Britisch Kurzhaar – der ausgeglichene Teddy

An der Britisch Kurzhaar ist alles rund – vom Aussehen bis hin zum Wesen. Warum sie nichts mit der Kartäuser zu tun hat, kannst du hier nachlesen!

Britisch Kurzhaar
Die Britisch Kurzhaar zählt zu den beliebtesten Rassekatzen

Herkunft & Geschichte der Britisch Kurzhaar

Die Rasse ist auch unter dem englischen Namen British Shorthair und der Abkürzung BKH bekannt und hat ihre Ursprünge wie der Name verrät in Großbritannien.

Die Geschichte der Britisch Kurzhaar nahm bereits sehr früh ihren Anfang. Man geht davon aus, dass ihre Herkunft bis in die Zeit der Römer zurückreicht. So hatte das römische Reich zwischen 43 und 440 nach Christus auch einige Teile Großbritanniens eingenommen. Sie sollen auch Katzen mitgebracht haben, die sich gerade als Mäusefänger etabliert hatten.

In den nächsten 1500 Jahren entwickelten sich die Katzen dort ganz natürlich weiter, sie passten sich ihrer neuen, deutlich raueren Umgebung an. Da ihr neuer Lebensraum eine Insel ist, fand diese Entwicklung relativ isoliert und ohne Einflüsse anderer Katzen statt. Die Grundsteine für viele Eigenschaften, die die heutige BKH ausmacht, wurden in dieser Zeit der isolierten Anpassung gelegt.

Aktive Eingriffe durch den Menschen fanden erst Ende des 19. Jahrhunderts statt, als erste gezielte Züchtungen durchgeführt wurden. Bei einer Katzenausstellung im Crystal Palace in London wurde die Britisch Kurzhaar dann das erste Mal vorgestellt. Bereits damals wurden verschiedene Farben der Rasse gezeigt, wobei die „Blauen“ der absolute Liebling waren.

Klare Differenzierung: BKH vs. EKH vs. Kartäuser

Als während des Ersten und Zweiten Weltkriegs der Zuchtbestand arg gelitten hatte und die BKH kurz vor dem Aus stand, begannen die Züchter andere Rassen einzukreuzen. Mit dem Ziel auch die Merkmale der Rasse weiter verbessern zu können, wurden Perserkatzen und Kartäuser ausgesucht.
Infolgedessen fand 1970 kurzzeitig eine Zusammenfassung von Kartäusern und Britisch Kurzhaar statt. Als die Proteste der Züchter aber zu laut wurden, nahm man die Zusammenführung zurück. Seit 1977 sind beide Rassen daher eigenständig, außerdem hat die FIFe 1991 ein offizielles Verbot ausgesprochen, beide Namen miteinander zu mischen. Leider gibt es bis heute immer noch Züchter, die sich nicht daran halten und Britisch blau und Kartäuser leichtfertig zusammenwerfen, obwohl sich die Wege der beiden Rassen schon seit Jahrzehnten nicht mehr gekreuzt haben. Wer mal beide Rassen gegenüberstellt, wird feststellen, dass sich allein der Körperbau sowie die Gesichtsform klar voneinander unterscheiden.

Ähnliche Unklarheit herrschte auch lange bezüglich der Abgrenzung zur Europäisch Kurzhaar vor. Das lag daran, dass die BKH anfangs eigentlich nur auf der Insel so hieß, bei uns wurde sie als Europäisch Kurzhaar bezeichnet. Eine offizielle Trennung der beiden Rassen fand dann im Jahr 1982 statt.

Woher kommt die Britisch Langhaar?

Entstanden ist die Britisch Langhaar eigentlich eher nebenbei, als man während der Weltkriege Perserkatzen eingekreuzt hatte. Damals waren die Katzen mit dem halblangem Haar eigentlich nicht so gern gesehen und wurden daher auch lange nicht beachtet. Bis heute hat sich daran eigentlich nicht viel geändert, obwohl die Britisch Langhaar in den letzten Jahren von vielen Verbänden anerkannt wurde. Man kennt diese besondere Form, die hin und wieder unkontrolliert bei einem Wurf dabei ist, auch unter den Namen Britanica, Lowlander oder Highlander. Eigentlich schade, dass sie eigentlich nie gezielt gezüchtet wurden und oftmals nicht gewollt sind – die halblang haarigen Katzen sind nämlich wirklich niedlich.

Britisch Kurzhaar Aussehen
Heute unterscheidet sich die Blaue BKH optisch deutlich von der Kartäuser

Aussehen der BKH

Die Britisch Kurzhaar hat eine kräftige, muskulöse, gedrungene Statur und sie ist den mittelgroßen Katzen zuzuordnen. Die Kater bringen im Schnitt 5,5 bis 7 kg auf die Waage, die weiblichen Katzen wiegen ca. 3,5 bis 4,5 kg.

