Buchtipp: „Die geheime Sprache der Katzen“

Was bedeutet es eigentlich, wenn unsere Haustiger „miau“, „grrr“ oder „mek, mek, mek“ äußern? Die Phonetikern Susanne Schötz gibt in ihrem Buch „Die geheime Sprache der Katzen“ erste Antworten! Ich habe das Buch vorab gecheckt – hier erfahren, ob sich der Kauf lohnt!

Die geheime Sprache der Katzen Susanne Schötz
Was erwartet dich in dem Buch „Die geheime Sprache der Katzen“ von Susanne Schötz?

„Die geheime Sprache der Katzen“ von Susanne Schötz

Ach, wie schön wäre es doch, wenn man bei jedem Laut unserer Stubentiger einfach in einem Deutsch-Kätzisch-Wörterbuch nachschlagen könnte. Dann wüssten wir sofort: Aha – sie hat Hunger, will spielen oder hat Schmerzen im Maul. Leider ist das nicht möglich, weil sich Katzenlaute nicht eins zu eins in die menschliche Sprache übertragen lassen. Und trotzdem muss die Katzensprache für uns kein Buch mit sieben Siegeln bleiben. Bis zu einem gewissen Grad ist es uns nämlich dennoch möglich, sie zu verstehen. Das klappt natürlich nicht von heute auf morgen. Dazu ist es in jedem Fall nötig, dass wir unsere Katzen gut kennen und vor allem, dass wir genau „zuhören“.

Susanne Schötz hat genau das getan – und lässt uns in ihrem Buch „Die geheime Sprache der Katzen“ an ihren Erkenntnissen teilhaben.

Inhalt des Buches über die Katzensprache

Vorwort: Warum die Sprache der Katzen (noch) geheim ist

Im Vorwort nähert sich die Autorin dem Thema an, indem sie Erklärungsansätze gibt, warum uns die Katzensprache bis heute noch so viele Rätsel aufgibt. Hierbei führt sie an, dass sich unsere Sprache eben deutlich von der der Katzen unterscheidet. Hinzu kommt, dass jede Katze im Zusammenleben mit ihren Menschen ganz individuelle Formen der Kommunikation entwickelt. Trotz dieser Differenzen sieht sie durchaus Chancen, die Laute einer Katze zumindest in Ansätzen einordnen und verstehen zu können.

Meine ersten Katzen

Im zweiten Kapitel erzählt sie, wie sie selbst „zur Katze gekommen ist“ und stellt ihre vierbeinigen Freunde vor. Derzeit leben fünf Katzen in ihrem Haus: Donna, Rocky, Turbo, Vimsan und Kompis. Im Verlaufe des Buches lernt der Leser die Katzen immer besser kennen, da die Autorin sehr viele Beispiele zum Verhalten und zur Katzensprache aus ihrem eigenen Leben anführt.

In dem Kapitel nimmt Susanne Schötz zudem eine erste Kategorisierung der Katzenlaute vor, die auf Mildred Moelk (1944) zurückgeht. Sie hatte die erste phonetische Studie durchgeführt und verschiedene Lautmuster erkannt und die Einteilung in Hauptkategorien vorgenommen.

Kätzisch für Einsteiger

Das Kapitel „Kätzisch für Einsteiger“ befasst sich mit der Kommunikation der Katzen. Hier macht die Autorin deutlich, dass sich Katzen (wie die meisten Tiere) einer sehr komplexen Kommunikation bedienen. Sie kommunizieren untereinander und auch mit uns Menschen taktil, über Körperhaltung und Bewegungen sowie über Duftsignale – aber eben auch über akustische Laute.

Anschließend gibt sie einen Einblick in die Arbeit eines Phonetikers, also in ihre spannende Arbeit. Sie zeigt, wie sie akustische Signale analysiert und was sich alles aus einem Laut herauslesen lässt. Frequenzbereich, Melodieverlauf, Lautstärke, Länge usw. – all das spielt eine Rolle.

