Siamkatze – die Hundskatze

Die elegante Siamkatze gehört zu den ältesten und auch bekanntesten Rassekatzen. Weil Siamesen besonders menschenbezogen sind, werden sie oft auch als der Hund unter den Rassekatzen bezeichnet. Neben ihrer außergewöhnlichen Anhänglichkeit ist vor allem ihre Stimmgewalt charakteristisch.

Siamkatze

Siamkatze (Foto: cookipediachef/ Flickr)

Herkunft

Die Siamkatze hat ihren Ursprung, wie auch die Burma-Katze im südostasiatischen Raum. Ihre Geschichte beginnt in Thailand, dem damaligen Siam. Dort wurde sie über Jahrhunderte hinweg als heilige Tempelkatze verehrt. Daneben galt sie als Statussymbol der gehobenen Schichten und war somit nur den Königshäusern vorbehalten.

Erste Aufzeichnungen zur Siamkatze stammen aus dem 14. Jahrhundert. In einem Buch eines siamesischen Hofmalers wurden Aufzeichnungen zweier Rassekatzen gefunden: Die der Siamesen und der Burma-Katze.

Lange Zeit war der Handel mit Rassekatzen wie auch der Siamkatze verboten. Erst 1884, als das erste Siam-Zuchtpärchen nach Großbritannien verschifft wurde, gelangte die Rassekatze nach Europa. Man sagt, es sei ein Geschenk des Königs von Siam an den englischen Generalkonsul Owen Fould gewesen. Bereits 1892 wurde der Rassestandard in Großbritannien festgelegt und 1901 der erste Siamkatzen-Club gegründet, der sich bis Mitte des 20. Jahrhunderts zu einem der größten Rassekatzen-Clubs entwickelte.

In den 60er und 70er Jahren des 20. Jahrhunderts kam es dann zur Splittung der Rasse in die „moderne“ und die „traditionelle“ Siam. Die traditionelle Siamkatze – heute bekannt als Thaikatze – ist weniger schlank und ihr Kopf ist deutlich runder. Thaikatzen werden jedoch nicht als eigenständige Rasse (außer vom internationalen Dachverband (WCF)), sondern vielmehr als Untergattung der Siam geführt.

Siamkatze Jungtier

Siamkatze (Foto: BlackZero_007/ Flickr)

Aussehen

Diese Katzenrasse ist vom äußeren Erscheinungsbild her eine mittelgroße, schlanke und muskulöse Katze. Sie kommt überaus elegant und geschmeidig daher. Ihr Kopf ist lang und schmal und bildet mit den großen, weit auseinanderstehenden Ohren ein gleichschenkliges Dreieck. Die mandelförmigen Augen der Siam sind mit ihrer leuchtend blauen Farbe ein echtes Markenzeichen. Zudem hat die Katze einen sehr langen, dünnen Schwanz, der in einer feinen Spitze endet. Auch ihre Beine sind lang und dünn, wobei die Hinterbeine ein wenig länger sind als die Vorderbeine.

Das kurze Fell ist sehr fein, glänzend und liegt eng am Körper an. Die Siam besitzt zudem so gut wie keine Unterwolle. Charakteristisch für sie ist die Pointierung aller kälteren Körperpartien, daher zählt sie auch zu den Pointkatzen. Eine dunklere Färbung zeigt sich in der Maske im Gesicht, an den Ohren, den Beinen und am Schwanz. Diese Färbung entsteht aber erst etwas später – zunächst werden Siamkatzen weiß geboren. Am bekanntesten und verbreitetsten ist die Siam Seal-Point mit ihrem cremefarbenen Fell. Weitere anerkannte Färbungen sind: Siam Chocolate-Point, Siam Blue-Point, Siam Lilac-Point, Siam Red-Point, Siam Cream-Point, Siam Tortie-Point und Siam Tabby-Point.

Im Übrigen zählen das häufig vorkommende Schielen sowie der geknickte Schwanz als Fehler.

Charakter der Siamkatze

Die Siam ist eine der wenigen Rassekatzen, die sich durch ihre Willensstärke und extrovertierte Art auszeichnet. Wenn sie etwas will, dann will sie es meist sofort und bekommt es dann auch, denn sie ist äußerst intelligent und eigenwillig. Wenn sie also etwas erreichen will, setzt sie es auch durch. Beispielsweise sind Türen und Schränke für sie kein Hindernis. Oder sie macht ihren Besitzern mit hartnäckigem Maunzen sehr schnell deutlich, was sie will. Die Siamkatze ist nämlich besonders redselig und hat eine sehr laut Stimme. Wer empfindliche Nachbarn hat, sollte sich also lieber eine „leisere“ Rassekatze zulegen.

Siamkatze Verhalten

Siamkatzen kuscheln gern miteinander (Foto: cookipediachef/ Flickr)

Typisch für diese Katze ist zudem ihre ungewöhnliche Anhänglichkeit und Geselligkeit. Mit ihren Artgenossen kommt sie sehr gut klar – stets wird sich aneinander geschmiegt und zusammen geschmust. Überdies bindet sie sich sehr stark an ihre Besitzer, einige folgen ihren Menschen sogar auf Schritt und Tritt. Sie an die Leine zu gewöhnen, ist daher ein leichtes Unterfangen. Nicht umsonst wird sie als Hund unter den Rassekatzen bezeichnet. Darüber hinaus sucht die Siamkatze ständig Körperkontakt und fordert ihre Streicheleinheiten regelrecht ein.

Generell schläft und döst die Siam genauso viel, wie andere Katzen. Aber wenn sie wach ist, ist sie auch sehr temperamentvoll. In ihr steckt ein aufgeweckter Jäger, der sich richtig austoben will. In einer Wohnung wird es dieser Rassekatze also schnell langweilig. Da sie beim Spielen erstaunlich viel Geduld und Ausdauer an den Tag legt, eignet sie sich perfekt als Spielgefährte für Kinder.

Pflege

Das sehr kurze Fell der Hundskatze benötigt keine besondere Pflege. Da sie jedoch sehr temperamentvoll und aktiv ist, sollte sie nicht nur in der Wohnung gehalten werden. Ein Garten oder das regelmäßige Ausführen an der Leine sind empfehlenswert. Wie bereits erwähnt, sollte man bedenken, dass die Siamkatze zu den „lauten“ Katzen gehört. Auch ihr dominanter und eigenwilliger Charakter ist nicht jedermanns Sache.

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