Japanese Bobtail: Die stummelschwänzige Glückskatze

Die Japanese Bobtail ist auch unter dem Namen japanische Stummelschwanzkatze bekannt. Die dreifarbige Mi-Ke soll Glück bringen! Wo sie herkommt und was ihren Charakter ausmacht, kannst du hier nachlesen!

Japanese Bobtail
Die Japanese Bobtail ist unverkennbar an ihrem Stummelschwanz (Quelle: Abfotografiert vom „Bassermann Handbuch Katzen“)

Herkunft der Japanese Bobtail

Die Herkunft der Katzenrasse ist noch nicht vollständig geklärt, aber man geht davon aus, dass alles seinen Anfang in China nahm. Dort sollen die Katzen bereits vor rund 1000 Jahren gelebt haben, wie verschiedene Kunstgegenstände aus dem 11. Jahrhundert mit ihnen als Motiv belegen.

Forscher sind der Ansicht, dass das Erkennungsmerkmal der Japanese Bobtail, der stummelige Schwanz, ein natürliches Phänomen sei. Es ist erblich bedingt und wird durch ein autosomales rezessives Gen gebildet. Die Katzen wurden hochverehrt und lebten zunächst am Hofe des Kaisers. Über diesen gelangten sie dann auch als Geschenk für den japanischen Kaiser schließlich auf die Insel.

1602 wurde in Japan beschlossen, dass alle Katzen frei seien. Man wollte mit ihrer Hilfe die Nagetierplage in den Griff kriegen. Daher waren sie nun auch auf den Straßen, Bauernhöfen und Plantagen zu finden. Allerdings war damit für eine Zeit auch der Kauf und Verkauf der Katzen nicht erlaubt.

Zuchtbeginn

Mit der gezielten Zucht der Japanese Bobtail begann man dann am japanischen Kaiserhof zur Edo-Zeit (1603-1867), da die Stummelschwanzkatze für den wirtschaftlichen Wohlstand von immensem Wert war. Sowohl Japan als auch China kämpften nämlich auf ihren wertvollen Seidenspinner-Plantagen immer wieder mit Nagetierplagen und Vögeln. Beide richteten durch das Fressen der Seidenspinner-Raupen großen Schaden auf den Plantagen an, die nicht unerhebliche Verluste für die Wirtschaft bedeuteten. Als natürliche Waffe sollten Katzen eingesetzt werden. Zunächst versuchte man es mit „normalen“ Katzen. Die Plage konnte zwar eingedämmt werden, aber ihre Schwänze zerstörten die wertvollen Gespinste. Daher musste eine Katze ohne Schwanz her, weshalb man von Anbeginn der Seidenspinner-Plantagen immer wieder Katzen den Schwanz kupierte. Durch die Japanese Bobtail konnte sich endlich eine natürliche Stummelschwanzkatze auf den Plantagen der Mäuse- und Vogel-Jagd widmen, weshalb sie für den Hof seither enorm wichtig war.

Bis die Rasse außerhalb der japanischen Insel bekannt wurde, dauerte es allerdings noch einige Zeit. Erst in den 1960er Jahren wurde die Katzenrasse von in Japan stationierten amerikanischen Soldaten entdeckt. 1968 wurden dann drei Tiere für ein Zuchtprogramm von Elisabeth Freret in die USA importiert. Acht Jahre später erfolgte die Anerkennung der Rasse durch die Cat Franciers‘ Association (1976). Es dauerte weitere 14 Jahre, bis die Japanese Bobtail vom FIFe (1990) anerkannt wurde. In Großbritannien wurde sogar erst 2001 der erste Wurf dieser Rassekatze festgehalten.

Legende

Neben der wahren Entstehungsgeschichte der Katzenrasse hält sich bis heute eine verrückte Legende sehr tapfer. Diese zeigt auch sehr deutlich, welch großes Ansehen die Katzen bereits vor Hunderten von Jahren in Japan genossen. Der Legende nach hielten sich die hochangesehenen und verehrten Katzen in Tempeln auf. Eines Tages brach ein Feuer aus, bei dem der Schwanz einer der Katzen Feuer fing. Das arme Tier, mit der Situation völlig überfordert, rannte wie von der Tarantel gestochen aus dem Tempel durch die Straßen der Stadt. Bei dieser Raserei steckte die Katze mit ihrem Schwanz leider sämtliche Häuser in Brand. Damit solch ein schreckliches Unglück nie wieder geschehen konnte, befahl der japanische Kaiser augenblicklich allen Katzen die Schwänze zu kupieren.

japanes bobtail Aussehen
Eine Zeichnung der dreifarbigen Stummelschwanzkatze (Quelle: Abfotografiert vom „Bassermann Handbuch Katzen“)

Aussehen der Japanischen Stummelschwanzkatze

Die Rasse bringt mit einer Schulterhöhe von 30-45 cm im Schnitt 2,5 kg bis 4 kg auf die Waage und wird daher den mittelgroßen Katzen zugeordnet. Sie hat einen schlanken, gestreckten, aber dennoch gut bemuskelten Körper. Sie steht auf langen, schlanken Beinen, wobei die Hinterbeine deutlich länger sind. Ihre Pfoten sind mittelgroß und oval. Der Gang der Katze ist leicht hoppelig.

Der Kopf der Japanese Bobtail hat die Form eines gleichseitigen Dreiecks und wirkt harmonisch mit weichen Kurven. Sie besitzt gut ausgeprägte Wangenknochen und eine lange Nase mit einer leichten Einbuchtung. Ihre Ohren sind verhältnismäßig groß, gerade mit abgerundeten Spitzen. Sie stehen sehr weit auseinander. Man könnte sagen, sie sind rechtwinklig am Kopf angebracht. Die schräg sitzenden Augen der Stummelschwanzkatze sind ebenfalls groß und von der Form her oval. Es sind alle Augenfarben erlaubt, auch verschiedenfarbige Augen (ein Auge blau, eines braun). Die Farbe sollte mit der Fellfarbe harmonisieren.

