Vermieter darf Haltung von Katzen nicht verbieten

Katzenhalter und die, die es werden wollen können seit heute (20.03.2013) aufatmen. Jeder Mieter, der in seiner Wohnung eine Katze halten möchte, darf das nun auch. Seit heute steht fest: Vermieter dürfen das Halten von Katzen und Hunden nicht generell verbieten.

Vermieter Katze nicht verbieten
Vermieter darf Katzen nicht verbieten

Bisher waren Hunde- und Katzenhalter stark vom Wohlwollen der Vermieter abhängig. Wenn diese die Haltung von Tieren gestatteten, hatte man Glück. Wenn dem nicht so war, musste man sich fügen oder eine andere Wohnung suchen. Heikel konnte es dann werden, wenn der Vermieter wechselte und sich damit auch die Grundlage komplett veränderte. Da konnte es passieren, dass aus einem Wohlwollen ein Verbot wurde. Bei einem Streit mit dem Vermieter musste man dann einen sehr langen Atem haben, aber aussichtsreich ist anders. Der Grund dafür war, dass es bisher kein allgemein-gültiges Gesetz gab, das Katzenhalter schützte. Das ist nun vorbei:

Entschluss des Bundesgerichtshofs

Wie der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe heute entschied, dürfen Vermieter kein Pauschalverbot über die Haltung von Katzen und Hunden erteilen. Damit werden also alle bisher in den Mietverträgen verankerte Verbote zur Haltung von Hunden und Katzen wirkungslos. Wer bisher keine Katze in seiner Wohnung halten durfte – bekommt nun endlich doch die Chance.

Argumentation: Warum Vermieter Katzen nicht verbieten dürfen

Der Bundesgerichtshof begründete die Aufhebung des Verbotes wie folgt: „Sie benachteiligt den Mieter unangemessen, weil sie ihm eine Hunde- und Katzenhaltung ausnahmslos und ohne Rücksicht auf besondere Fallgestaltungen und Interessenlagen verbietet“ (Frankfurter Rundschau). Der Bundesgerichtshof erklärte weiter, dass vielmehr die Interessen im Einzelfall beurteilt werden müssten. So sind Verbote von Hunden und Katzen dann erforderlich, wenn sie für andere Mieter einen Störfaktor darstellen.

Katzenliebhaber müssen nun also nicht mehr beim Vermieter um Erlaubnis fragen, wenn sie sich eine Katze anschaffen möchten. Der Mieter darf die Haltung von Katzen nicht mehr generell verbieten. Ich würde dir dennoch raten, um auch dein Wohlwollen zu demonstrieren: Frag deine Hausverwaltung trotzdem, beziehungsweise setze sie darüber in Kenntnis,was du vorhast und vergewissere dich, dass es für die andere Seite ok ist.

Wenn du also schon immer von einer Katze geträumt hast – aber aufgrund des Verbots deines Vermieters nicht konntest, kannst du jetzt endlich eine Katze zu dir nach Hause holen. Bedenke jedoch, dass du damit Verantwortung für ein Tier übernimmst, das auf dich angewiesen ist. Um den Start für euch beide zu erleichtern, solltest du dich gut vorbereiten. Sprich, du musst Utensilien für die Katze besorgen, Gefahren beseitigen und viele andere Vorkehrungen treffen, bevor deine Katze einzieht. Wenn du diese Dinge beachtest, wird sich dein neuer Mitbewohner sofort wohlfühlen.

3 thoughts on “Vermieter darf Haltung von Katzen nicht verbieten

  • 26. März 2013 at 12:37
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    Ich wohne ja im wunderschönen Neukölln (Berlin), und bei uns war es zum Glück so, dass der Vermieter nichts gegen Katzen hatte. Allerdings steht ausdrücklich im Mietvertrag drin, dass auch zum Beispiel Hunde unter gar keinen Umständen erlaubt sind. Wenn ich den Artikel nun richtig verstehe ist das hinfällig? (In so fern ich meine Nachbarn nicht natürlich störe) ?!

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    • 26. März 2013 at 13:15
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      Hallo Mara. Ja genau. Vermieter dürfen Hunde und Katzen nicht mehr einfach so verbieten. Jeder darf also grundsätzlich Haustiere halten. Nur wenn Nachbarn durch die Tiere gestört werden würden, könnte der Vermieter ein Verbot aussprechen.

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  • 3. April 2013 at 17:06
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    Es geht mir um die Hundehaltung in Mietwohnungen.
    Ich bin der Meinung, wenn ein beginnender Mietvertrag (Vertrag kommt von: sich „vertragen“) schon mit Verboten beginnt, bleibt für ein vertrauensvolles Verhältnis zwischen Mieter und Vermieter wenig Raum. Ich selbst bin Vermieter und wollte keinen Hund in meiner vermieteten Wohnung, meine Mieterin hat einen Labrador. Wir einigten uns schriftlich vor Mietbeginn auf die Behebung aller durch den Hund verursachten Schäden beim Auszug. Ich meine: Keine Verbote oder Gebote – sondern reden miteinander. Klappt super!

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