Katzensprache: Die Laute einer Katze

Katzen haben ihre ganz eigene Sprache. Dabei kommunizieren sie nicht nur mit vielen verschiedenen Lauten, sondern bedienen sich auch ihrer Körpersprache. Die Katzensprache ist also äußerst komplex. Damit du zukünftig weißt, was dir deine Katze sagen will, möchte ich ihre Kommunikationsmittel im Folgenden näher beleuchten.

Katzensprache
Die Katzensprache besteht aus vielen verschiedenen Lauten

Katzensprache: Mehr als ein Miau

Da die Thematik der Katzensprache so vielschichtig ist, werde ich in diesem Beitrag zunächst die Laute der Katze genauer unter die Lupe nehmen und in einem separaten Artikel die Körpersprache. Wie du schnell erkennen wirst, ist ein Miau nicht gleich Miau :-)

Schnurren

Das Schnurren der Katze kann viele verschiedene Bedeutungen haben. Oft wird das Schnurren als Zeichen von Zufriedenheit, Geborgenheit und Wohlbefinden der Katze gedeutet. Das ist an sich auch richtig. Jedoch schnurren Katzen nicht nur, wenn es ihnen gut geht – das Gegenteil kann der Fall sein. So schnurren sie beispielsweise auch, wenn sie Angst haben oder krank sind, um sich zu beruhigen. Detaillierte Informationen, unter anderem wo das Schnurren herkommt, ob es angeboren ist und in welchen Situationen Katzen schnurren, findest du in dem Artikel „Warum schnurren Katzen“.

Katzensprache Fauchen
Beim Fauchen sollten wir uns in Acht nehmen (Foto: Hannibal Poenaru/ Flickr)

Fauchen

Das Fauchen der Katze gehört wohl zu den eindeutigsten Formen der Katzensprache. Wenn die Katze faucht, ist klar: Sie ist mächtig sauer. Ihre Körpersprache dazu – also ganz eng anliegende Ohren und die zu Schlitzen geformten Pupillen – verstärkt den Effekt. Wenn eine Katze faucht, ist mit ihr nicht zu spaßen. Bringe dich dann lieber in Sicherheit.

Plaudertöne

Katzen sind sehr kommunikative Tiere. Sie haben viel zu erzählen, wollen dir aber auch zeigen, in welcher Stimmung sie sich gerade befinden. Plaudertöne stehen in der Katzensprache für freundliche und entspannte Stimmung. So gehört unter anderem das Gurren zu diesen Lauten. Mein Kater gurrt beispielsweise häufig, wenn er ganz aufgeregt ist oder etwas ganz toll findet. Oft lässt sich das Gurren, das ähnlich dem Gurren von Tauben ist, beim Spielen beobachten. Zu der Kategorie der Plaudertöne zählt auch das Mauzen, mehrmals hintereinander. Dann plaudert deine Katze einfach ganz entspannt mit ihren Menschen. Manchmal Mauzen Katzen in dieser Art auch aus Langeweile, aus leiser Zustimmung oder, um dich um etwas anzubetteln.

Ruflaute

Wie bei anderen Tieren, sind auch Ruflaute in der Katzensprache vorzufinden. Katzen können in verschiedensten Formen und Tonhöhen Miauen. Mit einem hellen, kurzen „Mau(a)“ möchte dir deine Katze meist sagen: „Komm mit, ich möchte dir was zeigen“. In diesem Zusammenhang ist ihr Schwanz aufgerichtet. Katzen mauzen aber auch kurz und hell, wenn sie dich begrüßen wollen. Du hast das sicher schon erlebt, wenn du nach Hause gekommen bist. Meist reiben sie dann noch ihren Kopf an unseren Beinen.

Katzensprache Rufen
Katzen können auf verschiedenste Weise Miauen

Ein langgezogenes, energisches „Miauuuuuu“ bedeutet in vielen Fällen, dass deine Katze Hunger hat und endlich, etwas zu essen haben möchte. Mit diesen Ruflauten versucht deine Katze dir aber auch klar zu machen: “Kümmere dich jetzt um mich“. Sie artikuliert also auf diese Weise sehr deutlich ihre Gefühlslage (manchmal Unmut) und versucht, ihren Willen durchzusetzen. Ein tiefes, kehliges Maunzen ist oftmals Ausdruck dafür, dass deine Katze nach dir sucht oder, dass sie auf das Katzenklo muss. In diesen Momenten solltest du überprüfen, ob das Katzenklo auch sauber ist.

Schnattern

In der Katzensprache gibt es auch Laute, die wie ein aufgeregtes Schnattern klingen. Diese Laute kannst du an deiner Katze beobachten, wenn sie ein Beuteobjekt, wie beispielsweise einen Vogel vor deinem Fenster, entdeckt hat. Das Schnattern entsteht, indem deine Katze durch schnelles Auf- und Abbewegen des Kiefers mit den Zähnen klappert. Diese schnatternden bzw. meckernden Laute werden völlig unbewusst und unwillkürlich produziert und gehören einfach zum Jagdtrieb der Katze dazu.

Flehmen

Beim Flehmen der Katze entsteht eigentlich kein richtiger Laut – dennoch zählt es eindeutig zur typischen Katzensprache. Das Flehmen ist eine besondere Mimik, die deine Katze aufsetzt, wenn sie einen besonderen Geruch vernommen hat. Du erkennst das Flehmen daran, dass deine Katze regungslos wie in einer Art Starre dasitzt. Das Maul ist leicht geöffnet, die Mundwinkel sind etwas zurückgezogen und der Kopf ist leicht erhoben. Ihre Nasenlöcher sind dabei geweitet und sie setzt einen merkwürdigen Gesichtsausdruck auf, der fast einer Grimasse gleicht. Oftmals verharren Katzen dann einige Sekunden in dieser starren Haltung.

Das Flehmen entsteht aufgrund der Fähigkeit der Katze, Gerüche über ein zweites Geruchsorgan wahrzunehmen. Dieses Geruchsorgan wird auch Jacobson´sches Organ genannt. Es ist im Gaumenbereich zu finden und neben der Geruchsaufnahme auch für die Geschmacksaufnahme verantwortlich. Gerüche, die eine Katze besonders erregen, führen sie dann zum Flehmen. Mit der starren Haltung und dem geöffneten Mund gelingt es ihnen, den Geruch über das Jacobson´sche Organ aufzunehmen.

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