Schwanz
Der stummelige Schwanz ist DAS Erkennungsmerkmal der Katzenrasse. Er soll nicht länger als 5-8 cm sein. Er kann eingliedrig sein oder aus mehreren Gliedern bestehen. Bei mehreren Gliedern ist er meist eingerollt oder gekrümmt (ausgerollt misst er dann auch mal 10 cm). Das Fell ist am Stummelschwanz nicht nur länger, sondern auch dichter als am restlichen Körper. Er wirkt dadurch plüschiger und wird daher oft mit einem Kaninchenschwanz, Pompon oder einer Puderquaste verglichen. Da der stummelige Schwanz rezessiv vererbt wird, müssen beide Elternteile diese Mutation aufweisen, damit ihre Katzenjunge ebenfalls kurzschwänzig werden.

Fell: Mi-Ke (dreifarbige) sind am beliebtesten
Das Fell der Japanese Bobtail ist kurz bis halblang mit einer feinen, weichen Textur. Unterwolle hat sie kaum bis gar nicht. Die Zuchtverbände erkennen alle Farben an, außer: Lila, Chocolate und Colourpoint. Besonders begehrt sind die zwei- und dreifarbigen Katzen.

Insbesondere die dreifarbige Variante mit weiß-rot-schwarzem Fell, die auch unter dem Namen Mi-Ke bekannt ist, erfreut sich großer Beliebtheit. In Japan gilt diese Katze als Glückskatze. Daher ist sie auch vor sämtlichen Gebäuden des Landes als Statue zu finden. Hierzulande kennt man auf jeden Fall die winkende Katze, die ebenfalls als Glücksbringer gesehen wird.

japanes bobtail maneki-neko
Die winkende Maneki-neko bringt Glück

Hinweis: Der regelmäßige Haarwechsel, wie man ihn von den meisten Katzen kennt, ist bei dieser Rasse kaum ausgeprägt. Daher haart sie besonders wenig.

Charakter und Wesen

Zu den markantesten Eigenschaften der Japanese Bobtail zählen zum einen ihre große Intelligenz und zum anderen ihre Gesprächigkeit. Erstgenanntes, ihre große Lernbereitschaft zeigt sie häufig durch Apportieren von Spielzeug und dem Erlernen von kleinen Kunststücken. Außerdem lassen sich viele das Laufen an der Leine bzw. am Geschirr antrainieren. Die gesellige Stummelschwanzkatze will ihren Menschen nicht nur ganz besonders gefallen, sie bringt sich auch gern verbal ein. Ihre zarte Stimme ist sehr facettenreich, einige haben einen Stimmumfang von rund einer Oktave. Viele Katzenhalter berichten, dass sie, wenn sie angesprochen wird, „antwortet“ und zum Teil richtige Gespräche führt. Außerdem soll ihre Gesprächigkeit manchmal klingen, als ob sie singt.

Die Katzenrasse wird gelegentlich auch mit Hunden verglichen, weil sie ihre Menschen und auch Besucher am liebsten direkt an der Tür empfängt. Dabei soll sie freudig mit ihrem kleinen Stummelschwänzchen wackeln, wie ein Hund.

Typisch für die Rasse ist darüber hinaus ihr ausgeprägter Spiel- und Klettertrieb sowie ihre Vorliebe für Wasser. Mit Wasserspielen kann man ihr also eine echte Freude machen.

Aufgrund ihres freundlichen Wesens, ihrer großen Anhänglichkeit, Menschenbezogenheit und Kontaktfreudigkeit, aber auch wegen ihrer Robustheit ist sie eine tolle Familienkatze. Japanese Bobtails stehen gern im Mittelpunkt des Familiengeschehens. Sie kommt gut mit Kindern zurecht, in der Regel auch mit Artgenossen und anderen Heimtieren.

Was sie allerdings überhaupt nicht mag, ist alleine sein. Berufstätige Singlehaushalte sollten ihr daher in jedem Fall zumindest einen Spielgefährten in Form einer Zweitkatze an die Hand geben. Denn gelangweilte Katzen können sehr kreativ sein und Dinge anstellen, die vielleicht nicht im Sinne des Katzenhalters sind.

Haltung und Pflege

Wie bereits erwähnt, fühlt sie sich in einem Zuhause, in dem auch mal was los ist und sie vielleicht die erste Geige spielen kann, am wohlsten. Über einen gesicherten Garten oder Balkon freut sie sich in jedem Fall auch. Freigang ist mit der Stummelschwanzkatze aber ebenso problemlos möglich, vor allem weil sie gegenüber Krankheiten nicht so anfällig reagiert und auch Kälte recht gut ab kann.
Zudem benötigt die Rasse keine besondere Pflege. Das Fell haart fast nicht, so dass es genügt, wenn es hin und wieder gekämmt wird.

Gesundheit und Erbkrankheiten

Die Japanese Bobtail ist eine robuste Katzenrasse, von der bisher auch keine spezifischen Erbkrankheiten bekannt sind. Im Gegensatz zu anderen kurzschwänzigen und schwanzlosen Rassekatzen (z.B. die Manx) scheint das rezessive Gen keine Gelenks- oder Knochenanomalien zu verursachen.

Falls die Japanese Bobtail dennoch nicht so recht zu dir passt, kannst du dich hier über die anderen Katzenrassen schlaumachen.

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