Bindungstyp: Katzen sind wie kleine Kinder

Katzen sind eigensinnig, selbstbestimmt, unabhängig und gehen keine echten Bindungen zu uns Menschen ein – noch immer ist diese Meinung über unsere vierbeinigen Freunde weit verbreitet. Das dies jedoch nur die halbe Wahrheit ist, wissen Katzenliebhaber und -besitzer längst. Nun belegt dies auch eine aktuelle Studie aus den USA.

Katzen gehen Bindungen mit Menschen ein, die vergleichbar mit Kindern sind (Quelle: Pexels/pixabay.com)

Forscher der Oregon State University in Corvallis haben mit 79 Katzen im Alter zwischen drei und acht Monaten Untersuchungen nach dem klassischen Aufbau von Eltern-Kind-Studien durchgeführt. Hierbei wurden Besitzer mit ihren Katzen in einen Raum geführt. Zunächst waren sie darin zwei Minuten zusammen. Dann sollten die Besitzer den Raum verlassen und die Katzen wurden für zwei Minuten allein gelassen. Anschließend kamen die Besitzer zurück und es erfolgte ein zweiminütiges Wiedersehen.

Auch wenn das Verhalten der Katzen recht unterschiedlich war, konnten die Forscher Parallelen zu Menschen ziehen. So verhielten sich 70 der 79 Katzen nach einem mit den Menschen vergleichbaren Muster.

Die Wissenschaftler konnten diese vier verschiedene Bindungstypen ausmachen:

Sichere Bindung

Bei den Katzen dieses Bindungstyps ließ der Stress beiM Wiedersehen mit den Besitzern nach. Sie suchten zunächst die Nähe zu dem ihnen vertrauten Menschen und bewegten sich dann wieder recht entspannt in dem Raum. Bei diesem Bindungstyp war ein ausgewogenes Verhältnis zwischen dem Kontakt zum Besitzer und dem Herumwandern im Raum ersichtlich. Die Anwesenheit der Bezugsperson hat den Katzen geholfen, sich sicher zu fühlen und frei in dem Raum bewegen zu können

Unsichere Bindungen

Von diesem Bindungstyp – das waren allerdings nur knapp 36 Prozent – gibt es drei verschiedene Formen:

  • Unsicher-ambivalente Bindung: Die Katzen zeichneten sich durch ein sehr ängstliches Verhalten aus. Trotz der Rückkehr ihr Besitzer blieben sie sehr unsicher, vorsichtig und klammerten an ihren Menschen.
  • Unsicher-vermeidende Bindung: Diese Katzen vermieden nach der Rückkehr ihres Besitzers den Kontakt mit ihm, schenkten ihm so gut wie keine Aufmerksamkeit.
  • Desorganisierte Bindung: Bei diesen Katze war ein innerer Zwiespalt deutlich sichtbar. Sie schwankten in ihrem Verhalten ständig zwischen Nähe und Vermeidung hin und her.

Die Forscher wiederholten ihre Beobachtungen ein paar Wochen später. Obwohl die Katzen in der Zwischenzeit in eine Art Verhaltenstraining involviert gewesen waren, um die Bindung zu ihren Haltern zu stärken, blieben die Ergebnisse nahezu gleich. Daraus lässt sich schließen, dass zumindest ein Teil der Bindungsmuster genetisch veranlagt ist. Ein Versuch mit erwachsenen Katzen, der eine ähnliche Verteilung aufwies, bestätigt diese Annahme. Das Bindungsverhalten bleibt demnach im Alter relativ stabil.

Die Studie ist im Fachjournal Current Biology veröffentlicht worden.

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