Ist Katzengras sinnvoll? Worauf du achten solltest

Hast du dich bei Katzengras auch schon immer gefragt: Warum, weshalb, wieso? Hier erfahren, warum die grünen Halme insbesondere für Stubentiger sinnvoll sind und worauf du achten solltest!

Katzengras
Katzengras – das beste Mittel gegen Haarballen

Katzengras – sinnvoll oder nicht?

Hinter dem „Grünzeug“ Katzengras verbergen sich eigentlich ganz unspektakuläre Gräser, die besonders gut für Katzen geeignet sein sollen. Im Handel gibt es verschiedene Sorten zu kaufen – einige davon sind besser als andere geeignet. Später (unter Punkt „Vorsicht bei der Wahl des Katzengrases“) mehr dazu.

Nun ist es ja so, dass nicht jedes Produkt, das extra für Katzen entwickelt und auf den Markt gebracht wurde, unbedingt immer sinnvoll ist. Häufig steckt dann hinter Produkten wie Katzenmilch usw. eine riesige Marketingmaschinerie, die nur dafür da ist, das Bedürfnis des Katzenhalter, seinem Liebling etwas Gutes zu tun, zu befriedigen. Nicht selten ist hier mehr Schein als Sein. Daher kann ich durchaus verstehen, wenn du in Sachen Katzengras zunächst skeptisch bist. Allerdings liegt hier der Fall tatsächlich anders. Denn die Gräser sind für Katzen – vor allem für Stubentiger – eine echte Hilfe bei der Verdauung.

Verdauungshilfe: Gras bekommt Katzenhaare in den Griff

Jeder Katzenhalter weiß, wenn unsere Stubentiger nicht gerade schlafen oder fressen, verbringen sie ihre Zeit am liebsten mit ausgiebiger Fellpflege. Mit voller Hingabe wird dann jeder Zentimeter des Katzenkörpers mit der rauen Zunge gesäubert – zumindest die, an die sie herankommen. Für Stellen, die sie nicht erreichen, wie das Gesicht, wird die Pfote mit Speichel benetzt und diese dann immer wieder über das Gesicht gestrichen.

Vor allem zu Zeiten des Fellwechsels, also im Frühjahr und Herbst, werden somit auch lose Haare entfernt. Dabei landen nicht selten Haare im Magen der kleinen Miezen. Wobei die Menge an Katzenhaaren bei Langhaarkatzen sicher höher ist, als bei Kurzhaarkatzen. Eigentlich ist der Magen einer Katze darauf ausgelegt, bestimmte Haarmengen zu bewältigen und aufzulösen. Schließlich ist die natürliche Beute der Katze hauptsächlich die Maus – die mit Haut und Haaren verspeist wird. Wohnungskatzen werden in der Regel aber keine frischen Mäuse serviert, sondern Fertigfutter. Der Magen passt sich an die veränderte Nahrung an und produziert weniger Magensäure. Die wiederum ist aber sonst für das Zersetzen der verschluckten Haare zuständig und kann diese Aufgabe somit nicht mehr ganz so optimal erfüllen. Zudem ist der Magen von Wohnungskatzen im Allgemeinen, aufgrund ihrer geringeren Aktivität, etwas träger als von Freigängern.

Katzengras Wirkung
Freigänger suchen sich die passenden Gräser. Stubentiger profitieren von Katzengras

Nimmt die Katze nun durch ihre Fellpflege zu viele Haare auf (was insbesondere beim Fellwechsel passieren kann) und ist nicht in der Lage, sie durch Erbrechen oder Ausscheidung über den Kot loszuwerden, kann es zu Problemen kommen. So besteht die Gefahr, dass sich richtige Haarklumpen im Magen bilden, die im schlimmsten Fall zu einem Darmverschluss führen können.

Hier kommt das Katzengras ins Spiel. Durch das Gras gelingt es der Katze, sich der Haare auf natürlichem Wege zu entledigen. Katzen machen das ganz instinktiv. Freigänger, die sich draußen in der Natur bewegen, nutzen die Gräser, die ihnen über den Weg laufen. Wenn nun auch Wohnungskatzen durch Katzengras die Chance dazu bekommen, nutzen sie diese ebenfalls. Sie knabbern an den Grashalmen herum, um ihre Haare samt Halm erbrechen zu können. Für uns klingt das vielleicht etwas komisch und manche finden das vielleicht auch ekelig. Aber im Grunde ist das nichts schlimmes, da in der Regel wirklich nur Gras und Haare erbrochen werden. Das riecht nicht und lässt sich auch schnell wieder beseitigen.

