Cornish Rex – der britische Schelm mit Locken-Pracht

Die Cornish Rex ist mit ihrem gekräuselten Fell ein echter Hingucker. Aber auch der Charakter der Katzenrasse ist außergewöhnlich. Hier alles über ihr Wesen, ihre Herkunft und Pflege erfahren!

Cornish Rex
Cornish Rex – eine besondere Rasse mit gelocktem Fell

Geschichte und Herkunft der Cornish Rex

Entstanden ist die Katzenrasse durch eine natürliche Mutation. Die erste Cornish Rex tauchte in mitten eines Bauernkatzen-Wurfs in den 1950er Jahren in Cornwall auf. Die Katzen gehörten dem Paar Nina Ennismore und Winifred Macalister. Beide waren von dem gelockten Kätzchen, das den Namen „Kallibunker“ trug, sofort fasziniert. Sie folgten dem Ratschlag eines Genetikers und kreuzten den gelockten Kater mit seiner Mutter. Zwei von drei Kätzchen des Wurfs wiesen ebenfalls das gekräuselte Fell auf – somit wurde Kallibunker zum Stammvater dieser Rasse. In den nachfolgenden Jahren wurden verschiedene andere kurzhaarige Katzenrassen eingekreuzt, um den Genpool der Cornish Rex zu vergrößern. Insbesondere Siamkatzen und Orientalisch Kurzhaar wurden für die Zucht herangezogen, wodurch sich auch äußerliche Merkmale in diese Richtung entwickelten.

Neben der Zucht in England wurde die Rasse auch in den USA gezüchtet, nachdem Mitte der 1950er Jahre eine Tochter von Kallibunker dort importiert wurde. Rund ein Jahrzehnt später wurde in England der Cornish Rex Club gegründet.

Name kommt aus der Kaninchenzucht

Der Name Cornish Rex setzt sich aus dem Herkunftsort und der äußerlichen Besonderheit der Rasse zusammen. Dabei leitet sich das „Cornish“ von Cornwall ab. Wie die Katze zum „Rex“ gekommen ist, hängt mit ihrem gekräuselten Fell zusammen. Allerdings stammt der Begriff eigentlich aus der Kaninchenzucht. Dort wird er für Kaninchen mit gelocktem Fell verwendet. Zurückzuführen ist diese Bezeichnung auf den belgischen König Leopold II. (1870).

Aussehen der Rassekatze

Die Cornish Rex wird den mittelgroßen Katzen zugeordnet. Kater können bis zu 4,5 kg Gewicht erreichen, weibliche Katzen sind etwas zierlicher und liegen im Schnitt zwischen 2 kg und 4 kg. Die Rasse hat einen muskulösen und schlanken Körper, der von langen, schmalen Beinen getragen wird. Damit erinnert ihr Körperbau an die Einkreuzung der orientalischen Katzen ebenso wie ihr sehr dünner, langer Schwanz.

Auch die sehr großen Ohren, die etwas von Fledermausohren haben, sind das Ergebnis der orientalisch geprägten Zuchtgeschichte. Sie sind auf dem keilförmigen Kopf hoch angesetzt und im Ansatz breit. Die Augen der Cornish Rex sind mittelgroß und mandelförmig.

Hinweis: Die in den USA gezüchtete Rasse ist im Vergleich zur europäischen Variante noch schmaler, etwas kleiner und ihr Kopf ist noch langgezogener und ausgeprägter in seiner Form.

Ihr Markenzeichen: gekräuseltes Fell

Das Erkennungsmerkmal dieser Katzenrasse ist ihr gelocktes bzw. gekräuseltes Fell. Die kurzen Haare liegen eng an ihrem Körper an. Selbst die Augenbrauen und Schnurrhaare sind bei ihr gewellt. Die Katze hat im Vergleich zur „normalen“ Hauskatze keine oder nur ganz wenige Grannenhaare bzw. Leithaare. Ihr gelocktes Fell besteht sozusagen nur aus Unterwolle. Deshalb fühlen sich ihre Löckchen auch so unglaublich weich an. Bezüglich der Farben gibt es bei der Rasse keine Einschränkungen – es ist alles erlaubt.

Wichtig: Wer mit der Rasse Cornish Rex liebäugelt, sollte wissen, dass ihr Fell gerade mal halb so dicht ist, wie das einer Hauskatze. Zudem ist auch die Stärke der einzelnen Haare deutlich geringer (40 % der normalen Katzenhaarstärke). Die Löckchen sollten zwar im Idealfall dicht sein, aber bei einigen Katzen wirkt das Fell recht dünn. Das bedeutet, sie ist weder vor Kälte noch vor Sonneneinstrahlung gut geschützt. Aus diesem Grund weisen Cornish Rex (ähnlich der Sphynx) als normale Körpertemperatur eine leicht erhöhte Temperatur auf.

Fell: Ergebnis natürlicher Genmutation

Wie bereits zu Beginn angedeutet, ist das gekräuselte Fell das Ergebnis einer natürlichen Mutation. Es handelt sich um einen autosomal rezessiv vererbten Gendefekt. Im Übrigen liegt derselbe Gendefekt bei der German Rex vor – bei Katzen mit geraden Haaren ist er nicht vorzufinden. Die Mutation ist in einem bestimmten Gen (LPAR6) verortet, welches für die Struktur der Haare zuständig ist. Liegt diese Mutation vor, wird der Aufbau des Proteins vorzeitig abgebrochen, so kommt das gelockte, nur aus Unterwolle bestehende Fell zustande.

