Epilepsie bei Katzen: Ursachen, Symptome & Behandlung

Zuzuschauen, wie die eigene Katze einen epileptischen Anfall bekommt, kann einem wirklich Angst machen. Aber: Epilepsie bei Katzen ist kein Todesurteil: Wie du deinem Stubentiger helfen kannst, erfährst du hier!

Inhalt:

Epilepsie bei Katzen
Epilepsie bei Katzen: Alles über Ursachen, Ausprägung der Anfälle und Hilfe


Wie entsteht Epilepsie bei Katzen?

Die Krampfanfälle der neurologischen Erkrankung werden in der Veterinärmedizin als epileptiforme Anfälle bezeichnet. Bekannter ist für einige vielleicht der umgangssprachliche Begriff „Gewitter im Kopf“. Dieser Ausdruck trifft den Vorgang, der sich hinter Epilepsie verbirgt, wirklich gut. Denn es handelt sich um eine Funktionsstörung im Gehirn, bei der sich Nerven völlig unkontrolliert entladen. Die unkontrollierten Signale der Nervenzellen werden hierbei an die Muskeln weitergegeben, wodurch es wiederum zu unkontrollierten Bewegungen und Muskelkrämpfen kommt.

Haben Katzen Schmerzen?

Viele Menschen spüren zuvor, wenn sie einen Anfall bekommen. Diese Vorankündigung wird als Aura bezeichnet. Kommt es dann aber zum großen Anfall, verlieren die meisten Menschen das Bewusstsein, ihnen fehlen dann einige Minuten, an die sie sich nicht erinnern können. Mediziner nehmen an, dass es bei Katzen ganz ähnlich ist. Katzen sollen während eines Anfalls nicht bei vollem Bewusstsein sein – daher haben sie vermutlich auch keine Schmerzen.

Zwei Formen der Epilepsie

Man unterscheidet zwei Arten der Epilepsie bei Katzen: die primäre Epilepsie und die sekundäre Epilepsie. Während Hunde am häufigsten an der primären Form erkranken, ist sie bei Katzen eher selten. In den meisten Fällen handelt es sich um sekundäre Epilepsie.

Primäre Epilepsie

Diese Art ist auch unter dem Namen idiopathische Epilepsie bekannt. Mediziner gehen davon aus, dass diese Form angeboren ist. Das heißt, sie wird durch keine bestimmte Ursache, wie z.B. eine Erkrankung ausgelöst. Die Diagnose wird daher erst durch Ausschluss aller möglichen Ursachen gestellt – was ein langer Prozess sein kann. Bei rund 20 Prozent der Epilepsie-Katzen wird so die primäre Form festgestellt. Die Tiere erkranken in der Regel in den ersten 6 Jahren. Eine Heilung gibt es nicht, aber man kann durch entsprechende Therapie versuchen, die Anfälle in den Griff zu kriegen. Ob die idiopathische Form vererbt wird, ist noch nicht geklärt.

Sekundäre Epilepsie

Die sekundäre Epilepsie ist genaugenommen eine Symptom, das durch eine bestimmte Erkrankung ausgelöst wird. Die Ursachen für diese Form sind sehr vielschichtig. Wird der Auslöser jedoch identifiziert, stehen die Chancen recht gut, dass epileptische Anfälle gemindert oder sogar gestoppt werden können.

Ursachen für sekundäre Epilepsie

In den meisten Fällen handelt es sich um sekundäre Epilepsie bei Katzen, deren Ursachen so unterschiedlich sein können, wie auch die Ausprägungen der Erkrankung selbst.

Nekrose des Ammonshorns

Sehr häufig werden epileptische Anfälle bei Katzen aufgrund dieser degenerativen Krankheit ausgelöst. Das Ammonshorn ist Teil des Gehirns, das im Hippocampus liegt. Bei der Nekrose kommt es zu einer ungeklärten Zerstörung der Nervenzellen innerhalb dieser Gehirnstruktur. Nicht nur schwere epileptische Anfälle sind die Folge, sondern ebenso starke Verhaltensveränderungen. Bei einigen Katzen soll sich der Charakter völlig verändern. Leider lassen sich bei dieser Krankheit die Anfälle selten durch Medikamente unterbinden – selbst hohe Dosen bleiben häufig erfolglos.

