Maine Coon – der Waschbär unter den Rassekatzen

Maine Coon

Maine Coon (Foto: fox_kiyo/ Flickr)

Maine Coon Herkunft

Die Maine Coon kommt – wie der Name schon verrät – ursprünglich aus dem amerikanischen Bundesstaat Maine. Maine liegt im Norden der USA an der Grenze zu Kanada. In dem Bundesstaat herrscht ein kühles und raues Klima, was den kräftigen Körperbau der Maine Coon, infolge der Anpassung an die Bedingungen, erklärt.

Die exakte zoologische Herkunft der Maine Coon ist bis heute nicht vollständig geklärt. Aber es gibt zahlreiche Mythen und Spekulationen – von denen einige mehr und andere weniger Wahrheiten enthalten. Viele Indizien sprechen dafür, dass die Maine Coon mit der Norwegischen Waldkatze verwandt ist. So weisen beide Katzenrassen entscheidende Gemeinsamkeiten auf. Beide sind an raue Umgebungen angepasst und ausgezeichnete Jäger. Höchstwahrscheinlich ist die Norwegische Waldkatze schon zu Zeiten der Wikinger nach Amerika gelangt. So wurden Katzen bereits bei den Wikingern mitgeführt, um Mäuse und Ratten auf dem Schiffen zu eliminieren. Zudem weiß man heute, dass Wikinger auch in ihren Siedlungen Norwegische Waldkatzen hielten.

Am wahrscheinlichsten ist jedoch die Theorie, dass sich die Maine Coon aus einer Vielzahl an Katzenrassen (Kurzhaarkatzen und Angorakatzen) entwickelt hat, die allesamt während der Besiedelung nach Amerika gebracht wurden.

Mythos

Wie schon erwähnt gibt es verschiedene – teilweise tollkühne – Geschichten, über die Herkunft der Main Coon. Viele beziehen sich auf die Schifffahrt und deren Kapitäne. Den wunderbarsten Mythos möchte ich dir an dieser Stelle nicht vorenthalten. So glaubte man lange Zeit, dass die Maine Coon eine Kreuzung aus Hauskatze und Waschbär sei. Daher stammt übrigens auch der Name Coon von racoon (engl. Waschbär). Sicher, aus heutiger biologischer Sicht wissen wir, dass das unmöglich ist. Aber der vergleichbar gewaltige Schwanz sowie das stämmige Aussehen beider, mögen eine solche Vermutung gerechtfertigt haben. Zudem war bei den ersten Maine Coons die Aufteilung der Vorderzehen ähnlich der von Waschbären.

Geschichte

Da die Maine Coon ein ausgezeichneter Jäger ist, war sie in Amerika auf den Farmen vor allem als Ratten- und Mäusefänger sehr beliebt. Überliefert wurde die Rasse erstmals namentlich in dem Buch „The book of cat“ von Frances Simpson (1903). Dort wird von einem schwarz-weißen Kater namens Kapitän Jenks gesprochen, der seit 1861 bei Mrs. F.R. Pierce lebte. Noch im 19. Jahrhundert häufig in den USA ausgestellt, verlor die Maine Coon aber um 1900 an Popularität, als die Perserkatze in Mode kam. Erst in den 1950er Jahren wendete sich das Blatt und die Maine Coon gewann langsam wieder an Ansehen. Seit 1980 ist die Rasse bei allen Zuchtverbänden anerkannt.

Maine Coon Jungtier

Junge Maine Coon (Foto: dvanzuijlekom/ Flickr)

Aussehen der Maine Coon

Die Maine Coon besitzt einen besonders kräftigen und großen Körperbau und gehört damit auch zu den größten und schwersten Hauskatzen. Die Weibchen werden zwischen 4,5 bis 6 Kilogramm schwer; die Männchen sogar 6 bis 9 Kilogramm. Der Kopf ist mit seinen hohen Wangenknochen von der Form her etwas länger als breit. Die Schnauze ist breit und der Kiefer ist mit stattlichen Zähnen ausgestattet. Die Maine-Coon-Augen sind groß und stehen leicht schräg angeordnet relativ weit auseinander. Auch ihre Ohren sind groß und am Ansatz breit. Sie besitzt einen langen Torso mit breiter Brust und der lange buschige Schwanz ist mindestens genauso lang, wie der Torso.

