Leukose bei Katzen (FeLV)

Das FeL-Virus bzw. Leukose bei Katzen ist eine meist tödlich endende Infektionskrankheit. Sie ist hochansteckend und schwer, zu diagnostizieren. Jedoch ist nicht jede infizierte Katze automatisch zum Tode verurteilt.

Leukose bei Katzen
Leukose bei Katzen (FeLV) ist auch unter dem Namen Katzenleukämie bekannt

Was ist Leukose bei Katzen?

Die Bezeichnung Leukose bei Katzen (gelegentlich auch Katzenleukämie genannt) hat sich allgemein durchgesetzt und ist in vielen Quellen zu finden. Jedoch ist der fachlich korrekte Ausdruck eine Infektion mit dem Feline Leukämievirus, auch unter der Abkürzung FeLV bekannt. Das FeL-Virus wird durch einen Retrovirus verursacht und kann eine Vielzahl an Krankheiten hervorrufen.

Leukose bzw. das FeL-Virus zählt zu den häufigsten infektiösen Todesursachen bei Katzen.

Ansteckung – Wer ist gefährdet?

Man geht davon aus, dass nahezu alle Katzen in ihrem Leben einmal mit dem FeL-Virus in Kontakt kommen – aber nicht jede Katze infiziert sich. Bei ca. 7 von 10 Katzen kommt es zur Infizierung. Die meisten können das Virus jedoch erfolgreich bekämpfen, so dass letztendlich “nur” ein Drittel aller mit FeLV-infizierten Katzen auch erkrankt. Katzen, die das Virus vor Ausbruch einer Erkrankung überwinden können, sind dann auch immun. Krank werden häufig Katzen, deren Immunsystem nicht stark genug ist, um das Virus abzuwehren. Häufig ist dies bei Katzenjungen, die jünger als 8 Wochen alt sind, der Fall.

Katzen, die das Virus in sich tragen, sind hochansteckend. Übertragen wird das Virus durch Tröpfcheninfektion. Das heißt, es kann durch Speichel, Urin, Kot oder auch Muttermilch übertragen werden. Die Ansteckung ist demnach durch gegenseitiges Lecken, Beißen, Anfauchen sowie durch die gemeinsame Nutzung von Futternäpfen oder der Katzentoilette möglich.

Besonders gefährdet sind junge Katzen unter zwei Jahre und Katzen mit einem geschwächten Immunsystem. Zudem sind Samtpfoten, die häufig in Kontakt mit anderen Katzen stehen (Freigänger, Katzen im Tierheim) gefährdeter als Wohnungskatzen. Aber wie bereits erwähnt, Katzen, die sich mit dem Virus infizieren, erkranken nicht zwangsläufig – die meisten haben ein starkes Immunsystem und werden mit dem Virus fertig.

Leukose bei Katzen FeLV
Vor allem junge Katzen sind gefährdet

Von dem Moment der Ansteckung bis zum eigentlichen Ausbruch von Leukose können Monate, wenn nicht sogar Jahre vergehen. Genau das, ist das Heimtückische an dem Virus. Denn auch wenn die Krankheit noch nicht ausgebrochen ist und infizierte Katzen kerngesund wirken, sind sie hochansteckend und können unbemerkt andere Katzen infizieren.

Symptome und Verlauf von Leukose

Wie bereits angedeutet, fällt die Inkubationszeit von Leukose bei Katzen äußerst unterschiedlich aus. Bei einigen Katzen, die sich mit dem FeL-Virus infiziert haben, treten erste Symptome bereits nach einigen Tagen auf. Andere Katzen wiederum leben noch viele Monate oder gar Jahre mit dem Virus, ohne erkennbare Symptome. Das macht es für uns Katzenbesitzer enorm schwierig, die Krankheit zu erkennen.

Erschwerend kommt hinzu, dass die Leukose keine eindeutigen Symptome aufweist. Das Virus zeigt sich vielschichtig und besitzt keine markanten Kennzeichen, an denen man es zweifelsfrei eruieren könnte.

Zunächst bewirkt das Virus eine erhebliche Schwächung des Immunsystems der Katze. Sie ist dadurch fast schutzlos gegen andere Erkrankungen und Infektionen.

Leukose bei Katzen Symptome
Katzen mit FeLV sind häufig abgemagert

Neben dem generell geschwächten Zustand können Symptome wie Fieber, Lustlosigkeit, Appetitlosigkeit, Abmagerung, Durchfall, Verstopfung, Blut im Stuhl und Atemnot hinzukommen. Einige Katzen haben übermäßig Durst und trinken ständig. Des Weiteren kann Blutarmut (Anämie) auftreten, was durch blasse Schleimhäute erkennbar wird. Häufig entstehen zudem Zahnfleischentzündungen oder Gelbsucht. Das FeL-Virus kann darüber hinaus zu Unfruchtbarkeit oder zum Absterben von Föten führen.

Einige an Leukose erkrankte Katzen bekommen bösartige Tumore, meist im Bauchbereich (Darm, Leber, Nieren) oder in der Brusthöhle. Infolge dieser Tumore könne Katzen Atem- und Magen-Darm-Probleme wie Erbrechen oder Durchfall bekommen. Auch Leber- und Nierenerkrankungen sowie Nervenkrankheiten können durch die Tumore ausgelöst werden.

Mit dem FeL-Virus erkrankte Katzen werden nach Ausbruch der Krankheit sehr schnell schwächer und schwächer. Oft haben dann schwere Infektionskrankheiten wie Katzenschnupfen oder Katzenseuche ein leichtes Spiel.