Gehirnentzündung

In vielen Fällen leiden Katzen unter epileptischen Anfällen infolge einer Gehirnentzündung, die in der Regel durch Infektionen hervorgerufen wird. Vielfach ist FIP (Feline Infektiöse Peritonitis) für die Entzündung verantwortlich, eine Krankheit bei der für Katzen keine Hoffnung besteht.
Stoffwechselerkrankungen

Meist sind Anfälle eines von einer sehr langen Liste an Symptomen. Aber auch Stoffwechselerkrankungen wie Schilddrüsenüberfunktion, Leber- oder Nierenversagen können Epilepsie bei Katzen hervorrufen.

Darüber hinaus kann sekundäre Epilepsie hierdurch ausgelöst werden:

  • Vergiftungen durch Mäusegift, Insektizide, Putz- und Frostschutzmittel, giftige Pflanzen (z.B. Baumfreund)
  • Verletzungen im Schädelbereich wie Hirnquetschungen
  • Schlaganfall
  • Infektionen wie FIP oder FIV
  • Gehirntumor: Meningiome (Hirnhaut-Geschwulst) oder Lymphosarkome im zentralen Nervensystem
  • Traumata
  • Missbildungen
  • Sauerstoffmangel
  • Kalziumunterversorgung
  • Unter- oder Überzuckerung: Starker Abfall oder Anstieg des Blutzuckerspiegels, bei Diabetes-Katzen problematisch
  • fehlgeschlagene Impfungen und Narkosen
Epilepsie bei Katzen Symptome
Die Symptome vor, während und nach epileptischen Anfällen sind sehr vielschichtig

Ausprägungen & Symptome der Anfälle

Wenn wir an Epilepsie denken, kommen uns Bilder wie Schaum vor dem Mund, Krämpfe und Zuckungen in den Sinn. Aber so unterschiedlich die Ursachen, so vielschichtig sind auch die Ausprägungen von Epilepsie bei Katzen. Das heißt, es können sich auch ganz andere Symptome zeigen.

Entsprechend der Symptome wird zwischen verschiedenen Ausprägungen und Stärken unterschieden. Man spricht in diesem Zusammenhang auch von partieller bzw. fokaler (einen bestimmten Teil betreffend) Epilepsie und generalisierten Anfällen, bei denen der ganze Körper der Katze betroffen ist.

Des Weiteren unterteilt man fokale Epilepsie in:

  • einfach fokal: Dazu gehören beispielsweise Kopfschütteln und unkontrollierte Bewegungen der Vorder- und Hinterläufe sowie kleinere Abwesenheiten
  • komplex fokal: Symptome hierfür wären z.B. die Katze läuft im Kreis, schnappt nach imaginären Fliegen, hat Sehstörungen oder Juckreiz, verschiedene Muskelgruppen zucken.

Die generalisierte Epilepsie lässt sich ebenfalls in verschiedene Formen aufsplitten. Die bekannteste und häufigste Ausprägung ist der tonisch-klonische Grand Mal.

Phasen epileptischer Anfälle

Dieser „klassische“ Grand-Mal Anfall kann wiederum in drei Phasen unterteilt werden. Die Differenzierung in diese Phasen (mit den dazugehörigen möglichen Symptomen) ist vielleicht auch dahingehend sinnvoll, weil sie in gewisser Weise auch Katzenhaltern hilft. So ist es beispielsweise möglich, zu sehen, wann sich ein Anfall ankündigt.

Vorbereitungsphase: Aura

In der ersten Phase zeigen Katzen ein verändertes Verhalten. Das muss aber nicht immer zwangsläufig auffällig sein. Einige neigen aber zu Nervosität, Ruhelosigkeit oder Angst. Bei manchen Katzen sind während der Aura Ohrenzucken, glasige Augen oder erweiterte Pupillen zu beobachten. Andere zeigen sich gegenüber ihren tierischen Mitbewohnern aggressiv oder reagieren empfindlich auf Berührungen am Kopf. Einige Epilepsie-Katzen zeigen Fressunlust, verkriechen sich oder verharren ganz unverhofft in einer Art Starre.

Iktus: Der eigentliche Grand-Mal

Für den Katzenbesitzer kommt der eigentliche epileptische Anfall meist sehr abrupt und unvermittelt. Die Katze scheint auf einmal das Bewusstsein zu verlieren und ist plötzlich nicht mehr ansprechbar. Einige Tiere zeigen einen Anflug von Raserei, Schwanzbeißen oder rennen Hals über Kopf einfach drauf los. Schüttel- und Muskelkrämpfe sowie Muskelspannungen sind klassisch. Viele werfen sich auf die Seite und zeigen für Epilepsie typische Ruderbewegungen mit den Gliedmaßen. Viele haben zudem Schaum vor dem Mund, haben gesträubtes Fell und urinieren (selten auch Kotabsatz).

