Paarung bei Katzen: Geschlechtsreife – Rolligkeit – Geschlechtsakt

Die Paarung bei Katzen läuft nach ganz bestimmten Ritualen ab. Doch welcher Kater letztendlich bei einer Katze zum Zuge kommt, entscheidet sie allein. Erfahre alles über die Geschlechtsreife von Katze und Kater, die Rolligkeit bei Katzen und den eigentlichen – aber sehr kurzen – Geschlechtsakt.

Paarung bei Katzen beginnt mit Geschlechtsreife (Foto: Greencolander/Flickr)

Paarung bei Katzen beginnt mit Geschlechtsreife (Foto: Greencolander/Flickr)

Ab wann sind Katzen geschlechtsreif?

Bevor es überhaupt zur Paarung bei Katzen kommen kann, müssen Katzen erst einmal geschlechtsreif werden. Katzenmädchen werden für gewöhnlich mit sechs bis neun Monaten geschlechtsreif. Das ist aber auch stark von der Rasse abhängig. So sind einige Exoten wie die Siamkatze oder Abessinierkatze besonders frühreif. Nicht selten können sie schon mit sechs Monaten trächtig werden.

Kater werden in der Regel etwas später – mit zehn bis zwölf Monaten – geschlechtsreif. Jedoch fangen Kater schon sehr früh an, sexuelle Verhaltensweisen spielerisch und instinktiv auszuprobieren. Da müssen schon sehr früh die kleinen Geschwisterchen, auch wenn es ein Brüderchen ist, herhalten. Dass er zu diesem Zeitpunkt noch nicht alle Einzelheiten des Geschlechtsaktes begreift, wird erkennbar, wenn er beispielsweise vom Kopf her auf einem Geschwisterchen reiten will.

Parallel zu diesen Probeläufen wachsen die Geschlechtsorgane des Katers heran. Mit etwa zwei Monaten entwickeln sich auf der Penisspitze zwischen 100-200 verhornte Papillen, die nach hinten gerichtet sind und damit während des Geschlechtsakts wie Widerhaken wirken. Etwa zwei Monate später setzt dann die Bildung des männlichen Geschlechtshormons Testosteron ein. Meist lassen sich junge Kater bereits mit acht Monaten auf das erste Liebesabenteuer ein, obwohl sie in der Regel erst mit ca. zehn Monaten eine Katze erfolgreich decken können.

Paarung bei Katzen: Katze rollig (Foto: agirlnameednee/ Flickr)

Paarung bei Katzen: Katze rollig (Foto: agirlnameednee/ Flickr)

Rolligkeit bei Katzen

Bei der Paarung bei Katzen ist die Rolligkeit ein wichtiger Aspekt, denn sie gibt die Fortpflanzungsfähigkeit der Katze an. In der Regel sind Katzen zwei Mal jährlich rollig und damit bereit zur Paarung. Die Rolligkeit tritt im Frühjahr (März/ April) und im Sommer (Juni/ Juli) auf und hält ca. acht bis zehn Tage an. Oft gibt es noch eine dritte Phase im September. Jedoch ist die Zeit der Rolligkeit bei jeder Katze etwas anders. Wohnungskatzen beispielsweise können viel häufiger rollig werden. Der Grund dafür ist, dass die Paarungsbereitschaft von der Länge des Tageslichts bestimmt wird und Wohnungskatzen bis zu 14 Stunden am Tag Licht ausgesetzt sind.

Dass deine Katze gerade rollig ist, erkennst du sehr schnell. Sie hat plötzlich kaum Appetit, sie miaut sehr viel und lauter als sonst. Zudem rollt sie sich auf dem Boden herum, gurrt unermüdlich, schmust wie wild und reckt ständig ihr Hinterteil in die Höhe. Bei diesem Getue setzt deine Katze zudem überall Duftmarken, um willige Kater anzulocken. Besonders Siamkatzen stellen ihren Sexualtrieb extrem zur Schau. Werden Katzen in der Zeit ihrer Rolligkeit nicht gedeckt, wiederholt sich das ganze Spiel alle drei bis vier Wochen.

Auf der Suche nach dem richtigen Partner

Die Paarung bei Katzen ist bei weiblichen Tieren von der Rolligkeit abhängig. Nicht so bei den Katern, denn sie sind jederzeit bereit, sich zu paaren. Besonders im Frühjahr bekommen sie Frühlingsgefühle und begeben sich auf die Suche nach dem Duft eines willigen Weibchens. Getrieben von der „Lust“ sind sie dabei sehr unachtsam – auch was den Straßenverkehr angeht. So werden vor allem im Frühjahr die meisten Kater überfahren.

Paarung bei Katzen: Rivalenkämpfe unter Katern (Foto: Marianne Perdomo/ Flickr)

Paarung bei Katzen: Rivalenkämpfe unter Katern (Foto: Marianne Perdomo/ Flickr)

Kater dringen bei ihrer Suche auch in Reviere anderer Kater ein. Auch wenn weit und breit noch kein Kätzchen in Sicht ist, kommt es nicht selten zu heftigem Gerangel und rivalisierenden Kämpfen. Die Kater setzen bei ihren Streifzügen auch überall Duftmarken. Egal ob Bäume, Sträucher, Hauswände oder fremde Hauseingänge. Überall wo sie ein williges Weibchen vermuten, muss eine Visitenkarte dagelassen werden.

