Heilige Birma: Sanfte Rassekatze mit saphirblauen Augen

Die Birma Katze, gemeinhin auch als Heilige Birma bekannt, ist ein Mix aus Siam und Perser. Wo die Rasse herkommt, wie ihr Wesen ist und ob sie sich als Wohnungskatze eignet, kannst du hier erfahren!

Heilige Birma
Heilige Birma mit strahlend blauen Augen

Herkunft und Geschichte der Heiligen Birma

Auch wenn man in der Literatur ganz fantastische Sagen und Legenden zur Herkunft der Birma findet (dazu später mehr), so ist sie doch schlichtweg das Ergebnis einer gezielten Züchtung von Siamese und Perser-Katze. Abgespielt hat sich das Ganze in Frankreich in den 1920er Jahren. Auch nachdem die Rasse 1925 offiziell anerkannt wurde, blieb die kontrollierte Züchtung in Frankreich. So dauerte es noch ein paar Jahre, bis die Heilige Birma international Ansehen erlangen konnte. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg, in den 50ern, erlebte die Rasse ihren ersten Boom und der Startschuss für Züchtungen in den USA und Großbritannien war gefallen.

Wichtiger Hinweis: Auch wenn die Namen Burma und Birma die Vermutung nahelegen, dass in irgendeiner Weise eine Verbindung zwischen beiden Rassen bestehen könnte – dem ist nicht so. Dennoch werden beide häufig verwechselt.

Legende zur Birma

Daneben existieren aber eine Reihe an Legenden und Vermutungen zur Herkunft der Birma, die natürlich deutlich spannender sind.
Einerseits wurde jahrelang vermutet, dass sie tatsächlich aus dem südostasiatischen Staat Birma, heute besser bekannt als Myanmar, stammen. Man ging davon aus, dass sie in buddhistischen Tempeln lebten und dort auch als göttliche Geschöpfe verehrt wurden.

Hierzu gibt es eine sehr konkrete Legende zum Ursprung der Katzen, die sich während einer feindlichen Invasion in einem Tempel abgespielt haben soll. Dabei soll die Katze des Hohepriesters ihren Herrn vorgefunden haben, wie er im Sterben lag. Er soll direkt unterhalb einer goldenen Statue mit Augen aus Saphir-Steinen gelegen haben. Als die Katze auf diese Statue sprang, soll die Seele des Hohepriesters auf die Katze übergegangen sein. Das hatte zur Folge, dass ihr weißes Fell nun eine leicht goldige Färbung und die gelben Augen plötzlich das Blau des Saphirs annahmen. Abgesehen von den Pfoten, die das Haupt des Hohepriesters berührt hatten und deshalb schneeweiß blieben, entstanden charakteristische Zeichnungen im Gesicht, am Schwanz, an den Ohren und Beinen. Dieses wundersame Ereignis hatte die Priester mit neuer Hoffnung gestärkt, so dass sie die feindliche Armee in die Flucht schlugen. Seit diesem Tag sollen alle Tempelkatzen das für die Birma typische Aussehen gehabt haben.

Heilige Birma Siamkatze
Dass die Birma von der Siamkatze abstammt, ist unverkennbar.

Aussehen der Heiligen Birma

Wie dieses charakteristische Erscheinungsbild der Heiligen Birma konkret aussieht, soll nun im Detail geklärt werden.
Die Birma Katze zählt zu den Halblanghaar-Katzen und besitzt einen mittelgroßen Körper. Die Weibchen wiegen im Schnitt zwischen 3,5 und 4 Kilogramm, die Kater werden bis zu 6 Kilogramm schwer. Die Beine der Rasse sind relativ kurz, aber kräftig.

Kopf: Sie besitzt volle, leicht gerundete Wangen, eine abgerundete Stirn und eine mittelgroße Nase, an der eine leichte Einbuchtung erkennbar ist. Der Abstand zwischen den Ohren ist nicht zu klein und nicht zu groß – wirkt daher ästhetisch. Sie sitzen zudem nicht aufrecht am Kopf und sind leicht nach vorne gebeugt und vergleichsweise kurz. Die mandelförmigen Augen der Birma sind ein echter Hingucker, denn sie sind saphirblau.

