Grausame Katzenexperimente am Max Planck Institut

Der internationale Tierschutzverein VIER PFOTEN hat Tierversuche – insbesondere Versuche mit Katzen am Max Planck Institut – scharf kritisiert. Sie fordern in Deutschland ein striktes Verbot für invasive Tierversuche.

Katzenexperimente Max Planck
Katzenexperimente am Max Planck Institut

Wie der Tierschutzverein VIER PFOTEN im Greenpeace Magazin berichtet, sind für eine Studie 2012 am Max Planck Institut Frankfurt/ Main brutale Experimente an Katzen durchgeführt worden. Ziel der Untersuchung war das Erforschen des Sehzentrums der Katzen. Dafür war den Katzen unter Betäubung die Schädeldecke geöffnet worden.

Experimente am Gehirn der Katze

Das Max Planck Institut habe die Experimente an den Katzen durchgeführt, um bestimmte Signale von Neuronen zu untersuchen, die aufgrund von Reizen an der Sehrinde im Gehirn angewendet werden. Das Experiment soll wie folgt durchgeführt worden sein: Zunächst wurde den Katzen ein muskellähmendes Mittel verabreicht. So sollte sichergestellt werden, dass es zu keinen Augenbewegungen kommt. Anschließend wurde die Schädeldecke der Katzen geöffnet, um eine Gehirnhälfte untersuchen zu können. Danach wurden den Katzen Kontaktlinsen eingesetzt sowie Elektronen zur Aufnahme der Hirnaktivitäten eingeführt.

Forderungen von Tierschützern

Der Tierschutzverein VIER PFOTEN übt scharfe Kritik an dieser Art von Tierversuchen. Sie fordern ein Verbot für diese invasiven (in ein Organ eingreifende) Experimente. Versuche dieser Art, die Schmerzen verursachen und psychologische Traumata bei Tieren auslösen können, sollten laut des Tierschutzvereins verhindert werden.

VIER PFOTEN drängt zudem auf die Einführung einer Schmerzgrenze für Tierversuche in Deutschland. Kampagnenleiterin Dr. Martina Stephany von VIER PFOTEN erklärt im Greenpeace Magazin: „Im Hinblick auf Deutschlands Staatsziel Tierschutz müssen die ethischen Argumente gegen Tierversuche mehr in den Vordergrund rücken“.

EU Verbot zu Tierversuchen

Bereits im März 2013 wurde von der EU ein Verbot in Kraft gesetzt, welches Tierversuche für Kosmetika und deren Inhaltsstoffe verbietet. Ein großer Schritt für den Tierschutz – doch VIER PFOTEN ist das nicht genug. Die Richtlinien müssten von unserer Regierung vollständig ausgeschöpft werden. So steigt die Zahl der Tierversuche in Deutschland weiter an. Zwischen 2010 und 2011 sei die Zahl der Experimente um 55.000 auf 2,91 Millionen angestiegen.

Die EU hatte zudem alle Staaten aufgefordert alternative Forschungsmethoden einzureichen – das sei von Seiten Deutschlands bisher nicht geschehen. Dr. Stephany berichtet dem Greenpeace Magazin weiter: „In deutschen Laboren werden hunderte Katzen chirurgischen Eingriffen ausgesetzt und absichtlich mit Krankheiten infiziert. Viele der Tiere sterben während oder spätestens nach den Experimenten“. Katzen müssten vor allem für Experimente in der Hirnforschung und Erforschung des Magen- und Darmtrakts herhalten. Allein 2011 wurden rund 600 Katzen für diese Experimente missbraucht. Damit führt Deutschland mehr Versuche mit Katzen durch als Großbritannien, die Niederlande und Österreich zusammen.

Das ist ein nicht vertretbarer Zustand, wie ich finde. Denn wer, wie ich, eine Katze hat, weiß wie sensibel diese Tiere sind.

Ein Gedanke zu „Grausame Katzenexperimente am Max Planck Institut

  • 31. März 2021 um 09:20
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    Mich erschüttern diese Versuche auch immer sehr. Wenn manche Menschen meinen, das sei notwendig, oder sagen, wir Tierversuchsgegener würden bei einer eigenen Erkrankung ganz schnell anders denken, kann ich nur sagen: nein, das sehe ich nicht so. Es tut mir immer leid, wenn ein Mensch leidet. Aber niemand hat das Recht, ein Tier so zu missbrauchen. Kennt ihr die Geschichte der Katze Double Trouble (wenn nicht, einfach mal googeln). Auch die Wissenschaft besitzt eine Ethik. Wir machen nicht alles, was wir können. Denn das Wirkungsvollste wären ja Versuche am Menschen, z.B. an Gefängnisinsassen. Die machen wir aber auch nicht, aus ehtischen Gründen. Es geht eben nicht alles, was theoretisch technisch gehen würde. Ich meine, man muss sich mal vorstellen, man kommt zur Welt, wird früh (viel zu früh) der eigenen Mutter entrissen, lebt IMMER in einem Käfig, hat keine einzige Bezugsperson, auch keine andere Katze – und wird dazu noch gequält, hat Schmerzen ohne Ende und ist am Ende (wie in Double Troubles fall, andere sind dann blind oder anderes) sogar taub. All das ist Double Trouble passiert. Das ist auch mit keinem Kind, das dann wieder hören kann, aufzurechnen, finde ich. Und so erging es nicht nur Double Trouble, sondern auch anderen Katzen. Und weltweit immer noch vielen, viel zu vielen Tieren. Das würde ich schon sagen, wenn Tierversuche etwas medizinisch bringen würden, zudem tun sie das aber gar nicht. Versuche an einer Katze wie Double Trouble – zum einen, weil sie eine Katze ist und bei Tieren Medikamente ganz anders wirken, zum anderen wegen der klinischen Laborbedingungen, die man im echten Leben so nicht vorfindet, die aber viel ausmachen – kann man auf Menschen nicht projizieren. Contergan hat das eindrücklich beweisen, aber nicht nur dieser spekatkuläre Fall. Etwa 90% der erfolgreich im Tierversuch getesteten Medikamente kommen nicht auf den Markt, weil der Mensch sie nicht verträgt. Auch hier wären die Versuche sicher anders möglich gewesen. Bei Alternativen zu Tierversuchen könnten wir nämlich auch bereits viel weiter sein, hätten wir uns seit dem 19. Jh. (und bereits davor) auf andere Wege konzentriert. Wobei wir schon weiter sind, es muss nur angewandt (und weiter entwickelt) werden.

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