Allergiker Katzen: Gibt es Katzen für Allergiker?

Sind Allergiker Katzen die Lösung für Katzenallergiegeplagte? Gibt es solche Rassen überhaupt? Hier nachlesen, ob es Katzen für Allergiker gibt, warum sie sich eignen und welche das sind!

Allergiker Katzen
Allergiker Katzen: Märchen oder gibt es die wirklich?

Allergiker Katzen: Allheilmittel bei Katzenallergie?

Der Traum von einem eigenen Schmusetiger – für Menschen mit einer Katzenallergie wird dies wohl immer ein Traum bleiben. Oder etwa doch nicht? Müssen Katzenfans, wenn sie selbst oder ein Familienmitglied Allergiker sind, wirklich komplett auf die Gesellschaft einer Katze verzichten? Scheinbar wollen sich viele damit nicht abfinden. So ist die Nachfrage nach Allergiker Katzen in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Man geht davon aus, dass rund jeder zehnte Deutsche eine Allergiebereitschaft für Tierhaare hat. Wie viele davon tatsächlich unter Beschwerden leiden, sagt diese Zahl jedoch nicht aus. Wissenschaftliche Erhebungen sind nicht so einfach, daher fehlt es bislang an konkreten Zahlen. Klar ist aber, dass Katze und Hund die häufigsten Allergieauslöser sind. Ich vermute, dass deshalb das Interesse an Katzen für Allergiker so groß.

Symptome bei Katzenallergie

Kommt es zu Beschwerden durch Tierallergene, kann die Lebensqualität Betroffener stark beeinträchtigt werden. Wer eine Disposition entwickelt hat, leidet in der Regel unter einem oder mehreren der folgenden Symptome:

  • Hautausschlag, Juckreiz, Quaddeln oder Ekzeme
  • Tränende, juckende Augen sowie geschwollene Augenlider
  • Häufiges Niesen und Schnupfen
  • Atemprobleme: Kann langfristig zu allergischem Asthma führen

Auslöser der Katzenallergie

Auch wenn umgangssprachlich von einer Katzenhaarallergie die Rede ist, so sind es dennoch nicht die Haare, die für tränende Augen und Niesanfälle verantwortlich sind – zumindest nicht direkt. Das Hauptallergen der Katze ist ein Protein, das die Bezeichnung Fel d 1 trägt. Abgeleitet wurde der Name von „Felis domesticus“ (Hauskatze). Das Allergen wurde 1991 entdeckt. Gebildet wird es hauptsächlich in den Talgdrüsen, aber auch in den Speichel- und Analdrüsen der Katze. Die Talgdrüsen liegen unter den Haaren. Durch die intensive Fellpflege unserer Miezen werden die Allergene fleißig auf dem Fell einmassiert. Hautschuppen und Haare, die sie dann verliert, verteilen somit Fel d 1 in der ganzen Wohnung. Da die Allergene zudem schwebfähig und zugleich leicht klebrig sind, blieben sie auch an Möbeln, Sofas, Teppichen, Stoffen usw. haften. Dort können sie sich sogar über viele Jahre halten.

Das Zentrum Allergie & Umwelt der TU München unter der Leitung von Prof. Dr. Jeroen Buters hat herausgefunden, dass 80-90 Prozent aller Katzenallergiker genau auf dieses Allergen reagieren. Andere Minorallergene lösen bei uns Menschen nur sehr selten Reaktionen aus.

Hypoallergene Katzen – Katzen für Allergiker?

Allergiker Katzen müssten also theoretisch deutlich weniger oder gar keine Allergene aufweisen. Man spricht in diesem Fall auch von Katzen, die hypoallergen, also weniger allergieerzeugend, sind.

Und tatsächlich gibt es Vermutungen, vielleicht auch Erfahrungen, dass es bestimmte Katzenrassen gibt, die diese Prämisse erfüllen. Bevor ich näher auf diese Rassen eingehe, möchte ich jedoch betonen, dass bisher keine wissenschaftlichen Belege für sogenannte Allergiker Katzen existieren.

Prof. Dr. Jeroen Buters vom Zentrum Allergie & Umwelt der Technischen Universität München sowie das Helmholtz Zentrum München haben sich intensiv mit dem Thema Katzen für Allergiker auseinandergesetzt. Sie konnten bisher keine Unterschiede zwischen den Rassen feststellen, was die Menge der Allergen-Produktion betrifft. Vielmehr gehen die Wissenschaftler davon aus, dass es sich um individuelle Unterschiede handelt, die auch innerhalb einer Rasse extrem auseinanderklaffen können. So kann es sein, dass eine Katze einer Rasse 100 Mal mehr Allergene produziert als ein anderes Tier der gleichen Rasse.

Allergiker Katzen weiblich
Weibliche Katzen sind für Allergiker besser als Kater sind

Katzen für Allergiker besser geeignet als Kater

Was die Forscher unter der Leitung von Prof. Dr. Jeroen Buters allerdings feststellen konnten, ist, dass es signifikante Differenzen zwischen Katzen und Katern gibt. Katzen produzieren deutlich weniger Allergene als Kater. Zudem haben sie herausgefunden, dass sich die Allergenfreisetzung bei kastrierten Katern um die Hälfte verringert. Hingegen hat die Kastration bei Katzen keine Auswirkung auf die Allergene. Damit wird deutlich, dass weibliche Katzen für Allergiker auf jeden Fall besser geeignet sind – oder aber kastrierte Kater.

