wenn es doch nur eine harmlose Sache ist, dann kannst du wenigstens beruhigt aufatmen.

Der Weg zum Tierarzt ist außerdem so bedeutsam, weil – sollte es sich um Katzenschnupfen handeln – nur er die Identifikation der Erreger vornehmen kann, um dann gezielt die Behandlung einzuleiten.

Ansteckung

Der Katzenschnupfen gehört zu den hochansteckenden Katzenkrankheiten. So wird diese, je nach beteiligten Viren und Bakterien, durch Speichel, Tröpfen aus dem Nasensekret oder Tränenflüssigkeit übertragen. Es handelt sich also um eine Tröpfcheninfektion. Kommt eine gesunde Kate mit einer infizierten Katze in Kontakt, reicht schon ein leichtes Beschnuppern oder Belecken und die gesunde Katze steckt sich an. Des Weiteren kann die Katzenkrankheit über Futternäpfe, Decken, Spielzeug und Transportkörbe übertragen werden. Die Infektion ist zwar nicht auf Menschen übertragbar, jedoch können Menschen die Katzenkrankheit durch Erreger an den Schuhen oder der Kleidung mit ins Haus bringen.

Die Inkubationszeit ist von der Art der Erreger abhängig. Bei den Caliciviren sind es nur 1-3 Tage; bei Herpesviren hingegen 2-10 Tage. Im Schnitt lässt sich also sagen, dass die Inkubationszeit 2-7 Tage beträgt.

Katzenschnupfen Behandlung

Wenn der Katzenschnupfen frühzeitig erkannt und behandelt wird, musst du dir keine Sorgen um deine Katze machen. Bei einer mangelhaften Behandlung der Infektion kann diese jedoch chronisch werden – dann wird eine Behandlung umso schwieriger.

Die Behandlung des Katzenschnupfens erfolgt in der Regel symptomatisch. Das heißt, der erkrankten Katze werden Antibiotika und abwehrstärkende Medikamente verabreicht. Die Verschreibung von Immunglobulinen oder felinem Interferon soll darüber hinaus das Virus selbst bekämpfen.

Wenn die Katze jedoch schon nicht mehr selbständig ist und trinkt, kommt es zur Zwangsernährung oder Infusion.

Was der Katzenhalter tun kann

Wichtig bei der Behandlung ist die Rolle des Katzenhalters. Du selbst kannst also viel zur Genesung deiner Katze beitragen. So ist es erforderlich, dass deine Katze in dieser Zeit viel Zuwendung und Streicheleinheiten von dir bekommt. Zur Stärkung des Immunsystems ist es also von entscheidender Bedeutung, dass deine Katze in der gewohnten Umgebung bleibt und von dir gepflegt wird.

Unter anderem musst du dafür sorgen, dass die Verkrustungen an Augen und Nase regelmäßig gesäubert werden. Dafür kannst du einfach lauwarmes Wasser benutzen. Die Nasenlöcher müssen also immer frei bleiben, um deiner Katze das Atmen zu erleichtern. Zudem braucht deine Katze viel Wärme. Wenn du sie auf eine Heizdecke oder eine Wärmflasche legst, wird das den Heilungsprozess begünstigen. Vermeide also in der Zeit Kälte und halte deine Katze von Luftzügen fern. Verweigert deine Katze das Fressen, kannst du sie mithilfe einer Plastikspritze füttern. Für die Zufuhr eignet sich Babynahrung oder Hühnerbrühe. Da berät dich der Tierarzt aber sicher gerne detaillierter.

Vorbeugung

Gegen die geläufigsten Viren des Katzenschnupfens – nämlich die Herpesviren und Caliciviren – sowie Chlamydien gibt es eine Impfung. Da diese jedoch nicht gegen alle Erreger wirksam ist, kann es trotz Impfung unter Umständen zu einer Erkrankung kommen. Der Krankheitsverlauf ist dann aber deutlich milder. Verabreicht wird diese sogenannte Kernimpfung zusammen mit der Impfung gegen eine andere Katzenkrankheit, die Katzenseuche. Diese Grundimmunisierung sollte bei Katzenwelpen im Alter von 8 Wochen erfolgen und wird dann 3-4 Wochen später aufgefrischt. Wenn deine Katze ein Freigänger ist, solltest du diese Impfung ein Mal im Jahr durchführen. Bei Wohnungskatzen geht die Tendenz heute zu einer Auffrischung alle 3 Jahre.

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