Die Paarung bei Katzen – ein langes Vorspiel

So sehr sich Kater auch ins Zeug legen – im Endeffekt entscheidet nur Sie, wenn sie an sich ran lässt. Dabei lässt sie sich nicht hetzen oder beeinflussen. Wer sich ungefragt heranwagt, wird mit Krallenhieben verjagt. Wenn sie sich einen ausgesucht hat, ermuntert sie ihn, näherzukommen – für das menschliche Auge sehr unauffällig. Mit bestimmten Lauten und Blicken werden versteckte Botschaften ausgetauscht. Bei der Paarung bei Katzen gehört zudem ein strenges Ritual dazu, die sogenannte Kokettierflucht. Wenn sich der Kater herantraut, spielt sie die Spröde und zieht sich zurück. Dann mauzt und wälzt sie sich wieder, um ihn heranzulocken. Erst nach diesem langen Hin und Her kommt es zum eigentlichen Geschlechtsakt.

Was die Kriterien bei der Männerwahl sind, weiß übrigens keiner. Denn nicht selten geht am Ende der kleinste und zierlichste Kater als Sieger hervor.

Der Geschlechtsakt

Wie bereits ersichtlich wurde, beginnt die Paarung bei Katzen mit einem ausgiebigen „Vorspiel“. Der eigentliche Geschlechtsakt hingegen ist dafür umso kürzer – er dauert nur wenige Sekunden. Hat eine Katze ihre Wahl getroffen, legt sie ihren Oberkörper flach auf den Boden, reckt ihr Hinterteil hoch und legt ihren Schwanz zur Seite. Der Kater darf sie nun besteigen. Dabei beißt er sich in ihrem Nacken fest und stößt ein paarmal heftig zu. Nachdem sie einen grässlichen Schrei losgelassen hat, kippt ihre Stimmung sofort in Aggressivität um. Erfahrene Kater suchen dann lieber schnell das Weite, denn die Katze wird ihm, wenn er nicht schnell genug ist, ein paar Ohrfeigen verpassen. Der Grund für den Schrei sind die Schmerzen der Katze beim Ende des Akts. Denn beim Herausziehen des Penis zerkratzen die rückwärtsgerichteten Stacheln die Scheidewand der Katze. Diese Schmerzen sind aber notwendig, um den Eisprung in Gang zu setzen und damit die Befruchtung zu ermöglichen.

Nach wenigen Minuten ist der Schmerz aber schon wieder vergessen – die Katze hat noch nicht genug. Nun beginnt das Spiel von neuem. Dabei muss aber nicht unbedingt der gleiche Kater noch einmal zum Zuge kommen – auch andere haben wieder eine neue Chance. Katzen paaren sich während einer Rolligkeitsphase manchmal mit bis zu sieben verschiedenen Katern.

Paarung bei Katzen mit Erfolg (Foto: bytehead/ Flickr)

Paarung bei Katzen mit Erfolg (Foto: bytehead/ Flickr)

Trächtigkeit

Wenn es nach der Paarung bei Katzen zur Trächtigkeit kommt, wollen Katze und Kater nichts mehr voneinander wissen. Die Aufzucht der Katzenwelpen ist also reine Frauensache. Das erste Anzeichen einer Schwangerschaft sind die stark geröteten Zitzen der Katze. Die Trächtigkeit dauert rund 63 Tage an und schon kurz danach kann eine Katze wieder rollig werden. Katzen bekommen in der Regel zwischen ein und acht Junge. Da sich die Katze während der Rolligkeit mit mehreren Katern paart, ist es nicht verwunderlich, dass die Katzenwelpen völlig unterschiedliches Aussehen haben können. Die Jungen eines Wurfes können also verschiedene Väter haben. Freilaufende Katzen können jährlich zwei bis drei Mal Kinder gebären. So etwas wie Wechseljahre gibt es übrigens nicht. Katzen können also auch im hohen Alter Junge zur Welt bringen.

Kastration

Wen deine Katze Freigänger ist und du nicht möchtest, dass sie schwanger wird, solltest du sie rechtzeitig kastrieren lassen. Bei weiblichen Katzen wird die Kastration im besten Falle um den vierten Monat herum durchgeführt. Dabei werden der Katze die Eierstöcke und ein Teil des Gebärmutterhorns entfernt. Beim Kater wartet man mit der Kastration bis zum sechsten Monat. Ihm werden dann die Hoden entfernt. Der Vorteil an der Kastration ist, dass mit der Fruchtbarkeit auch der Geschlechtstrieb ausgeschaltet wird. Kater werden also nicht ihre Duftmarken in der Wohnung setzen oder Wunden von rivalisierenden Kämpfen davontragen.

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