Welche Rassen sind Allergiker Katzen?

Auch wenn es an wissenschaftlichen Belegen fehlt, gibt es wohl schon eine Vielzahl an guten Erfahrungen mit bestimmten Katzenrassen, die daher immer wieder als Allergiker Katzen bezeichnet werden. Folgende Rassen sollen angeblich allergikerfreundlich sein:

Allergiker Katzen sibirische Waldkatze
Der Sibirischen Waldkatze wird nachgesagt, sie sei allergikerfreundlich
  • Rex-Katzen: Dexon Rex, Cornish Rex, Selkirk Rex, German Rex: Die Rex-Katzen haben kaum bis gar kein Deckhaar, sondern nur flauschige Unterwolle. Charakteristisch ist, dass sie kaum haaren. Womöglich kommen so die guten Erfahrungen bei Allergikern zustande.
  • Sibirische Waldkatze
  • Balinese, Javanese und Orientalisch Kurzhaar: Das Fell der Katzenrassen ist sehr kurz und enganliegend. Auch sie haben den Vorteil, dass sie kaum haaren.
  • Sphynx: Die Nacktkatze besitzt nur einen ganz leichten Flaum. Bei ihr verteilen sich also auch keine Haare in der Wohnung.
  • Allerca: Diese Rasse soll angeblich gar keine Allergene produzieren. Sie wird eigens als Allergiker Katze seit 2006 in den USA gezüchtet. Allerdings hat sie einen stolzen Preis. Für den Kauf kann man rund 3.500 Euro einrechnen.

In manchen Quellen fielen auch die Namen dieser Rassen: Ragdoll, Norwegische Waldkatze, Neva Masquerade, Perser, BKH und Bengal Katze.

WICHTIG: Kontakt zur Katze testen

Du solltest dir bewusst sein, dass es auch bei diesen sogenannten Allergiker Katzen keine Garantie gibt. Wie weiter oben beschrieben, konnten bisher keine Unterschiede zwischen den Rassen und ihrer Allergenproduktion wissenschaftlich bewiesen werden. Es kann also durchaus sein, dass auch eine Rex-Katze oder Sibirische Waldkatze bei dir allergische Reaktionen hervorruft! Daher finde ich es unglaublich wichtig, dass du vor dem Kauf auf jeden Fall Zeit mit der Katze beim Züchter bzw. im Tierheim verbringst und schaust was passiert. Suche die Nähe zu deinem potentiellen neuen Mitbewohner – spiele, schmuse und beobachte, was mit deinem Körper passiert. Und vor allem: Sei ehrlich zu dir selbst!!! Stellst du irgendwelche allergischen Reaktionen fest, würde ich vom Kauf abraten. Es bringt keinem etwas, wenn du die Katze nach ein paar Wochen oder Monaten aus gesundheitlichen Gründen wieder abgeben musst. Das wäre für dich genauso traurig, wie für den kleinen Stubentiger.

Tipps für Allergiker mit Katzen

Sollte sich eine Katze für Allergiker gefunden haben – sprich, der Betroffene zeigt keine allergischen Reaktionen in Gegenwart der Katze – sollte man trotzdem versuchen, die Belastung durch Allergene so gering wie möglich zu halten. Das heißt im Klartext: Putzen, putzen, putzen 🙂

Allergiker Katzen tipps
Das A und O für Allergiker ist Sauberkeit

Du solltest also besonders viel Wert auf Sauberkeit legen. Auch wenn es kein Allheilmittel ist, aber je weniger Haar herumfliegen, umso besser. Folgende Tipps können Allergiker, die Katzen halten, unterstützen:

  • Häufiges Saugen: Nicht nur den Boden, sondern auch alle Textilien gründlich absaugen.
  • Glatte Böden vorziehen, auf Teppich verzichten. Zum einen macht das die Reinigung einfacher und zum anderen halten sich Haare und Hautschuppen auf glatten Böden nicht so hartnäckig.
  • Allergiker Staubsauger mit HEPA Filter (HEPA = High Efficiency Particulate Air filter)
  • Allergen-undurchlässige Bettwäsche und Bettwäsche einmal in der Woche waschen
  • Schlafzimmer zur Tabu-Zone für Katzen erklären: Es ist keine einfache Lösung, aber manchmal doch recht effektiv. Der Raum wird zwar nie vollkommen allergenfrei, da man durch getragene Kleidung usw. doch welche hineinschleppt. Aber die Belastung wird dennoch deutlich reduziert.
  • Möbel mit glatten Oberflächen wie Leder / Kunstleder Möbeln mit Stoffbezug vorziehen.
  • Luftreiniger können die Belastung durch Allergene ebenfalls mindern

 

Ein Gedanke zu „Allergiker Katzen: Gibt es Katzen für Allergiker?

  • 13. Oktober 2017 um 13:59
    Permalink

    Hi Maria,

    es gibt ja auch spezielle Luftreiniger, die die Luft nicht nur reinigen, sondern im wahrsten Sinne des Wortes „waschen“. Sie können sogar noch besser wirken als gewöhnliche Luftreiniger und die Auswirkungen von Allergien gering halten. Wir haben hier einiges dazu gesammelt https://top-luftreiniger.de/luftwaescher-wasser/

    Ein schönes Wochenende!

    LG Max

    Antworten

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