Niereninsuffizienz bei Katzen

Die Niereninsuffizienz bei Katzen ist ein schleichender Prozess. Meist wird der Funktionsverlust der Nieren viel zu spät erkannt. Die Niereninsuffizienz ist zwar nicht heilbar – aber das Fortschreiten der Katzenkrankheit lässt sich verlangsamen.

Niereninsuffizienz bei Katzen
Niereninsuffizienz bei Katzen – bei vielen älteren Katzen anzutreffen

Was bedeutet Niereninsuffizienz bei Katzen?

Eine Niereninsuffizienz kann schleichend (chronisch) oder auch akut auftreten. Häufiger ist jedoch die chronische Niereninsuffizienz, bei der die Funktion der Nieren langsam nachlässt. Das heißt, die Nieren können ihre lebenswichtigen Aufgaben nicht mehr in vollem Maße erfüllen. Dazu gehören unter anderem: Das Blut filtern, den Harn bilden, Blutdruck, Wasserhaushalt und Stoffwechsel der Katze kontrollieren. Diese Art der Nierenschwäche kommt hauptsächlich bei älteren Katzen vor. Auch bei Bruno wurde diese Diagnose im Alter von 12 Jahren gestellt.

Das prekäre an der chronischen Niereninsuffizienz ist, dass diese meist viele Monate, wenn nicht sogar Jahre, unbemerkt vonstattengeht. Erst wenn ca. 75 % des Nierengewebes zerstört sind, treten erste Symptome auf.

Ursachen einer Niereninsuffizienz

Die Ursachen der Nierenschwäche sind vielschichtig. Wie schon erwähnt, ist vor allem das Alter ein maßgeblicher Auslöser, da die Nierenleistung mit steigendem Alter bei Katzen nachlässt. Meine Tierärztin sagte mir einmal: Die Niere ist die Achillessehne der Katze – also die Schwachstelle unserer Samtpfoten. Das heißt, das Versagen der Nieren ist sozusagen eine ganz „normale“ Alterserscheinung, wie bei uns Menschen beispielsweise Demenz. Darüber hinaus können aber auch Verletzungen eine Niereninsuffizienz bei Katzen auslösen. So verliert vernarbtes Nierengewebe ebenfalls seine Funktion. Des Weiteren sind Infektionen und Vergiftungen der Katze Ursachen. Wird eine Katze überernährt oder mit stark eiweißreicher Tiernahrung gefüttert, können die Nieren auf Dauer auch geschädigt werden. Die Niereninsuffizienz kann auch infolge verringerter Durchblutung der Nieren oder aufgrund von Missbildungen entstehen.

Symptome der Niereninsuffizienz bei Katzen

Da es bei der Nierenschwäche zu Stoffwechselstörungen kommt, äußert sie sich bei Katzen durch lethargisches Verhalten – so fühlt sich die Katze schlapp und lustlos. Oft kommt es zu Fressunlust, regelmäßigem Erbrechen und vermehrtem Durst. Aufgrund der fehlenden Nahrungsaufnahme magern sie zudem stark ab. Ein weiteres Symptom der Niereninsuffizienz bei Katzen ist das häufige Urinieren, bei dem sie auch größere Mengen Harn ablassen. Auch stumpfes Fell, verstärkter Maulgeruch und blasse Schleimhäute sind Anzeichen der Niereninsuffizienz.

Bei Bruno war das erste und eindeutigste Signal in jedem Fall der starke Durst. Plötzlich trank er aus seinem Wassernapf (was er vorher nie getan hatte). Außerdem verlangte er stets am Waschbecken und in der Wanne, dass ich doch bitte jetzt mal den Hahn aufdrehe. Kaum getan, begann er zu trinken. Dieses Verhalten ist aber auch gut, denn Katzen unterstützen so instinktiv die Arbeit ihrer schwächelnden Nieren.

Niereninsuffizienz bei Katzen Durst
Viele Katzen mit Nierenschwäche zeigen vermehrten Durst

Ohne Behandlung verliert die Katze durch die erkrankten Nieren immer mehr Wasser und es kann zu einer lebensbedrohlichen Austrocknung der Katze kommen.

Diagnose

Wie schon angemerkt, wird die Niereninsuffizienz bei Katzen häufig zu spät erkannt, da auffällige Symptome erst bei einer Schädigung von 75 % des Nierengewebes auftreten.

Die Diagnose stellt der Tierarzt anhand einer Urin- und Blutuntersuchung. Im Blut lassen sich bei einer Niereninsuffizienz eindeutig erhöhte Harnstoff-, Kreatin- und Phosphorwerte nachweisen. Des Weiteren lässt sich auf eine Nierenschwäche schließen, wenn der Tierarzt beim Abtasten der Flanken Schmerzen in der Nierengegend feststellt.

Behandlung der Nierenschwäche

Für die chronische Niereninsuffizienz bei Katzen gibt es keine Heilung. Aber das Fortschreiten der Krankheit kann durch eine entsprechende Behandlung verzögert werden. Ein entscheidender Punkt bei der Behandlung ist die Ernährung. So ist die Umstellung auf ein spezielles Diätfutter, welches weniger Eiweiße und Phosphor enthält, ein Muss. Der Tierarzt wird die Diät sowie auch die restliche Behandlung der Niereninsuffizienz individuell auf die Katze abstimmen. Besonders wichtig ist es, die Vorschriften des Tierarztes bezüglich der Diät auch strengstens einzuhalten. Für dich bedeutet das: Hart bleiben. Deine Katze darf dann kein zusätzliches Futter oder irgendwelche Leckerlies bekommen. Auch Milch – egal ob Katzenmilch oder nicht – ist für eine Katze mit Niereninsuffizienz tabu.

Niereninsuffizienz bei Katzen Diät
Um die Nieren der Katzen zu unterstützen, ist Diät angesagt

Verweigerung von Diätfutter

Oftmals ist es nicht so leicht, eine Katze an neues Futter zu gewöhnen. Man ist ja schließlich wählerisch – nicht alles was auf den Tisch bzw. in den Napf kommt, wird auch gegessen. Die Umgewöhnung zum Diätfutter musst du also unter Umständen mit ein paar Tricks angehen. Ich empfehle dir, deine Katze langsam an das neue Futter zu gewöhnen. Das gelingt dir, indem du anfangs nur ein paar Löffel des Diätfutters in das normale Futter mischst. Stück für Stück erhöhst du dann die Anteile des Diätfutters bis du schließlich nur noch das Diätfutter gibst. Wird es dann trotzdem verschmäht, kannst du es zu Beginn noch mit einigen Tropfen Thunfischöl oder gebratenen Stücken Fleisch oder Fisch anreichern. Bei manchen Katzen hilft es auch, wenn du das Futter etwas anwärmst. Die Verfeinerung solltest du aber wirklich nur zu Anfang der Diät als Appetitanreger nutzen.

Bei Bruno war die Umgewöhnung überhaupt kein Problem. Allerdings war er vorher auch nie wählerisch, was das Futter betraf. Ich konnte ihm eigentlich fast alles vorsetzen. So gelang die Umstellung glücklicherweise auf Anhieb. Aber jede Katze hat da ja so ihre Eigenheiten.

Prognosen

Da sich geschädigtes Nierengewebe nicht wiederherstellen lässt, ist die Niereninsuffizienz bei Katzen auch nicht heilbar. Aber bei einer rechtzeitigen Erkennung und entsprechenden Behandlung lässt sich das Fortschreiten verlangsamen. Katzen mit einer Niereninsuffizienz können also durchaus noch einige Jahre ein angenehmes Leben haben.

Für die Prognosen sind jedoch Grad der Nierenschädigung und Ursache entscheidend. Daher ist es wichtig, bei oben genannten Symptomen schnellstmöglich den Tierarzt aufzusuchen, um im Falle einer Niereninsuffizienz frühzeitig zu handeln. Nur so kann die Lebensqualität deiner Katze verbessert und die Lebenserwartung erhöht werden.

TIPP: Tierärzte empfehlen im Übrigen bei Katzen ab einem Alter von 8-10 Jahren jährlich eine Blutuntersuchung. Damit kann auch rechtzeitig eine Nierenschwäche erkannt und ihr Fortschreiten abgebremst werden.

Vorbeugen einer Niereninsuffizienz

Leider lässt sich eine Niereninsuffizienz bei Katzen nicht wie beispielsweise der Katzenschnupfen oder die Katzenseuche mit einer Impfung abwenden. Das Einzige was du tun kannst, ist die Nierenfunktion deiner Katze zu unterstützen, indem du sie mit einer ausgewogenen und eiweißarmen Ernährung versorgst.

 

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