Mit der Katze umziehen

Wenn ein Umzug ansteht, ist das meist für Mensch UND Katze eine aufregende, aber auch nervenaufreibende, stressige Angelegenheit. Denn, mit der Katze umziehen, bedeutet auch, ihre Bedürfnisse und Ängste zu berücksichtigen.

Mit der Katze umziehen
Mit der Katze umziehen: Spaß und Stress zugleich (Foto: kiezematze)

Mein Kater Bruno könnte euch ein Lied davon singen. In den vergangenen 9 Jahren sind wir gemeinsam nun schon dreimal umgezogen. Sicherlich ist es besser, seiner Katze nicht ständig einen Wohnungswechsel zuzumuten. Aber ihr wisst sicher auch – manchmal geht es halt nicht anders.

Bruno hat die Umzüge aber immer erstaunlich gut weggesteckt. Ihm scheint ein Ortswechsel nicht ganz so viel auszumachen. Vielleicht lag es auch daran, dass mit jedem Umzug die Wohnungen besser wurden: für uns beide mehr Platz.

Generell muss man aber sagen, das da jede Katze völlig anders reagiert. Hinzu kommt, dass die Rasse dabei auch nicht ganz unerheblich ist. So gibt es Katzenrassen, die binden sich sehr stark an ihre Umgebung. Andere wiederum – wie die Siamkatze oder Burma-Katze – haben einfach einen viel stärkeren Bezug zu ihren Menschen. Auch wenn Bruno keine Rassekatze, sondern ein ganz gewöhnlicher (dafür der tollste) Kater ist, scheint er ebenso eher menschenbezogen zu sein. Eines habe ich aus diesen Erfahrungen gelernt: Mit der Katze umziehen, ist wie mit einem kleinen Kind umziehen. Es hat halt kein Mitspracherecht und kann seine Ängste und Bedenken nicht laut äußern. Daher ist es umso wichtiger, auf die Zeichen der Katze zu achten und entsprechend sensibel darauf zu reagieren.

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Der Tag des Umzugs sollte gut geplant sein

Vorkehrungen beim Umzug mit der Katze

Wenn man es genau nimmt, geht es ja schon ca. 2 Wochen vor dem eigentlichen Umzug los. Man karrt so langsam die Umzugskartons an und beginnt Stück für Stück, die ersten Sachen zu verstauen. Die gewohnte Umgebung der Katze verändert sich also. Natürlich ist es einerseits aufgregend für die Katze. Ich meine, welche Katze versteckt sich nicht gern in Kartons?! Bruno jedenfalls hat sich die Umzugskartons immer schon gekrallt, bevor ich die ersten Teller darin verstauen konnte. Aber als dann so langsam alle Gegenstände aus den Ecken und Regalen verschwanden, hat er Lunte gerochen. Er wusste, irgendwas ist faul und beobachtete das Szenario misstrauisch. Ich kann euch nur raten, euren Katzen in dieser Phase einfach noch mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Das gibt ihnen wieder ein Stück Sicherheit, das ihr mit dem Chaos in der Wohnung zuvor genommen habt.

Der Tag des Umzugs

Und dann ist es soweit: Der Umzugswagen ist vor dem Haus geparkt, die Freunde rücken an und schon herrscht ein riesen Trubel. Spätestens da wird die Katze nervös. Für mich war es immer wichtig, Bruno – so weit es geht – von dem Chaos fernzuhalten. Deshalb habe ich meinen Kater, bevor alle Freunde die Wohnung gestürmt haben, in ein Zimmer eingesperrt. Dort habe ich auch den Fressnapf und das Katzenklo deponiert. Am besten ist dann natürlich auch, wenn alle Kisten und Möbel bereits aus dem Zimmer in ein anderes gebracht wurden, so dass die Katze nicht mehr ständig gestört wird oder womöglich panisch aus der Wohnung rennt. Dann kann der Umzug mit Katze und Kegel starten.

Ich habe es immer so gehandhabt, dass wir den kompletten Umzug gemacht – die Katze aber noch in der alten Wohnung gelassen haben. Wenn dann in der neuen Wohnung die meisten Möbel aufgebaut waren und sich der größte Teil der Umzugshelfer verabschiedet hatte, bin ich in die alte Wohnung, um Bruno zu holen. Er sollte also nicht von einem Chaos ins nächste geschubst werden. In der neuen Wohnung habe ich mir dann immer ein Zimmer ausgesucht, dass am ruhigsten ist. Wo also entweder schon alles aufgebaut ist oder wo keiner rein muss. Dort habe ich meinen Kater in der Transportbox abgestellt. Natürlich habe ich in diesem Raum dann auch wieder den Wasser- und Fressnapf sowie das Katzenklo abgestellt.

