Wie scheue Katzen mutiger werden

Jeder, der schon einmal ein Kätzchen zu sich nach Hause geholt hat, kennt das: Beim Züchter war sie noch ganz zutraulich und kaum im neuen Zuhause, verkriecht sie sich im nächstbesten Versteck und verharrt dort erst einmal. Woher kommt diese plötzliche Angst und wie kann ich scheuen Katzen diese Angst nehmen?

Wie scheue Katzen mutiger werden
Tipps, wie scheue Katzen mutiger werden

Du bist beim Züchter und suchst dir ein Kätzchen aus. Natürlich entscheidest du dich – wie die meisten – für das Kätzchen, das sofort um deine Beine herumtänzelt, das sich streicheln und auf den Arm nehmen lässt. Klar, du denkst, da ist sofort eine Verbindung zwischen euch beiden. Doch dann kommst du mit dem kleinen Kätzchen nach Hause und dann das: Sie ist wie ausgewechselt. Die Katze ist scheu, verkriecht sich sofort unter dem Sofa oder Bett und will nichts von dir wissen. Kein Grund zur Sorge – das ist ganz normal.

Woher kommt die Scheu und Angst bei Katzen?

Katzen sind Gewohnheitstiere. Das heißt, wenn sie aus ihrer gewohnten Umgebung rausgerissen werden, ist das wie ein kleiner Schock. Plötzlich werden sie mit neuen Gerüchen, ungewöhnlichen Geräuschen und vielleicht auch fremden Lebewesen konfrontiert. Da kann es dann schon mal vorkommen, dass die Katze vor der Spülmaschine, dem Fön oder vor zweibeinigen und vierbeinigen Mitbewohnern flüchtet. Für sie ist das ein Schutzmechanismus und Überlebensinstinkt. Es liegt also in ihrer Natur, Neuem mit Misstrauen zu begegnen. Bevor sie sich auf etwas Neues einlassen, müssen sie erst in Ruhe abchecken, ob auch keine Gefahr besteht. Daher ist das scheue Verhalten der Katze bei einem Umgebungswechsel völlig normal.

Es gibt darüber hinaus aber auch andere Situationen, in denen eine Katze plötzlich mit Angst und Vorsicht reagiert. Beispielsweise kommt es vor, dass bisher zutrauliche Katzen, ihren Besitzer als Fremdling behandeln. Wenn du das erlebt hast, solltest du dich fragen, was du anders gemacht hast. So reagieren Katzen unter anderem auf neue Gerüche so befremdlich. Wenn du also ein neues Parfüm, Duschbad oder eine andere Handcreme verwendet hast, kann das mal vorkommen.

scheue Katzen verstecken
Scheue Katzen verstecken sich häufig und sind schreckhaft

Scheue Katzen und nicht scheue Katzen

Wie bei uns Menschen werden auch Katzen durch ihre ersten Erfahrungen für ihr Leben geprägt. Bei Katzen ist vor allem die Zeit von der zweiten bis zur siebten Woche entscheidend, so Elke Deininger von der Akademie für Tierschutz in Neubiberg gegenüber der dpa. Während dieser Wochen entscheide sich laut Deininger, wie das Verhalten der Katze gegenüber Menschen sein wird. Wenn sie also in der Zeit positive Erfahrungen gemacht hat, von Menschen gestreichelt und lieb umsorgt wurde, dann wird sie auch offen gegenüber Menschen sein. Hat sie jedoch keine Erfahrungen mit Menschen machen können, wird sie sich zukünftig eher scheu gegenüber Menschen verhalten. Das ist vor allem bei wilden Katzen, die draußen leben, der Fall.

Aber auch das Verhalten der Katzenmutter spielt eine bedeutende Rolle. Die Tierpsychologin Gabriele Zuske sagte der dpa: „Katzen lernen von ihren Müttern, was gut für sie ist und was nicht. Wenn schon die Mutter sehr scheu ist, werden es bestimmt auch die Kleinen sein.“ Zudem geht Zuske davon aus, dass es aufgrund der genetischen Veranlagung zwei Arten von Katzen gibt: „Die, die sich trauen und die, die sich nicht trauen.“

Scheue Katzen eingewöhnen

Wenn der Tag gekommen ist und deine Samtpfote bei dir einzieht, musst du einige Dinge beachten, damit sich deine Katze eingewöhnen kann. Das Allerwichtigste ist, dass du ihr genügend Raum, Ruhe und Zeit für die Eingewöhnung lässt. Versuche deine Katze nicht zu bedrängen, sondern lass sie die erste Zeit allein das Tempo bestimmen. Sie zeigt dir dann schon, wann sie soweit ist. Und bis es soweit ist, sollte sie auch Rückzugsmöglichkeiten haben. Der Platz unter dem Sofa ist dafür beispielsweise ideal.

Damit du sie nicht verschreckst, ist ganz wichtig, dass du sie nicht anstarrst. Denn der direkte Blickkontakt wird von Katzen als Zeichen des Angriffs gewertet. Das heißt, sie könnten sich sehr schnell in die Enge getrieben fühlen. Blinzle deiner Katze lieber hin und wieder zu, das wird ihr Mut machen und ihr Vertrauen stärken, denn bei Tieren gilt das allgemein als Beschwichtigungssignal. Bis sich deine Katze eingewöhnen wird, kann das schon ein paar Tage dauern. Wie lange genau, kommt in erster Linie darauf an, welcher Typ Katze sie ist – scheu oder forsch – und wie einfach du ihr die Eingewöhnung machst. In der Regel dauert es aber nicht viel länger als eine Woche, bis sich deine Katze bei dir eingewöhnt hat.

Weitere interessante und ausführlichere Tipps zum Thema Eingewöhnen habe ich in dem Artikel „Katze eingewöhnen – Die ersten Tage im neuen Zuhause“ aufgeführt.

 

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