Wie bereits angedeutet sind die Ausprägungen von Epilepsie bei Katzen sehr unterschiedlich. Neben den eben genannten Symptomen sind auch diese Auffälligkeiten möglich: Lautäußerungen, starre aufgerissene Augen oder Augenzittern, Hecheln, Schnaufen, ausgefahrene Krallen, unkontrollierten Rennen – auch gegen Wände usw. sowie Springen.

Der Anfall dauert in der Regel „nur“ wenige (1-2) Minuten – dem Katzenbesitzer kommen sie aber sicherlich wie eine halbe Ewigkeit vor.

Postiktus: Die Nachanfalls-Phase

Die Länge dieser Phase ist von Fall zu Fall sehr verschieden. Bei manchen Katzen dauert sie ein paar Minuten, bei anderen wiederum sind noch Stunden später die Nachwehen des epileptischen Anfalls spür- und sichtbar.

Im Postiktus sind verschiedene Verhaltensweisen zu beobachten. So zeigen sich Epilepsie-Katzen zum Teil noch sehr benommen und orientierungslos. Auch aggressives oder ängstliches Verhalten ist möglich. Einige kämpfen noch mit Seh- und / oder Bewegungsstörungen.

Riesiger Appetit nach einem Anfall

Das charakteristischste Symptom in dieser Phase ist der unglaubliche Hunger. Katzen können nach einem Anfall bis zur 3-fachen Tagesration verschlingen. Wenn sie das wollen, dürfen sie auch. Denn du solltest wissen: Der Kalorienverbrauch bei einem Grand-Mal ist vergleichbar mit einem Marathon-Lauf bei uns Menschen.

Einige Tiere sind nach einem Anfall kuschelbedürftig oder jammern viel. Vielleicht ziehen sie sich auch noch eine Weile zurück, weil sie Kopf- oder Bauchschmerzen haben oder kein Licht mögen. Klingt komisch, aber auch Muskelkater ist eine mögliche Nachwehe.

Schlafanfall: eine besondere Epilepsie-Form

Eine besondere Form von Epilepsie bei Katzen ist der Schlafanfall. Dieser überrascht Katzen mitten im Schlaf. Er kündigt sich also selten vorher an, was ihn unberechenbar macht. Katzen können z.B. aus ihren Schlafplätzen fallen. Daher sollte man bei Katzen mit Schlafanfällen drauf achten, dass sie sich nicht wehtun können. Niedrige Schlafplätze oder das Auslegen von Decken und anderen weichen Materialien sind empfehlenswert.

Cluster-Anfälle

Häufen sich die Anfälle dahingehend, dass eine Katze innerhalb von 24 Stunden zwei oder mehr Anfälle hat, spricht man von sogenannten Cluster-Anfällen bzw. Serienanfällen.

Status Epilepticus

Dramatisch wird es, wenn die Anfälle in immer kürzeren Abständen hintereinanderweg auftreten, so dass die Katze gar nicht mehr zu Bewusstsein kommt. Dieser Zustand macht dann den Anschein eines nicht mehr aufhörenden Anfalls. Es handelt sich hierbei um einen Notfall, der in der Medizin als Status Epilepticus bezeichnet wird. Diese Entwicklung ist wirklich sehr ernst, denn sie kann Schädigungen des Gehirns verursachen und ist für Katzen lebensbedrohlich. Wenn sich ein Anfall also rund 30 Minuten hinzieht oder innerhalb einer Stunde mehrere Anfälle kommen, solltest du sofort den Tierarzt bzw. eine Klinik aufsuchen.

Hinweis: Kritisch daran ist, dass nicht nur generalisierte Epilepsie bei Katzen zu diesem Stadium führen kann. Auch kleinere fokale Anfälle können sich dahingehend zuspitzen. Daher ist es wirklich wichtig, beim kleinsten Verdacht auf Epilepsie deiner Katze zum Tierarzt zu gehen!

Verhaltensregeln: Wie kannst du Epilepsie-Katzen helfen?

