Warum schnurren Katzen?

Jeder kennt die Szene: Du liegst auf der Couch, deine Katze macht es sich auf dir bequem und fängt bei der ersten Berührung, sofort an zu schnurren. Aber wie und warum schnurren Katzen eigentlich? Forschungen haben ergeben, dass das Schnurren nicht nur ein Ausdruck des Wohlbehagens sei. Das Schnurren der Katzen soll ebenso eine heilende Wirkung haben.

Warum schnurren Katzen

Schnurrende Katze (Foto: Dr Stephen Dann/ Flickr)

Woher kommt das Schnurren?

Wie das Schnurren der Katzen entsteht, ist bis heute nicht vollständig geklärt. Was es so schwierig macht die Herkunft des Schnurrens zu erforschen, ist, dass Katzen unter keinen Umständen im Labor schnurren wollen.

Dennoch geht der Großteil der Forscher davon aus, dass das Schnurren im Stimmapparat der Katze gebildet wird. Dieser ist im Vergleich zum Menschen anders gebaut. Neben den eigentlichen Stimmbändern besitzen Katzen noch ein „falsches Paar“, die sogenannte Vorhof-Falte. Diese falschen Stimmbänder erzeugen durch kontinuierliche Schwingungen den uns bekannten Schnurrlaut. Konkret bedeutet das, dass beim Ein- und Ausatmen (der Mund ist dabei geschlossen) die darüber strömende Luft die Vorhof-Falte zum Schwingen bringt, der dann für ein leichtes Vibrieren des ganzen Körpers sorgt.

Früher waren auch andere Theorien in der Fachwelt verbreitet. Einige hielten das Schnurren für einen durch Turbulenzen in der großen Herzvene entstehenden Laut. Andere wiederum vermuteten, dass das Schnurren durch Resonanz des Blutstroms in den Knochenhöhlen entsteht, wenn die Katze einen Buckel macht. Daneben herrschte die Annahme, dass das Schnurren durch Reibung der Atemluft am Zungenbein erzeugt werden könne. Das Zungenbein wiederum verbindet die Zunge mit dem Schädel der Katze.
Heute jedoch ist sich die Mehrheit der Experten darüber einig, dass das Schnurren durch die Schwingungen der falschen Stimmbänder gebildet wird.

Warum schnurren Katzen angeboren

Schnurren ist angeboren (Foto: AZAdam/ Flickr)

Schnurren: ein angeborenes Kommunikationsmittel

Das Schnurren ist für Katzen in erster Linie ein Kommunikationsmittel, das angeboren ist. Nicht selten bringen Katzenmütter ihren Nachwuchs unter starkem Schnurren zur Welt. Auch neugeborene Kätzchen schnurren schon wenige Tage nach der Geburt, während sie an der Mutter saugen, um zu signalisieren, dass alles in Ordnung ist. Die Mutter gibt das Schnurren ihrerseits dann zurück, um ihren Kätzchen Geborgenheit und ein Gefühl der Sicherheit zu vermitteln.

Wann schnurren Katzen in der Regel?

Katzen schnurren in den verschiedensten Situationen. Zudem verändert sich die Bedeutung des Schnurrens bei älteren Katzen. Gemeinhin bekundet eine Katze mit dem Schnurren aber Zufriedenheit, Geborgenheit und Vertrauen. Dieser Ausdruck des Wohlbefindens ist wohl jedem Katzenbesitzer bekannt.

Katzen schnurren aber auch, um den Gegenüber freundlich zu stimmen. Das kann man vor allem bei dominanten Katzen beobachten, die sich so rangniederen Artgenossen friedlich oder in spielerischer Absicht nähern. Damit ist das Schnurren also auch ein Mittel, um seiner Umwelt sein Wohlwollen zu vermitteln und das Vertrauen anderer Katzen gewinnen.

In bedrohlichen Situationen zeigt sich das Schnurren hingegen als ein Zeichen von Angst und Unsicherheit. Das sogenannte „Angstschnurren“ tritt beispielsweise beim Tierarzt auf. Auch verletzte oder sehr kranke Katzen schnurren. Darüber hinaus schnurren Katzen wie schon erwähnt, wenn sie Junge werfen oder viele sogar kurz vor ihrem Tod. Dies kann ein Zeichen von Angst oder Euphorie – wie diese auch beim Menschen beim Sterben beobachtet werden kann – sein. Denkbar ist aber auch, dass sich die Katze mit dem Schnurren entspannt und versucht, zu beruhigen.
Fest steht aber, dass Katzen in vielen verschiedenen Situationen schnurren, die nicht immer unbedingt in die Kategorie Zufriedenheit fallen.

Warum schurren Katzen Gründe

Warum schurren Katzen (Foto: yellowcloud/ Flickr)

Schnurren als Heilungsmittel

Neuere Forschungen der Freien Universität Berlin ergaben, dass Schnurren eine Art Heilmittel ist. So können Katzen auf diese Weise die Heilung von Knochenbrüchen beschleunigen. Um die Ursachen dafür zu ermitteln, untersucht Prof. Dr. Leo Brunnberg von der Klinik und Poliklinik der Freien Universität Berlin die Morphologie von Katzenknochen – also wie sie geschaffen und aus welchen Strukturen und Formen sie zusammengesetzt sind. Er hat herausgefunden, dass das Schnurren der Katzen die Muskulatur anregt. Diese wiederum steht in engem Zusammenhang mit den Knochen, da sich Knochen an die Muskulatur anpassen. Hierdurch erhalten poröse Knochen mehr Stabilität und Dichte. Gebrochene Knochen wiederum heilen schneller. Wie die Wissenschaftler des „Fauna Communications Research Institute“ in North Carolina herausfanden, liegt die Schnurr-Frequenz zwischen 27 und 44 Hertz. Prof. Dr. Leo Brunnberg arbeitet daran, diese Frequenz nachzuahmen, um die Heilung von Knochenbrüchen auch bei Menschen zu verbessern. Bei Erfolg könnten in naher Zukunft Patienten mit Osteoporose (Knochenschwund), Astronauten oder auch Sportler von der Schnurr-Frequenz profitieren.

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *