Zecken bei Katzen: Vorbeugen und richtig entfernen

Bereits jede 4. Zecke trägt Krankheitserreger in sich, daher ist das Thema Zecken bei Katzen nicht zu unterschätzen. Erfahre, wann die Parasiten zur Gefahr werden, wie du Zecken vorbeugen und sie im Ernstfall richtig entfernen kannst.

Zecken bei Katzen
Was du über Zecken bei Katzen wissen musst

Zecken bei Katzen: Wann & wo ist Zecken-Zeit?

Zecken sind nicht nur – wie allgemein angenommen –  im Sommer aktiv. Die Zeckensaison beginnt bereits im Frühjahr und zieht sich bis in den Herbst hinein. Ab Temperaturen um 10° Celsius erwachen die Parasiten aus ihrer Winterstarre und gehen auf Beutejagd. Gefördert wird die Vermehrung von Zecken zudem durch hohe Luftfeuchtigkeit.

Zecken kommen meist in Laub- und Mischwäldern vor. Sie lauern aber auch in weniger unwegsamen Terrains wie hohem Gras, Parks und Gärten. Sicher ist deine Katze nur in Höhen über 1.200 Meter über dem Meeresspiegel – dort kommen die kleinen Krabbeltiere nicht vor.

Da der Winter in diesem Jahr nicht besonders kalt war und die Temperaturen bereits im Februar / März frühlingshaft mild waren, hat in diesem Jahr die Zeckensaison noch früher begonnen. In niedrigen Regionen wie Ost-, Nord- und Mitteldeutschland sowie im Rheintal konnte bereits Anfang März eine mittelhohe Zeckenaktivität festgestellt werden. Jetzt – Ende April (2014) – zeigt die Prognosekarte fast flächendeckend Werte im hohen bis sehr hohen Bereich. Weitere Infos zur Zeckenaktivität in Deutschland findest du hier.

Zecken bei Katzen aussehen
Jede 4. Zecke trägt Krankheitserreger mit sich herum

Wie gefährlich sind Zecken für Katzen?

Wie gefährlich eine Zecke wirklich für deine Katze werden kann, ist stark davon abhängig, ob sie Trägerin eines Krankheitserregers ist. Schätzungsweise trägt mittlerweile ein Viertel aller Zecken eine Krankheit in sich – häufig übertragen sie Borreliose, Babesiose oder FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis). Hat sich die Zecke am Körper einer Katze festgebissen, injiziert sie beim Saugen ihrem “Opfer” über ihren Speichel die gesundheitsschädlichen Bakterien.

Der Bundesverband für Tiergesundheit e.V. (BfT) spricht zwar davon, dass Katzen weitaus seltener mit Krankheiten infiziert werden als beispielsweise Hunde. Die Gründe dafür sind jedoch nicht eindeutig geklärt. Man geht davon aus, dass die intensive Fellpflege bei Katzen dafür sorgt, dass sich Zecken nicht lange genug am “Opfer” halten können, um sich festzubeißen. Dennoch sollte man lieber nichts dem Zufall überlassen und versuchen, Zecken bei Katzen vorzubeugen. Nicht zuletzt, weil eine Katze Zecken in die Wohnung schleppen kann und diese dann uns befallen können.

Borreliose

Eine Krankheit, die durch Zecken vielfach übertragen wird, ist Borreliose. In erster Linie wird Borreliose in Deutschland durch den gemeinen Holzbock (Ixodes ricinus) verbreitet – auch bekannt unter dem Namen braune Hundezecke. Der Name ist jedoch etwas irreführend, da der Holzbock in gleichem Maße Katzen befällt.

Borreliose ist eine Bakterien-Infektion, bei der sich die Bakterien nach dem Zeckenbiss über den Blutkreislauf im ganzen Körper verteilen. Dabei besteht die Gefahr, dass die Borrelia-Bakterien das Nervensystem, Gelenke und sämtliche Organe angreifen. Neuesten Erkenntnissen zufolge, sollen Katzen offenbar nicht an Borreliose erkranken. Zumindest zeigen sie keine dieser Symptome. Dennoch möchte ich noch einmal zur Prophylaxe raten, da Zecken über die Katze in die Wohnung gelangen und schließlich uns infizieren können.