Diese Frage lässt sich gar nicht so leicht beantworten, da es ja so viele Formen der Epilepsie bei Katzen gibt. Allerdings kann man auch viel falsch machen und jede Epilepsie-Phase erfordert ein anderes Verhalten des Katzenhalters.

Was kannst du tun – vor einem Anfall?

Solltest du Anzeichen für einen Anfall erkennen, dann hast du natürlich die Möglichkeit, ein paar Vorkehrungen zu treffen. Vorkehrungen, zur Sicherheit deiner Katze. So kannst du dafür Sorge tragen, dass sich deine Katze während eines Anfalls nicht verletzt. Räume beispielsweise gefährliche Gegenstände aus dem Weg.

Katzen mit Rennanfällen: Wenn du eine Katze hast, die Rennanfälle hat und wie angestochen durch die Wohnung hechtet und sich dabei auch häufig verletzt, macht es Sinn, sie einzusperren. Das klingt jetzt etwas dramatisch, aber ist das kleinere Übel, bevor sie vielleicht mit voller Wucht gegen eine Wand rennt oder durch ein geschlossenes Fenster springt. Am besten packst du sie in eine Art „Weich- bzw. Tobzelle“. Das kann ein großer Karton sein oder eine Babybadewanne.

Es ist in jeden Fall empfehlenswert, für Ruhe zu sorgen und beruhigend auf die Katze einzuwirken. Das heißt, laute Geräusche abstellen, grelles Licht abdunkeln und mit ruhiger Stimmer mit ihr reden. Klingt vielleicht absurd, aber auch leises Vorsummen oder Vorsingen soll helfen und beruhigend auf Kätzchen wirken. Einige Katzenhalter berichten, dass sie damit den folgenden Anfall abschwächen konnten.

Richtiges Verhalten während des Anfalls

Leichter gesagt als getan: Aber während des Anfalls solltest du versuchen, Ruhe zu bewahren. Wenn man selbst in Panik gerät, kann sich das auch negativ auf die Katze auswirken. Am besten einfach weiter ruhig auf deinen Liebling einreden oder singen. Zudem sollte man sich von der Katze fernhalten, quasi Sicherheitsabstand halten. Du solltest also unbedingt vermeiden, sie anzufassen. Das ist einfach viel zu gefährlich. Wichtig ist aber, dass du das Geschehen beobachtest.

So hilfst du nach einem Anfall

Da sich Epilepsie bei Katzen nach einem Anfall mit einem riesigen Hunger äußert, solltest du unbedingt genügend Futter für deinen Liebling bereithalten. Lass sie soviel fressen, wie sie mag. Dreifache Tagesmengen sind nach so einem Anfall kein Kuriosum.

Daneben gibt es verschiedene Möglichkeiten, wie du deine Katze beruhigen kannst. Wenn sie sich aber zurückzieht, lass sie auch einfach in Ruhe. Hast du aber das Gefühl, dass sie deine Hilfe annehmen will, kannst du sie durch viel Liebe und Fürsorge beruhigen. Zum Beispiel könntest du weiter singen oder summen, um ihr das Gefühl von Geborgenheit zu vermitteln. Wenn sie auch deine körperliche Nähe sucht, ist liebevolles Kuscheln natürlich auch erlaubt. Es gibt sogar spezielle Therapieformen, die zur Beruhigung von Katzen beitragen sollen. Dazu gehört die Streichel-Therapie namens Tellington-Touch, auch unter der Abkürzung TTouch bekannt. Weitere Infos dazu bekommst du hier: http://tellington-methode.de/

WICHTIG: Epilepsie-Tagebuch

Wenn du dich um deinen Liebling gekümmert hast, kannst du dich einer anderen wichtigen Aufgabe widmen – dem Epilepsie-Tagebuch. Hier hältst du einfach alles fest, was mit der Epilepsie deiner Katze und den Anfällen zusammenhängt. Diese Notizen sind wirklich goldwert. Der Tierarzt kann daran super viel ablesen, was zum einen die Diagnose und zum anderen auch die Behandlung der Epilepsie erleichtert. Außerdem lassen sich anhand der vielen Details womöglich auch Auslöser der Epilepsie ausmachen und zukünftig vermeiden. Folgende Infos solltest du in dem Epilepsie-Tagebuch festhalten:

  • Tag, Uhrzeit und Dauer der Anfälle
  • Stärke und Ausprägung des Anfalls
  • Symptome und auch Verhalten davor und danach
  • Äußere Umstände: Wetter, Geräusche, besondere Vorfälle (z.B. Besuch, Streit mit Zweitkatze, Urlaub usw.)