Die unzähligen Folgeerkrankungen tragen zur Verschleierung der eigentlichen Krankheit bei und machen die Diagnose oft doppelt schwer.

Ist die Leukose erst einmal ausgebrochen, gibt es kaum Hoffnung für das erkrankte Tier. In der Regel sterben am FeL-Virus erkrankte Katzen innerhalb von ca. drei Jahren.

Diagnose

Da die Symptomatik des FeL-Virus so vielschichtig ist, ist eine Diagnose anhand dessen kaum möglich. Wachsam solltest du jedoch dann werden, wenn du an deiner Katze Erkrankungen feststellst, die trotz Behandlung einfach immer wiederkehren. Das können nicht heilende Wunden sein oder auch Infektionen, die sich zu chronischen Krankheiten entwickeln (z.B. Zahnfleischentzündungen).

Der Tierarzt kann das Virus lediglich durch einen Bluttest diagnostizieren. Doch auch hier gibt es einen Haken. Der Test fällt nur dann positiv aus, wenn das Virus im Blut zirkuliert. Leider “versteckt” es sich teilweise in den Zellen verschiedener Gewebe (bspw. in Organen), so dass es vom Test nicht erfasst werden kann.

Fällt der Test positiv aus, bedeutet das noch nicht das Ende. Solange deine Katze keine Symptome zeigt, kann das bedeuten, dass das Immunsystem stark genug ist, um das Virus zu bekämpfen. Lass nach ca. 10 Wochen einen zweiten Test machen – ist er dann negativ, hat deine Katze das FeL-Virus mit großer Wahrscheinlichkeit besiegt.

Behandlung / Therapie von Leukose

Gegen Leukose bei Katzen gibt es leider keine Therapie oder irgendwelche Medikamente. Bricht die Krankheit aus, endet sie meist tödlich. Alles was du noch für deine Katze tun kannst, ist, die Krankheit so lange wie möglich in Schach zu halten. Das heißt, es gibt keine Behandlungsmöglichkeiten gegen das Virus – die Therapie erfolgt nur symptomatisch. Im Prinzip kannst du nur versuchen, die Schmerzen und das Leiden deiner Katze zu lindern. Ist die Krankheit noch nicht weit fortgeschritten, wird sich der Tierarzt darauf konzentrieren, die Symptome zu behandeln und die Abwehrkräfte deine Katze zu stärken. Tumore können u.a. mit Chemotherapie behandelt werden.

Es kann passieren, dass auch deine Hilfe gefordert ist. Kann oder will deine Katze beispielsweise nicht mehr fressen, kannst du sie mit weicher Nahrung unterstützen. Versuche, deiner Katze das Fressen in Breiform (püriert) oder als Brühe schmackhaft zu machen. Vielleicht musst du sie aber auch mithilfe einer Spritze füttern. Frage in jedem Fall den Tierarzt, wie und in welchen Bereichen du deiner Katze das Leben erleichtern kannst.

Sollte deine Katze jedoch irgendwann zu schwach und nur noch durch Schmerzen geplagt sein, ist es besser, sie von dem Leid zu erlösen. Ich denke, wenn es soweit ist, wird der Tierarzt auf dich zugehen und mit dir darüber sprechen.

Leukose bei Katzen Impfung
Schutz vor Leukose bietet eine Impfung

Vorbeugung / Impfung

Der einzig wirkungsvolle Schutz vor Leukose ist eine Impfung. Sie sorgt dafür, dass eine Katze immun gegen das FeL-Virus wird. Die Grundimmunisierung besteht aus zwei Injektionen. Ab der neunten Woche kann eine Katze gegen Leukose geimpft werden. Die zweite Injektion erfolgt ca. drei Wochen später. Um den Schutz gegen das FeL-Virus aufrecht zu erhalten, sollte die Impfung einmal jährlich aufgefrischt werden.

Die Impfung ist jedoch nur dann wirkungsvoll, wenn eine Katze das Virus nicht schon in sich trägt. Daher im Zweifelsfall zuvor einen Bluttest vom Tierarzt machen lassen. Wenn du eine Freigängerkatze hast, würde ich dir empfehlen, die Impfung durchzuführen. Bei Wohnungskatzen, die isoliert leben und keinen Kontakt zu Freigängern oder anderen Tieren haben, ist sie nicht unbedingt notwendig.

Wenn du mehrere Katzen hast und eine davon ist FeLV-infiziert, so solltest du sie umgehend von den anderen trennen, um eine Ansteckung zu vermeiden. Da die Leukose bei Katzen nicht sofort ausbricht, solltest du, um auf Nummer sicher zu gehen, alle Katzen testen lassen. Achte nach der Trennung der Katzen zudem darauf, dass die infizierte Katze alle Gegenstände wie Fressnapf, Spielzeug, Schlafkissen und Katzentoilette bekommt. Für deine gesunden Katzen ist es empfehlenswert, eine neue Grundausstattung zu kaufen. Wenn dir das zu kostenintensiv ist, reicht womöglich auch eine gründliche Desinfektion. Dafür geeignete Desinfektionsmittel erkennst du an der Kennzeichnung “HIV/HBV-wirksam”. Am besten reinigst du auch alle Böden sowie Teppiche gründlich.

Ist deine Katze an Leukose gestorben, so solltest du ca. 30 Tage warten, bevor du eine neue Katze anschaffst. Berücksichtige die Reinigungstipps, ersetze die Grundausstattung und lass sie impfen – dann ist deine neue Katze sicher.

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *