Abessinier – das temperamentvolle „bunny cat“

Einzigartig an der Abessinier ist ihr Fellzeichnung. Ob sie tatsächlich aus Abessinien kommt & welchen Partner sie braucht – kannst du hier erfahren.

Abessinier
Die Herkunft der Abessinier war lange umstritten

Geschichte & Herkunft der Abessinier

Die Abessinierkatze taucht in vielen Zeichnungen und Abbildungen im Alten Ägypten auf. Dort wurde sie, wie man den Darstellungen entnehmen kann, sehr verehrt, wie auch die Ägyptische Mau. Lange Zeit ging man davon aus, dass sie aus dem damaligen Kaiserreich Abessinien (das entspricht dem heutigen Äthiopien und Eritrea) stamme – so erklärt sich auch die Namensgebung. Wissenschaftliche Befunde aus dem südostasiatischen Raum konnten diese Annahme jedoch widerlegen. So weist die Wildkatze im dortigen Dschungel dasselbe Tabby-Mutatons-Gen auf, wie die Abessinier. Das bedeutet, eine Verwandtschaft mit der asiatischen Wildkatze gilt damit als belegt. Eine Verbindung zu den ägyptischen Tempelkatzen gibt es demnach nicht, auch wenn sie rein Äußerlich große Ähnlichkeit aufweisen.

Im 19. Jahrhundert gelangte sie dann schließlich nach Europa, genau genommen nach Großbritannien. Es gibt Aufzeichnungen darüber, dass sie im Zuge eines Krieges durch eine englische Kapitänsfrau aus Abessinien mitgebracht wurde. Das war 1868 und der Name der Katze lautete „Zula“. Dass sie in Abessinien nicht ihren Ursprung hat, ist geklärt – wie sie dahin kam, liegt allerdings noch im Dunklen. Man vermutet, sie kam durch Seefahrer aus Südostasien nach Afrika.

Die gezielte Zucht dieser Rasse begann demnach in Großbritannien. Die Zeit war optimal, weil dort die Katzenzucht gerade im Kommen war und zu einem richtigen Trend avancierte. In einem Katzenbuch tauchte die Abessinier erstmals 1874 auf und bereits acht Jahre später (1882) wurde sie in England als Rasse anerkannt. Anfang des 20. Jahrhunderts gelangte sie dann in die USA, wo ihre Zucht fortgeführt wurde. Hierzulande tauchte sie in den 30er Jahren auf, wo sie 1933 ebenfalls als Rasse offiziell anerkannt wurde. Wie bei vielen anderen Rassenkatzen auch ging ihr Zuchtbestand während es Zweiten Weltkriegs gefährlich zurück. Glücklicherweise hatte er sich nach Kriegsende aber wieder relativ schnell erholt.

Sie gehört wie die Main Coon und Perserkatze zu den ältesten Rassekatzen, ist aber bei weitem nicht so verbreitet.

Abessinier Aussehen
Durch das Ticking schimmert das Fell einzigartig

Aussehen der Abessinierkatze

Aufgrund der harmonischen Symbiose ihres besonderen Fells und schlanken, athletischen Körperbaus wird die Abessinier häufig als „kleine Schwester“ des Pumas angesehen.
Der Vergleich ist in jedem Fall gerechtfertigt und das Attribut „klein“ trifft auch zu, so zählt sie zu den mittelgroßen Katzenrassen. Weibliche Katzen bringen gerade mal 3,5-4 kg auf die Waage, Kater erreichen in der Regel 4-5 kg. Ihre Schulterhöhe liegt bei ungefähr 40 cm und ihr Körper ist ca. 60 cm lang.

Ihr muskulöser Körper, der sehr elegant und geschmeidig daherkommt, steht auf relativ hohen, sehnig-schlanken Beinen. Die Pfoten hingegen sind recht klein und rund, der Schwanz ist wiederum kräftig und lang. Ihr Kopf, der auf einem schlanken Hals sitzt, ist keilförmig. Er wirkt durch die weichen Konturen aber alles andere als kantig. Sowohl Augen als auch Ohren der Rassekatze sind groß und stehen recht weit auseinander. Die mandelförmigen Augen können die Farben Grün, Braun und Bernstein besitzen ,wobei Letztgenanntes am häufigsten vorkommt. Die Ohren sind im Ansatz relativ breit und häufig an den Spitzen mit kleinen Pinseln verziert.