Cornish Rex Kitten
Unglaublich niedlich: Cornish Rex Kitten

Charakter & Wesen der Cornish Rex

Die Cornish Rex hat ein sehr freundliches und aufgeschlossenes Wesen. Sie ist interessiert an ihrer Umwelt, an Artgenossen und Menschen. Neugierig erkundet sie ihr Umfeld, geht stets auf Entdeckungsreise. Dabei zeigt sie nicht nur ihren Bewegungsdrang und ihre Verspieltheit (die bis ins hohe Alter erhalten bleibt), sondern auch ihre Akrobatik- und Sprung-Fähigkeiten. Zudem ist die Katzenrasse sehr intelligent. Sie zeigt hohe Lernbereitschaft, wenn es um das Apportieren oder Beibringen von Tricks geht. Wer sich in dem Bereich Cat Agility austoben möchte, hat mit der Cornish Rex in jedem Fall einen lernwilligen und motivierten Partner an seiner Seite.

Ihre Lebhaftigkeit zeigt sie häufig gepaart mit ihrer Intelligenz in Form von schelmischem Verhalten. Zu gern verhält sie sich wie ein Clown, der irgendwelchen Schabernack ausheckt. Langweilig wird es mit ihr jedenfalls nicht und der Spaß kommt definitiv auch nicht zu kurz.

Aber keine Sorge, so aktiv wie sie ist, so verschmust ist sie auch. Die Cornish Rex ist unglaublich menschenbezogen und anhänglich. Sie bleibt ihren Menschen ein Leben lang treu, so wie man es von Hunden kennt. Apropos Hund: Einige sollen mit ihrem Schwanz wedeln, wenn sie sich freuen. Darüber hinaus geht die Katzenrasse neugierig und offen auf Fremde zu und holt sich auch dort ihre nötige Portion Schmuseeinheit ab. Sie ist eine sehr gesellige Katze, die eine Sache wirklich gar nicht ausstehen kann: Das Alleinsein. Deshalb sind Artgenossen in jedem Fall willkommen.

Im Übrigen sind viele Katzen der Rasse auch sehr durchsetzungsfähige Persönlichkeiten. Wenn sie etwas haben will, nutzt sie ihre vielseitige Gestik und Lautsprache. Lustigerweise hat sie, obwohl sie sehr gern und viel redet, gar kein so mächtiges Stimmvolumen. Ihre Laute klingen eher wie ein leises Piepsen.

Gesundheit: Typische Krankheiten

Die Rasse neigt recht häufig zu Wurzel- und Zahnfleischentzündungen. Daher sollte man ihre Zähne regelmäßig kontrollieren. Daneben gibt es immer wieder Probleme mit kahlen Stellen. Auch fehlende Schnurrhaare können auftreten, was für die Katzen wirklich problematisch ist, da sie ohne die Tasthaare beeinträchtigt sind. Nicht ohne Grund wird die Zucht von Katzen ohne Tasthaare im Gutachten zur Auslegung von §11b des Tierschutzgesetzes als Qualzucht angesehen. Darauf sollte man beim Kauf einer Cornish Rex also achten.

Haltung und Pflege

Alles in allem ist die Cornish Rex eigentlich ganz unkompliziert. Dennoch gibt es zwei, drei Dinge, die man beachten sollte, um ihr ein rassegerechtes Zuhause zu geben. Der wichtigste Punkt: Sie ist nichts für Einpersonenhaushalte, die einen Fulltime-Job haben und nie Zuhause sind. Sie mag es einfach nicht allein zu sein, daher wäre eine Familie, bei der immer wieder was los ist, optimal. In jedem Fall würde ich aber dazu raten, eine Zweitkatze im Haus zu haben. Somit ist sie zumindest in den Stunden, in denen ihre Menschen in der Schule, bei der Arbeit usw. sind, nicht allein.

Des Weiteren stellt ihr feines gelocktes Fell besondere Anforderungen. Da sie Sonne und Kälte nahezu schutzlos ausgeliefert ist, sollte die Cornish Rex nur als Wohnungskatze gehalten werden. Wobei gegen einen gesicherten Balkon natürlich nichts einzuwenden ist. Sie favorisiert aber in jedem Fall Wärme – also ein schöner Sonnenplatz oder ein gemütliches Kissen an der Heizung wird sie mit Vergnügen annehmen. Bei der Fellpflege sollte man vorsichtig vorgehen, um kahle Stellen zu vermeinen. Du solltest ihre Fell demnach nicht zu fest, sondern lediglich mit einer weichen Bürste hin und wieder kämmen.

Vorteil des Fells: Die Cornish Rex haart fast nicht!

Hinweis: Ich habe gelesen, dass die Katzenrasse besondere Duftdrüsen an ihren Pfoten besitzt. Diese verströmen wohl einen leichten Käsegeruch. Das klingt echt total kurios. Ich kann das noch nicht ganz glauben. Hat irgendjemand von euch eine Cornish Rex und kann dieses Gerücht bestätigen?

Ein Gedanke zu „Cornish Rex – der britische Schelm mit Locken-Pracht

  • 21. September 2017 um 07:21
    Permalink

    Zu dem Gerücht, kann ich nur sagen das es absolut nicht stimmt.
    Im Gegensatz, diese Katzen haben fast gar keinen Eigengeruch, die riechen wirklich gut.
    Ich habe zwei Cornish Rex und bin von dieser Rasse fasziniert.
    LG

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