Türkisch Angora – die älteste Langhaarrasse

Die Türkisch Angora ist eine anmutige Rassekatze, die als Urmutter der Langhaarkatzen gilt. Welches Wesen sich hinter dem eleganten Körper mit dem seidigen Fell verbirgt, hier weiterlesen!

Türkisch Angora

Türkisch Angora, weiß (Foto: Ruth Johnston / Flickr)

Türkisch Angora: Herkunft und Geschichte

Wie Gen-Untersuchungen bereits bestätigen konnten, zählt die Türkisch Angora zu den ältesten Katzenrassen. Aufgrund eines mutierten Langhaargens ist sie ganz natürlichen Ursprungs und wird heute als Urmutter der Langhaarkatzen angesehen.

Geografisch betrachtet, stammt die Langhaarkatze aus einem Hochebenen-Gebiet, das sich südlich des Kaukasus befindet. Das von den Armeniern besiedelte Land wurde von Türken erobert. Das Klima war durch eiskalte Winter und extrem heißte Sommer geprägt. Den Bedingungen perfekt angepasst, ist sie in den kalten Monaten mit dichtem Winterfell, Söckchen und Halskrause ausgestattet. Im Sommer bleibt lediglich der buschige Schwanz übrig.

Stellung der Rasse

Bereits seit dem 15. Jahrhundert war die Rasse in der Türkei bekannt und äußerst populär. Sie gelangte als erste Langhaarkatze nach Westeuropa, als Sultane sie nach Frankreich und England schickten. Sie wurden als Geschenke an die Höfe gebracht. Viele verehrten diese Rasse, unter anderem Ludwig XV., Marie Antoinette und Kardinal Richelieu, so dass sie im 18. Jahrhundert zum Statussymbol avancierte.

Allerdings geriet nicht nur ihr Ansehen durch das Auftauchen der Perserkatze in den 50er Jahren ins Wanken, sie drohte sogar komplett verdrängt zu werden. Der Bestand reinrassiger Katzen ging selbst im Heimatland bedrohlich zurück, so dass einige Tiere im Zoo gehalten wurden, um die Rasse zu erhalten. Den Grundstein für die reinrassige Zucht legte dann das amerikanische Paar Fallon Grant, die eine weibliche und männliche Angorakatze aus dem Ankara Zoo exportierten.

Türkisch Angora mehrfarbig

Mehrfarbige Türkisch Angora (Foto: Helena Jacoba / Flickr)

Aussehen der eleganten Rassekatze

Die Türkisch Angora ist eine mittgroße Rassekatze, die sich durch elegantes, anmutiges Auftreten präsentiert. Der Körper, auf dem sie einen keilförmigen Kopf mit großen Ohren und mandelförmigen Augen trägt, ist schlank und lang, ebenso wie ihre Beine. Sie wiegt in der Regel zwischen zweieinhalb und vier Kilogramm. Ihr buschiger Schwanz ist ihr Aushängeschild, den sie mit viel Stolz trägt.

Das Fell der Angorakatze

Aufgrund ihres seidigen, mittellangen Fells, das auch am Körper anliegt, wird sie den Halblanghaar-Katzen zugeordnet. Da sie im Gegensatz zu optisch ähnlichen Rassen keine Unterwolle besitzt, ist sie entsprechend pflegeleicht. Im Winter ist das Fell der Katze länger, außerdem trägt sie dann einen niedlichen Kragen.

Anerkannt sind heute neben den traditionellen Farben Rot, Weiß und Schwarz auch silberne und hellere Varianten. Auch Züchtungen mit und ohne Taby oder Scheckungen sind erlaubt.

Eine Ausnahme bildet die Türkei: Dort sind bis heute nur weiße Tiere als reinrassig akzeptiert.

Türkisch Angora Charakter

Türkisch Angora neugierig (Foto: Ruth Johnston / Flickr)

Charakter der Türkisch Angora

Diese Rassekatze zeichnet sich durch ein äußerst hohes Maß an Intelligenz, Offenheit, Neugier und Aufgewecktheit aus. Sie liebt jede Art von Spielen – insbesondere, wenn man sie mit besonderen Aufgaben herausfordert, auch kleine Kunststücke sind durchaus drin. Zur Not findet sie aber auch selbst Dinge im Haushalt, die einfach zu Spielsachen umfunktioniert werden.

Außerdem ist sie sehr menschenbezogen – sie sucht die Nähe ihres Katzenbesitzers, auch wenn sie dafür Türen öffnen muss. Dabei ist sie aber nicht aufdringlich. Aber die Angorakatze weiß, wie sie ihren Menschen unbemerkt erzieht. Zudem gehören auch Schmuse-Einheiten zum Pflichtprogramm und wenn ihr die nötige Aufmerksamkeit nicht geschenkt wird, weiß sie diese einzufordern. So selbstbewusst und verschmust sie auch ist – so offen und lebensfroh ist sie aber auch. Sie fühlt sich unter mehreren Menschen wohl, kleinen Kindern verzeiht sie ungeschickte Griffe, aggressive Züge hat sie nicht. Als Familienkatze ist sie daher sehr gut geeignet.

Aber auch Artgenossen sind nicht nur willkommen, sondern fast ein Muss. Sie kann mit Einsamkeit überhaupt nicht umgehen, sollte also nicht als Einzelkatze gehalten werden. Außerdem sind auch andere Vierbeiner gern gesehen – abgesehen von Mäuschen. Ein Zuhause, das pulsiert, in dem hin und wieder Trubel herrscht ist für sie kein Problem.

Kurzum: Die Türkisch Angora braucht genügend Platz zum Spielen, Aufmerksamkeit, einen Spielgefährten und ausreichend Kuscheleinheiten. Wer ihr das geben, bekommt ihre strahlenden Augen, ihre Schmuse-Bereitschaft und dreifach so viel Liebe zurück. Ist die Angorakatze nichts für dich, findest du hier weitere Katzenrassen – vielleicht verbirgt sich dort die passende Tiger für dich.

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