Laut Standard soll an der BKH im Grunde genommen alles rund sein – das zieht sich durch alle optischen Merkmale, vom Kopf bis zum Schwanz. Ihr Kopf ist auch im Profil rundlich, sie hat ausgeprägte Wangen sowie ein kräftiges Kinn. Ihr kurze, breite Nase weist eine kleine Einbuchtung auf, es handelt sich aber nicht um einen Stop, wie man ihn bei der Perser findet. Die Augen der BKH gleichen den Knopfaugen eines Teddybären: sie sind rund, groß und stehen weit auseinander. Das Farbspektrum der Augen ist recht vielfältig: Sie können kupferfarben, blau, grün oder odd eyed (mehrfarbig) leuchten. Auch die Ohren stehen am Kopf weit auseinander. Sie sind recht klein und haben eine abgerundete Spitze.

Der Kopf der Britisch Kurzhaar wird von einem recht kurzen, aber kräftigen Hals gehalten, ihre Schultern sind ebenfalls kräftig, ihre Brust ist breit. Die Rasse steht auf relativ kurzen, aber stämmigen Beinen, ihre Pfoten sind rund. Der Schwanz ist im Vergleich zu vielen anderen Rassekatzen kurz und dick. Die Schwanzspitze ist natürlich wieder abgerundet.

Fellfarben & Struktur

Das Fell der BKH ist kurz, dicht und mit einer feinen Textur; es liegt nicht flach am Körper an. Sie besitzt zudem eine gute Unterwolle, so dass sie insgesamt recht plüschig wirkt und sich flauschig weich anfühlt.

Britisch Kurzhaar Aussehen
Zugelassen sind verschiedene Farben der Britisch Kurzhaar

Die Farbvariation reicht von einfarbig bis mehrfarbig. So gibt es Britisch Kurzhaar in weiß, blau, grau, creme, rot, braun und schwarz, aber auch bicolor, tabby und mit Schildplattmuster.

Charakter und Wesen

Wie bereits angedeutet, ist nicht nur das Erscheinungsbild der BKH, sondern auch ihr Wesen rund. Gemeint ist damit, dass sie recht ausgeglichen ist und dass ihr Charakter auch zu ihrem Äußeren passt. So sieht sie nicht nur wie ein verschmuster Teddybär aus – sie ist es auch. Ihr Kuschelbedürfnis ist sicher zum Teil auf den Einfluss der Perserkatze zurückzuführen. Wenn sie darf, sucht sie sich des nachts ein kleines gemütliches Eckchen im Bett ihres Halters.
Gemeinhin ist die Britisch Kurzhaar äußerst genügsam, unkompliziert und zurückhaltend. Sie hat ein liebevolles Wesen, das eine sehr enge Bindung zu ihren Menschen aufbaut, ohne dabei aber aufdringlich zu sein.

Egal, welche Konstellation eine Familie hat, die BKH findet darin ihren Platz. Sie kann also als Einzelkatze oder auch mit Artgenossen, im Singlehaushalt oder im bunten Familienkonstrukt gehalten werden. Sie kommt gut mit Hunden zurecht und ist auch sanft zu Kindern. Freigang wäre schön, ist aber kein Muss.

Dennoch besitzt die Rasse einen Jagdtrieb und eine gewisse Intelligenz. Das heißt, sie will auch beschäftigt und gefordert werden. Da sie zudem mit zunehmendem Alter zu Übergewicht neigt, ist es eh ratsam, sie regelmäßig mit verschiedenen Spielen auf Trab zu halten und für Bewegung zu begeistern.

Britisch Kurzhaar Gesundheit
Die BKH neigt im Alter zu Übergewicht

Gesundheit der Britisch Kurzhaar

Die British Shorthair ist eine recht robuste Katzenrasse, die nicht anfällig für bestimmte Krankheiten ist. Sie wird in der Regel relativ alt. Im Auge behalten sollten Katzenhalter jedoch ihre Neigung zu Übergewicht. Das bedeutet, man sollte zum einen unter Umständen die Ernährung im Alter umstellen und zum anderen für ausreichend Bewegungsreize sorgen.

Daneben gibt es allerdings noch zwei Erbkrankheiten, die bei der Rasse vorkommen können:

  1. Hypertrophe Kardiomyopathie (HCM): Diese angeborene Herzerkrankung trat in der Vergangenheit vermehrt bei der BKH auf. Betroffen sind häufig Katzen, die ausgewachsen aber noch recht jung sind.
  2. Polycystic Kidney Disease (PKD): Bei dieser Erbkrankheit sind die Nieren betroffen, sie tritt eher bei älteren Katzen auf. Zunächst bilden sich vermehrt Nierenzysten, die dann zum Nierenversagen führen.

Ob eine Katze eines der erblichen Krankheiten in sich trägt, lässt sich durch einen DNA-Test der Eltern feststellen. Auch eine Ultraschalluntersuchung kann die Veranlagung bestätigen oder ausschließen.

Ein Gedanke zu „Britisch Kurzhaar – der ausgeglichene Teddy

  • 15. Dezember 2016 um 16:31
    Permalink

    Ich liebe alle Tier, im Speziellen Katzen, insbesondere auch die Coonies und BKH. Es sind im spezielle ausdrucksstarke und sehr intelligente Tiere.

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