Wie kannst du Zecken bei Katzen vorbeugen

Regelmäßige Kontrolle

Eine Empfehlung zum Vorbeugen von Zecken bei Katzen, die im Übrigen auch von der Bundestierärztekammer kommt, ist die konsequente Kontrolle deiner Katze nach jedem Freigang. Das klingt im ersten Moment vielleicht übertrieben und aufwendig. Aber letztlich sind so die Chancen am größten, die Zecke zu entfernen bevor sie gebissen hat. Zecken suchen an ihren “Opfern” nämlich in der Regel erst eine Weile nach einem geeigneten Ort. Mit der regelmäßigen Kontrolle kann man ihnen also einfach zuvorkommen.

Zecken bei Katzen Kontrolle
Nach jedem Streifzug durchs Grüne, sollte man Katzen nach Zecken untersuchen

Spot-on-Präparate gegen Zecken

Um deine Katze vor Zecken zu schützen, gibt es sogenannte Spot-on-Präparate. Diese werden in den Nacken der Katze geträufelt und verteilen sich von dort aus auf der ganzen Haut. Die Spot-on-Präparate haben zwei ganz entscheidende Vorteile zu Katzenhalsbändern. Erstens: Es lässt sich super leicht anwenden. Die Katze merkt es kaum und kann es auch nicht abschlecken. Zweitens: Ein Katzenhalsband birgt im Vergleich zu Spot-on-Präparaten auch immer ein gewisses Risiko. Katzen können beim Freigang mit dem Band irgendwo hängenbleiben oder sie reißen es sich vom Kopf – und dann ist der Schutz vor Zecken dahin.

Diese Spot-on-Präparate erhältst du beim Tierarzt, in der Apotheke oder auch im Handel. Achte bitte darauf, dass du kein Mittel mit dem Wirkstoff „Permethrin“ kaufst. Hunde vertragen das super, aber für Katzen ist es giftig (Was für Katzen noch giftig ist  – erfährst du hier).

Zecken bei Katzen richtig entfernen

Wenn du bei der Kontrolle deiner Samtpfote eine Zecke entdeckst, solltest du diese umgehend entfernen. Aber nutze dafür unbedingt das richtige Werkzeug – bitte nicht mit bloßen Fingern oder Fingernägeln hantieren.

Am besten lassen sich Zecken bei Katzen mit einer Pinzette oder Zeckenzange entfernen. An der Stelle, wo die Zecke sitzt, legst du zunächst das Fell auseinander. Dann ist es wichtig, dass du die Zecke so dicht wie möglich am Körper deiner Katze mit der Pinzette oder der Zeckenzange zu greifen bekommst. Wenn du das Werkzeug zwischen Haut und Kopf der Zecke positioniert hast, ziehst du sie vorsichtig, aber bestimmt und vor allem gerade heraus.

Wenn du dir nicht zutraust, die Zecke selbst herauszuziehen, dann suche umgehend den Tierarzt auf. Er demonstriert dir sicher gern, wie das Entfernen richtig funktioniert.

Tipp: Solltest du irgendwelche Veränderungen (z.B. Rötungen) an der Haut rings um den Zeckenbiss erkennen, solltest du ohnehin mit deiner Katze zum Tierarzt gehen.

No-Gos beim Entfernen von Zecken

Beim Entfernen von Zecken bei Katzen gibt es einige Dinge, die du unbedingt vermeiden solltest. Beim Herausziehen solltest du die Zecke nicht quetschen, damit würdest du den Speichel der Zecke, der womöglich Krankheitserreger in sich birgt, in die Wunde pumpen.

Ein weiteres No-Go beim Entfernen von Zecken ist die Verwendung von Klebstoffen, Ölen, Nagellacken oder ätherische Ölen. Mit diesen Mitteln kannst du bei Zecken nichts ausrichten. Grund dafür ist, dass sie nicht auf Gerüche reagieren, sondern nur auf Körperwärme. Hinzu kommt, dass die Stoffe wie ätherische Öle für Katzen giftig sind. Das heißt, wenn du diese Flüssigkeiten auf die Zecke träufelst, gibt sie diese über ihren Speichel an die Katze ab, was äußerst gefährlich für deine Samtpfote ist.

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