Im Moment des Öffnens der Transportbox habe ich dann immer im ruhigen Ton mit ihm geredet, um ihm zu zeigen, dass ich da bin und dass er keine Angst haben muss. Ungefähr 5-10 Minuten habe ich mich dann neben die Box gesetzt und ihm Mut zugesprochen und ihn gestreichelt. Wenn er sich in dieser Zeit nicht getraut hat, die Box zu verlassen, habe ich ihm den Freiraum gegeben, selbst zu entscheiden, wann er soweit ist. Ich hab die Tür dann aber zunächst geschlossen, um ihn nicht zu überfordern. Die Erfahrung hat gezeigt, dass sich Katzen schneller aus ihrem Versteck raustrauen, wenn sie erst einmal nur einen Raum zum Erkunden haben. Bei Bruno funktionierte das immer recht gut. Nach dem ersten Schreck, war die Neugierde dann doch stärker.

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Die Neugierde siegt – die neue Wohnung wird unter die Lupe genommen

Die neue Wohnung erkunden

Wenn eure Katze also Mut gefasst und den ersten Raum inspiziert hat, kann die Tür zum Rest der Wohnung geöffnet werden. Ihr müsst aber keine Panik bekommen, wenn eure Katze zuallererst in einem Versteck verschwindet. Das ist ganz normal – Bruno hat sich für die ersten ein bis zwei Stunden auch sofort immer unter dem Sofa oder einem Schrank verkrochen. Dort fühlen sie sich erst einmal sicher und können von dort aus beobachten, was Phase ist. Bei meinem Kater hat das aber wie gesagt nie lange angehalten, er war dann doch gespannt und ungeduldig. Schließlich warteten viele Quadratmeter, die es zu erkunden galt.

Und wenn er dann soweit war, war das immer ein lustiges Schauspiel. Er hat sich dann immer ganz vorsichtig Meter für Meter nach vorn gepirscht. Bei unserem letzten Umzug, konnte gar nicht glauben, dass noch ein Zimmer kommt und noch eins. Die Erkundungstour hat bei ihm in der Regel einen Tag gedauert. Nach zwei bis drei Tagen war seine Eingewöhnungszeit dann auch schon vorbei und er ist wieder mutig durch die Gegend gehüpft, als wäre nichts gewesen. Dieser Prozess kann aber auch länger dauern – das ist von Katze zu Katze ganz unterschiedlich. Hängt einfach davon ab, ob sie eher zu den mutigen oder schüchternen Samtpfoten gehört.

Was ihr bei der Erkundungstour der neuen Wohnung nicht vergessen dürft, ist eurer Katze zu zeigen, wo sie nun alles findet. Ich habe Bruno dann immer zuerst in den Raum geführt, wo sein Katzenklo steht, einmal drin geschabt und ihn dran schnuppern lassen. Das hat immer prima geklappt. Sucht für das Katzenklo und den Fressnapf wieder einen Ort aus, an dem eure Katze ungestört ist. Katzen wollen bei ihrem Geschäft nicht mitten im Trubel der Wohnung sein. Auch für den Futternapf solltet ihr einen Platz finden (der sich nicht neben dem Katzenklo befindet) wo eure Katze ohne Hektik und Stress fressen kann.

Ich kann euch jedenfalls nur empfehlen, wenn ihr mit eurer Katze umzieht, solltet ihr einen Mittelweg zwischen viel Aufmerksamkeit und Freiraum finden. Versucht eure Katze nicht zu bedrängen – sie zeigt euch schon, wann sie soweit ist, das neue Revier zu erkunden. Aber bemüht euch, ihr zu zeigen, dass ihr für sie da seid – und wenn ihr dabei im ein wenig Hintergrund bleibt.

Welche Erfahrungen habt ihr den gemacht, wenn ihr mit eurer Katze umgezogen seid? Habt ihr vielleicht noch ein paar Tipps, die anderen Katzenliebhabern helfen können?

 

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