„Ticking“ – einzigartige Fellzeichnung

Das kurze Fell der Abessinierkatze ist wunderschön seidig glänzend. Es liegt eng am Körper an und ist sehr dicht. Das Besondere ist aber weniger die Struktur, als vielmehr die einzigartige Fellzeichnung, die als rassetypisch angesehen werden kann. So besitzt jedes einzelne Haar eine zwei- bis dreifache Bänderung, die als „Ticking“ bezeichnet wird. Das bedeutet, das Haar hat eine Grundfarbe und dann meist zwei, manchmal auch drei Ringe, die von der Grundfarbe abweichen, wodurch dieser Schimmer entsteht. Genau diese Fellzeichnung findet man ebenfalls bei Wildkaninchen und ist auch unter dem Namen „Agouti-Effekt“ bekannt. Daher kommt im Übrigen auch der Spitzname „bunny cat“.

Charakter und Wesen

Vom Wesen her lässt sich die Abessinier als eine sehr aktive, temperamentvolle, neugierige und gleichzeitig sehr gesellige Katze beschreiben. Außerdem gilt sie als unkompliziert und äußerst stressresistent. Das heißt, sie liebt Action und fühlt sich in einem quirligen Zuhause, wo immer was los ist und immer jemand da ist, super wohl. Da sie auch gut mit Kindern kann, sind Familien demnach sehr gut geeignet.

Sie mag also viele Menschen in ihrem alltäglichen Umfeld, allerdings reicht das der Abessinierkatze immer noch nicht. Sie braucht in jedem Fall noch mindestens einen Artgenossen, denn Langweile ist für die Rasse wirklich schlimm. In einer Gruppe mit anderen Katzen nimmt sie meist die Position des Alpha-Tiers ein. Mit Hunden kommt sie auch klar, wenn man sie langsam zusammenführt und aneinander gewöhnt bzw. wenn sie mit Hunden groß geworden ist.

Da sie so voller Tatendrang ist, sollte sie ausreichend Platz sowie genügend Spiel- und Klettermöglichkeiten haben. Sie mag es zudem auch, wenn sie intellektuell gefordert wird. So kann man ihr verschiedene Befehle und Tricks beibringen, die sie recht schnell umsetzt.

Abessinier Wesen
Lass dich nicht täuschen – die Abessinierkatze ist äußerst aktiv

Sie geht im Übrigen auch eine enge Bindung zu ihren Haltern ein. Gern läuft sie ihnen den ganzen Tag hinterher, interessiert sich für alles, was sie tun. Manchmal scheint es so, als würde sie ihre Menschen sehr eindringlich beobachten und ihr Verhalten studieren. Ist Frauchen beispielsweise mal nicht so gut drauf, gibt sich die Abessinierkatze alle Mühe, das zu ändern und sie aufzumuntern. Eine weitere Eigenheit der Rasse ist ihre leise zarte Stimme, die sie recht selten gebraucht.

Gesundheit

Im Großen und Ganzen handelt es sich bei der Abessinier um eine robuste Rassekatze, über die keine Anfälligkeiten bekannt sind. Allerdings gibt es ein paar Erbkrankheiten, die vorkommen können.

  • Pyruvatkinase-Mangel (PK): Es handelt sich um eine erbliche Störung, die zur Blutarmut führt. Es herrscht ein Mangel am Pyruvatkinase-Enzym, das sonst für Stabilität in den roten Blutkörperchen sorgt. So entsteht die Anämie, die nicht heilbar ist. Es können sowohl Jungtiere als auch alte Katzen daran erkranken. Zudem ist die Symptomatik sehr unterschiedlich. Möglich sind Schwäche, blasses Zahnfleisch, Lethargie, Gewichtsverlust und Gelbsucht. Ein DNA-Test kann feststellen, ob eine Katze den Defekt in sich trägt.
  • Progressive Retinaatrophie (PRA): Die erbliche Augenerkrankung ist auch unter dem Namen „Netzhautschwund“ bekannt und sonst häufiger bei Hunden anzutreffen. Hierbei stirbt die Netzhaut fortschreitend, so dass die Abessinier erblindet. Heilungsmittel gibt es ebenfalls nicht. Die Krankheit lässt sich via DNA-Test feststellen.
  • Patellaluxation (PL): Hinter dem Namen verbirgt sich eine Deformation des Kniegelenks bzw. der Kniescheibe. Diese Erkrankung führt zu dauerhaften oder temporären Kniescheibenverrenkungen. Erkennbar ist das unter anderem, wenn die Katze ihr Bein an den Körper heranzieht oder aber gerade wegstreckt und Bodenkontakt vermeidet. Leider ist die Krankheit erst bei erwachsenen Katzen nachweisbar.

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