Freigang für Epilepsie-Katzen?

Ob Katzen mit Epilepsie Freigang erhalten sollten, muss wohl jeder für sich beantworten. Ich denke, es kommt sehr stark auf die Häufigkeit und Ausprägung der Epilepsie bei der Katze an. Ich würde es meiner Katze wahrscheinlich nicht erlauben, da ich viel zu große Angst hätte, dass ihr was zustößt. Stell dir nur mal vor, deine Katze bekommt bei einem Streifzug einen Anfall und wirft sich mitten auf eine befahrene Straße. Oder aber sie wird von einem Fremden mit Schaum vor dem Mund gefunden und wegen Angst vor Tollwut ohne dein Wissen eingeschläfert. Wenn möglich, solltest du vielleicht über einen abgeschlossenen Gartenbereich oder Balkon nachdenken. Eine andere Möglichkeit wäre, du bringst ihr bei, an der Leine zu gehen und begleitest sie sozusagen beim Freigang.

Epilepsie bei Katzen freigang
Ist der Freigang für Epilepsie-Katzen zu gefährlich?

Katze allein Zuhause lassen?

Ich kann sehr gut verstehen, wenn du nun sogar Angst hast, deinen Stubentiger allein zu lassen. Aber mal ganz pragmatisch gedacht: Was bleibt dir denn anderes übrig? Du kannst ja schlecht dein ganzen Leben hinschmeißen. Und ich denke auch, das musst du nicht. Aber es ist vielleicht ratsam, immer wenn du das Haus verlässt, ein paar Vorkehrungen zu treffen. Schau in jedem Fall, dass du Gefahrenquellen beseitigst, falls deine Katze in deiner Abwesenheit einen Anfall bekommt. Das Wichtigste ist aber, dass du deiner Katze genügend Futter bereitstellst. So kann sie ihren starken Hunger nach einem möglichen Anfall stillen und ihre Reserven auffüllen. Das Ganze hat auch einen tollen Nebeneffekt: Du kannst so nämlich anhand der Fülle des Futternapfes immer feststellen, ob sie einen Anfall hatte oder nicht.

Diagnose von Epilepsie bei Katzen

Wenn Katzen an Epilepsie erkranken, kann das – wie bereits weiter oben erläutert – sehr viele Ursachen haben. Genau da setzt der Tierarzt an. Er geht auf Ursachenforschung und arbeitet sich via Ausschlussprinzip zum tatsächlichen Auslöser vor. Das kann leider unter Umständen ein sehr langwieriger Prozess werden.

Verschiedenste Untersuchungen sind denkbar:

  • Blutuntersuchung
  • Urinprobe und Kot-Untersuchung
  • Neurologische Tests bei denen Reflexe abgeklopft werden
  • Röntgen & Ultraschall
  • Liquoruntersuchung: Gehirnwasser wird aus dem Rückenmark abgezogen
  • MRT
  • Elektroenzephalographie: Gehirnströme werden aufgezeichnet
  • Toxikologische Untersuchungen

Behandlung von Epilepsie-Katzen

Die Behandlung von Epilepsie bei Katzen erfolgt in Abhängigkeit mit dem Auslöser. So werden zum einen sicherlich Schritte eingeleitet, um die Ursache der Anfälle zu behandeln. Daneben erfolgt in der klassischen Therapie die Gabe von Medikamenten.

Klassische Therapieform

Die klassische Schulmedizin sieht vor, die Häufigkeit und Ausprägung der Anfälle durch bestimmte Medikamente, sogenannten Antiepileptika, zu minimieren. Sie sollen dafür sorgen, dass unkontrollierte Aktivitäten der Nerven unterdrückt werden.

Medikamente gegen Epilepsie

Häufig werden folgende Medikamente bei Katzen mit Epilepsie verwendet:

  • Phenobarbital: Wird normalerweise durch Luminaletten verabreicht.
  • Kaliumbromid: Kann in Kombination mit dem Wirkstoff Phenobarbital oder auch alleinig verabreicht werden.

Hinweis: Erst nach ca. 2 bis 3 Wochen wird der gewünschte Wirkstoff-Pegel im Blut erreicht. Die Konzentration wird dann durch einen Bluttest gecheckt. Zu Beginn der Therapie sind die Katzen häufig durch Nebenwirkungen wie Müdigkeit, übermäßigen Durst und Hunger oder Lustlosigkeit geplagt.