Weitere Vorteile von Katzengras

Neben der Hauptfunktion als Verdauungshilfe hat Katzengras aber noch eine andere Bedeutung. So gehen Wissenschaftler davon aus, dass über Grashalme wichtige Nährstoffe aufgenommen werden. Sozusagen ein natürliches Nahrungsergänzungsmittel. Eine entscheidende Rolle spielt dabei Folsäure. Der Stoff ist maßgeblich an der Bildung von Hämoglobin (roter Blutfarbstoff) beteiligt, der eben nicht nur für uns Menschen, sondern eben auch für Katzen extrem wichtig ist.

Ein toller Nebeneffekt, der sich durch das Knabbern am Katzengras in vielen Katzenhaushalten einstellt: Andere Blumen und Pflanzen werden von nun an in Ruhe gelassen 🙂 Nicht nur zur Freude jedes Katzenhalters und jeder Pflanze – so verringert sich dadurch zugleich das Risiko, dass unter Umständen auch giftige Pflanzen für Katzen, die gefährlich sein und zu Vergiftungen führen können, angeknabbert werden.

Katzengras Arten
Katzengras sollte am besten feine Halme haben, damit sich Katzen nicht verletzen

Vorsicht bei der Wahl des Katzengrases

Wenn du deiner Katze Katzengras bereitstellen möchtest, hast du zwei Möglichkeiten: Entweder du kaufst im Handel fertig gezogenes Katzengras oder aber du kaufst Samen und züchtest selbst. Egal, für welche Variante du dich entscheidest, du solltest besonderes Augenmerk auf die Art des Grases legen. So können sich je nach Anbieter hinter dem Namen Katzengras ganz verschiedene Gräserarten verbergen.

Sehr gut als Katzengras geeignet sind Getreidesamen wie Gerste, Weizen oder Hafer. Die Grashalme sind schön weich und stellen somit beim Knabbern und Schlucken keine Gefahr für deine Katze dar. Recht häufig wird zudem Zyperngras verwendet. Das Problem hierbei ist, dass sich die Struktur der Halme von beispielsweise Gerste unterscheidet. Zyperngras hat deutlich härtere, scharfkantigere Halme. Diese bergen die Gefahr, dass sich die Katze beim Knabbern im Gesicht, am und im Maul verletzt. Zudem können die harten Halme im Rachen- oder Magen-Darm-Trakt steckenbleiben.

Auch Grünlilien sind nicht ganz ungefährlich, obwohl sie häufig als Katzengras angeboten werden. So hat diese Pflanze die Eigenschaft, Schadstoffe aus der Luft aufzunehmen und zu speichern. So werden z.B. Nikotin, Formaldehyd in den Halmen gespeichert und die Katze würde statt gesundheitsfördernder Nährstoffe konzentrierte Giftstoffe zu sich nehmen.

HINWEIS: Aus diesem Grund sollten Grünlilien keinesfalls in Raucherhaushalten als Katzengras angeboten werden!!!
Wenn du das Gras selbst anpflanzen möchtest, achte darauf, dass du unbehandelte Gartenerde verwendest und keine gedüngte Pflanzenerde.

Pflege & Standort: Die Erde des Grases möglichst immer feucht halten, aber nicht ertränken. Katzengras mag zudem gern viel Licht und Wärme, direkte Sonneneinstrahlung sollte dennoch vermieden werden. Und zu guter Letzt: Das Gras sollte natürlich so positioniert werden, dass sie für die Katze auch gut erreichbar ist 🙂

Alternativen zu Katzengras

Katzengras ist für deine Katze(n) in jedem Fall eine tolle Sache. Ich würde dir aber dennoch empfehlen, deinen Stubentiger bei der Fellpflege regelmäßig mit ausgedehnten Bürsteneinheiten zu unterstützen. So kannst du verhindern, dass überhaupt erst so viele Katzenhaare in den Magen deiner Katze gelangen. Vor allem bei Rassekatzen mit halblangem oder langem Fell würde ich dir regelmäßiges Bürsten ans Herz legen – nicht nur zur Zeit des Fellwechsels.

Neben Katzengras gibt es noch andere Möglichkeiten, um das Bilden von Haarballen zu verhindern. Malzpaste soll so eine Alternative sein, die eine bessere Verdauung bewirkt. Im Handel habe ich auch schon öfters Katzenfutter oder Leckerlis gesehen, die die Aufschrift „Antihairball“ trugen. Ich habe damit noch keine Erfahrungen gemacht, aber von Leckerlis würde ich generell Abstand nehmen, weil sie in der Regel Dickmacher sind. Habt ihr mit diesem Futter schon Erfahrungen gesammelt? Taugen die was? Oder würdet ihr – wie ich – auch in jedem Fall zu Katzengras raten?

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