Die geheime Sprache der Katzen Susanne Schötz Inhalt
In sechs Kapiteln erklärt sie die verschiedenen Katzenlaute von „miau“ über „mek mek mek“ bis „grrr“

„Miau!“ bis „Meck meck meck, gleich fresse ich dich!“

In den nächsten sechs Abschnitten von „Die geheime Sprache der Katzen“ geht Susanne Schötz detailliert auf die verschiedenen Laute der Katzen ein: Sie beginnt mit dem bekanntesten Laut, dem „Miau“. Anschließend behandelt sie unter anderem die Gurrlaute, das Schnurren sowie Lockrufe der Katze. In jedem Kapitel wird genauestens erklärt, wie die Laut gebildet werden, welche Varianten dieser Kategorie existieren, wann Katzen diese Laute einsetzen und wie sie zu deuten sind.

Wie man die eigene Katze verstehen lernt

Der letzte Teil des Buches befasst sich mit der Mensch-Katze-Kommunikation. Auch hier stellt sie immer wieder den Praxisbezug her und gibt konkrete Situationen mit ihren vierbeinigen Mitbewohnern an. Hier wird deutlich, vor welchen Problemen Menschen und Katzen manchmal im Zusammenleben stehen. Wie sie einige solcher Probleme selbst gelöst hat, kann man hier nachlesen.

Das gewisse Extra des Buches

Das besondere Schmankerl des Buches findet man genau genommen gar nicht hinter dem Bucheinband, sondern online. So hat die Autorin, die ja hauptberuflich als Phonetikerin arbeitet, eine Webseite, auf der sie die verschiedenen Katzenlaute zum Nachhören zur Verfügung stellt. Das macht natürlich auch Sinn – macht das Ganze aber eben auch zu etwas Besonderem. Auf diese Weise kann sich der Leser zu jedem Kapitel die entsprechenden Aufnahmen anhören und bekommt ein genaues akustisches Bild zu den beschriebenen Lauten. Das hat mir besonders viel Spaß gemacht, weil man die Laute natürlich mit denen der eigenen Katzen vergleicht – und sofort Parallelen feststellt. Ohren gespitzt: Auf der Webseite meowsic kannst du direkt in die Katzensprache eintauchen.

Fazit: Geheime Katzensprache gelöst?

Gelöst wird „Die geheime Sprache der Katzen“ in dem Buch von Susanne Schötz natürlich nicht. Das dies nicht ihr Anspruch war, erklärt sie aber auch gleich auf den ersten Seiten des Buches.

Für mich war das Buch aber trotzdem wirklich sehr spannend. Ich muss dazu sagen, dass ich mich in meinem Studium auch sehr viel mit Phonetik und der Analyse von Stimme und Sprache auseinandergesetzt habe. Daher war die Lautschrift beispielsweise für mich nicht neu und ich wusste sofort, wovon sie spricht. Ich denke dennoch, dass auch Laien mit dem Buch gut zurechtkommen und sich nicht überfordert fühlen, weil die Autorin einerseits gute Erklärungen liefert und andererseits mit vielen Wiederholungen arbeitet. Außerdem helfen tatsächlich auch die Lautbeispiele der Webseite. Darüber hinaus findest du im Anhang eine ausführliche Tabelle zur Lautschrift mit entsprechenden Erklärungen.

Allerdings habe ich auch einen Kritikpunkt. In den letzten Kapiteln, ab „Wie man die eigene Katze verstehen lernt“, hatte ich mir wirklich konkrete Ergebnisse und Erklärungen – oder zumindest subjektive Interpretationen gewünscht. Statt bei der Katzensprache zu bleiben, ist sie aber, meines Erachtens nach, zu stark ins Katzenverhalten bzw. in Verhaltensprobleme von Katzen abgedriftet. Das hat mich ein wenig enttäuscht. „Katzenanfänger“ oder, diejenigen, die an dem Thema interessiert sind, erfahren hier allerdings viel Neues. Vor allem weil sie die Probleme anhand ihrer Katzen – und damit anhand konkreter Beispiele schildert.

Für 20 Euro kannst du die gebundene Ausgabe „Die geheime Sprache der Katzen“ bei Amazon bestellen. Die Kindle Version ist für 15,99 Euro in dem Online-Shop erhältlich.

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