Fell: Die Länge des Fells variiert je nach Körperpartie. An den Flanken, am Rücken sowie am Kragen ist es sehr lang, auch der Schwanz ist sehr buschig; im Gesicht sowie an den Beinen ist es aber kurz. Es ist seidig weich und besitzt wenig Unterwolle – wodurch die Birma relativ pflegeleicht bleibt.

Heilige Birma Fell
Die Augen und die Fellfärbung sind ihre Markenzeichen

Charakteristisch ist auch die Fellfärbung, die abgesehen von einem Merkmal (die Pfoten) der Siampoint gleicht. Die Grundfarbe der Katzenrasse lässt sich als eine sehr helle „Eierschalenfarbe“ beschreiben, kommt also einem Creme sehr nahe. Dunkler gefärbt sind bei der Heiligen Birma die Ohren, der Schwanz, die Beine, Genitalien und das Gesicht, welches wie eine Maske wirkt.

Neben der Pointierung sind die schneeweißen Pfoten, auch „Handschuhe“ genannt, ein eindeutiges Erkennungsmerkmal. Die Abgrenzung der Handschuhe hat auch penibel genaue Vorgaben: Sie müssen an den Gelenken der bzw. am Übergang von Zehe zu Mittelhand enden. Nur bei den Hinterpfoten wird ein darüber hinausgehen akzeptiert. Im Idealfall laufen die Handschuhe als ein umgedrehtes V auf der Sohle aus und reichen bis zur halben bzw. dreiviertel Ferse. Ein essentieller Punkt ist die Symmetrie, die zwischen den Pfoten-Paaren und am besten zwischen allen vier Pfoten vorhanden sein sollte.

Charakter der Birma-Katze

Eines der wichtigsten Charakteristika der Birma-Katze ist ihr ausgeglichenes Wesen. Zudem strahlt sie unheimlich viel Ruhe und Sanftheit aus, was sie zu einem tollen Gefährten macht. Darüber hinaus ist die Rasse sehr anhänglich – hier merkt man wieder den Einfluss der Siamkatze, die aufgrund ihrer Anhänglichkeit auch als „Hundskatze“ bezeichnet. Sehr ähnliches Verhalten kann man auch bei der Birma beobachten, so folgen einige Tiere ihren Besitzern auf Schritt und Tritt.

Das heißt aber auch, dass sie nicht gern allein ist. Daher sollte man entweder selbst genügend Zeit mitbringen, um ihr Gesellschaft zu leisten oder aber man schafft sich diese Rasse als Zweitkatze bzw. gleich gemeinsam mit einem Spielgefährten an. Sie verträgt sich im Übrigen auch hervorragend mit Kindern und ein netter Hund wird auch akzeptiert, sofern es für den Stubentiger immer ausreichend Rückzugsmöglichkeiten gibt. Wichtig ist nur, dass sie nicht zu lange allein ist, sonst langweilt sie sich und vereinsamt.

Heilige Birma Aussehen
Quelle: Abfotografiert vom Bassermann Handbuch „Katzen“

Im Vergleich zu manch anderen Rassen ist sie darüber hinaus kein Wildfang, der stets beschäftigt oder gefordert werden will. Im Gegenteil, ihr Spiel- und Bewegungsdrang ist nicht besonders groß ausgeprägt, sie ist eher eine gemütliche Katze. Aber wie gesagt, sie mögen Gesellschaft. Außerdem dürfen Schmuseeinheiten nicht zu kurz kommen, denn kuscheln ist ihr sehr wichtig.

Wer also wahnsinnig gern mit seiner Samtpfote schmust und dafür Sorge tragen kann, dass sie die meiste Zeit in Gesellschaft mit Menschen oder anderen Katzen ist, wird in der Heiligen Birma einen wundervollen, relativ pflegeleichten und dankbaren Gefährten finden.

Wer sich hingegen eine temperamentvollere Katze wünscht, die man beim Spielen auch fordern kann, sollte sich vielleicht noch einmal die Charaktere der anderen Katzenrassen anschauen.

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