Wichtig bei der Verabreichung der Medikamente

Bei der Therapie von Epilepsie bei Katzen ist es sehr wichtig, sich an genaue Absprachen und Verordnungen des Tierarztes zu halten. Das gilt zum einen für den Zeitpunkt, denn es ist wichtig kleinste zeitliche Abweichungen zu vermeiden. Du solltest die Medikamente am besten immer zu einer bestimmten Uhrzeit geben. Außerdem ist es lebenswichtig, die Dosierung exakt einzuhalten. Bitte keine Experimente starten oder die Arzneimittel eigenmächtig absetzen. Das kann unter anderem sehr schwere epileptische Anfälle bei der Katze auslösen.

Hilft Valium (Diazepam)?

Über die Wirkung von Valium ist man sich bisher uneins. Scheinbar konnte noch nicht zweifelsfrei festgestellt werden, ob Valium bei Epilepsie wirklich hilft. Einen Vorteil hat das Medikament allerdings. Es ist weniger leberschädigend als viele andere Mittel.

Einige Tierärzte sind zudem der Meinung, dass Diazepam als Notfall-Medizin bei einem Status Epilepticus Sinn macht. Aber auch hier gibt es Befürworter und Gegner. Das solltest du dann in jedem Fall mit deinem Tierarzt in Ruhe besprechen und dir zur Not auch eine zweite oder dritte Meinung einholen.

Alternative Behandlungsmethoden

Neben der klassischen Behandlung von Epilepsie bei Katzen gibt es auch eine Reihe an alternativen Behandlungsmethoden. Es gibt bereits viele Fälle, in denen Epilepsie-Katzen sehr gut auf diese Methoden angesprochen haben und Anfälle zum Teil völlig verschwanden. Folgende Optionen gibt es:

Homöopathie bei Epilepsie-Katzen

Es gibt viele Tierheilpraktiker, die schon so mancher Katze mit homöopathischen Mitteln Linderung verschaffen konnten. Wie man da konkret vorgeht, ist aber von Katze zu Katze ganz unterschiedlich und wird individuell mit dem Katzenhalter besprochen. Homöopathie macht vor allem Sinn, wenn die Katze auf klassische Medikamente nicht anspricht. Der Ansatz eines guten Heilpraktikers ist, sich den gesamten Stoffwechsel der Katze anzuschauen. Auch Ernährung, Psyche und äußere Einflüsse werden genaustens beäugt und mit entsprechender Therapie angepackt.

Bachblüten für den Notfall

Von den 38 Bachblüten Essenzen kommen in der Regel die Notfalltropfen zum Einsatz. Dies ist eine Mischung aus 5 Essenzen, die in verdünnter Form verabreicht wird.

Farben berücksichtigen

Die Farblehre kann auch bei Katzen mit Epilepsie genutzt werden. Jeder weiß, dass rot eine eher aggressive Farbe ist. Daher sollte man versuchen, diese Farben in der Wohnung zu meiden. Beruhigend wirken hingegen grün und blau.

Akupunktur

Auch Akupunktur ist ein recht neuer Therapieansatz, der bei Epilepsie-Katzen positiv wirken soll.

Lebenserwartung bei Epilepsie-Katzen

Die Frage nach der Lebenserwartung lässt sich nicht so pauschal beantworten, da natürlich die Ursache eine wichtige Rolle spielt. Außerdem ist auch die gewählte Therapieform nicht ganz unerheblich. So muss man doch klar sagen, dass klassische Medikamente natürlich nicht spurlos an Katzen vorübergehen. Andererseits können sie damit aber eben vielleicht noch viele Jahre mit wenigen, kleinen oder gar keinen Anfällen leben. In jedem Fall ist Epilepsie bei Katzen keinesfalls gleich ein Todesurteil!

Videos epileptischer Anfällen von Katzen

Katzenhalter haben die Anfälle ihrer Epilepsie-Katzen gefilmt. Diese zwei Beispiele zeigen auch sehr deutlich, wie unterschiedlich die Anfälle ausfallen können. Auch wenn das herzlos aussieht: das Filmen macht tatsächlich Sinn – für den Tierarzt ist dieses Material enorm wichtig, da er selbst wahrscheinlich nie bei einem Anfall dabei sein kann.

Hinweis: Dennoch sind die Videos nichts für zarte Gemüter!!!

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