Das halblange Fell dieser Rassekatze ist dicht, weich und wasserabweisend. In den Bereichen des Bauches, des Halses und der Beine ist es etwas länger, um sie vor Schnee und Nässe zu schützen. Am Nacken und Rücken ist es deutlich kürzer. So wie der buschige Schwanz die zusammengerollte Maine Coon vor Wind und Kälte schützt, dienen auch die stärker mit Fell besetzten Ohren als Kälteschutz. An den Spitzen weisen sie den typischen Luchspinsel auf. Auffällig sind ebenfalls die großen Pfoten, die mit ihren Fellbüschen auch als „Schneeschuhe“ bezeichnet werden.
Bei der Maine Coon sind nahezu alle Fellfarben und Musterungen erlaubt – abgesehen von den Farben Chocolate und Lavender sowie den Mustern ticked-tabby und pointed.

Maine Coon Charakter

Auch wenn die Maine Coon optisch nach einer Wildkatze aussieht, so hat sie doch ein liebenswürdiges und sehr geselliges Wesen. Sie ist äußerst menschenorientiert – liebt aber dennoch ihre Unabhängigkeit. Wenn du also eine Schoßkatze suchst, ist diese Katzenrasse nicht der richtige Gefährte für sich. So folgt sie dir zwar gern auf Schritt und Tritt, bleibt dabei jedoch unaufdringlich und nimmt lieber auf dem Nachbarstuhl Platz. Die Maine Coon ist aber eine wundervolle Familienkatze. Sie verträgt sich mühelos mit anderen Familienmitgliedern, auch kleine Kinder oder Hunde (wenn sie von klein auf an sie gewöhnt wurde) sind überhaupt kein Problem.

Im Übrigen redet diese Katze wahnsinnig gern und verschafft sich so Gehör. Ständig gurrt und maunzt sie. Aber im Gegensatz zu ihrer Körpergröße zeichnet sich ihr Maunzen durch einen leisen, piepsigen Stimmklang aus. Darüber hinaus besitzt sie einen ausgeprägten Spieltrieb bis ins hohe Alter. Sie spielt gerne Verstecken mit ihren Menschen und apportiert sogar ihr Spielzeug. Vor allen Dingen verschleppt sie gern Gegenstände, die sie dann irgendwo in einem Lager hortet. Die Rasse zeichnet sich zudem durch eine überdurchschnittliche Schnelligkeit und Reaktionsfähigkeit aus. Beim Spielen wirst du also immer den Kürzeren ziehen. Darüber hinaus kennt sie keine Angst vor Wasser und springt, auch wenn sie den bequemen Weg vorzieht, bis zu 2-3 Meter.

Besonders charakteristisch bei der Maine Coon ist der Unterschied zwischen den Männchen und den Weibchen. So sind die Katzen eher ruhig, würdevoll und mütterlich. Die Kater hingegen wollen immer im Mittelpunkt stehen, sind wild und ein Leben lang wahre Clowns, die ständig Unsinn aushecken.

Pflege der Rasse Maine Coon

Da diese Rasse halblanges dichtes Fell besitzt, ist es wichtig sie regelmäßig zu bürsten. Das Fell neigt zwar kaum zu Verfilzungen, aber gerade beim Fellwechsel verliert die Katze sehr viel Fell. Ohne tägliches Bürsten würde sie die Haare beim Putzen schlucken. Generell ist sie als Wohnungskatze aber sehr gut geeignet. Das einzige was du ihr bieten musst, ist viel Platz und Abwechslung zum Spielen. Sonst schläft die Maine Coon aber gut und gerne bis zu 16 Stunden am Tag, so dass sie auch für Berufstätige ideal ist.

Hier geht´s zu den anderen Katzenrassen.

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