Katze als Geburtstags- oder Weihnachtsgeschenk?

Der Weihnachtsbaum funkelt, es duftet nach Zimt & Vanille und plötzlich erklingt ein zartes „Miau“. Was für eine schöne Bescherung! Oder doch nicht? Hier erfahren, warum eine Katze als Weihnachtsgeschenk einfach nicht geht!

Katze als Weihnachtsgeschenk
Katze als Weihnachtsgeschenk – eine schöne Bescherung?

Katze als Weihnachtsgeschenk – BITTE NICHT!

Du spielst mit dem Gedanken, einem einsamen Freund, der Oma oder deinen Kindern eine Katze zu schenken? Quasi als Überraschung mit einem Schleifchen unterm Weihnachtsbaum? Klar, das klingt nach einer wundervollen Idee und natürlich verstehe ich die Intention. Im ersten Moment würde sich der Beschenkte sicher auch total freuen. Zumindest wäre er überrascht und bestimmt auch von dem kleinen niedlichen Wollknäuel entzückt. Aber was ist danach?

Nicht ohne Grund landen nach Weihnachten unzählige Vierbeiner in Tierheimen oder werden einfach ausgesetzt, weil keiner das Kleingedruckte der tierischen Weihnachtsgeschenke gelesen hatte.

Ich glaube einfach, der Gedanke des Katzengeschenks ist einfach nicht ganz zu Ende gedacht. Bevor du also den Schritt gehst und irgendwo ein Kätzchen kaufst, möchte ich dich bitten, über die folgenden Punkte zumindest einmal nachzudenken.

Warum Katzen keine Geschenke sind

… hierfür gibt es eine ganze Palette an Argumenten. Im Übrigen gilt das für alle anderen Tiere auch, egal ob Hund oder beispielsweise Kleintiere (Kaninchen, Meerschweinchen usw.).

1. Katzen sind Lebewesen, keine Plüschtiere

Genau das vergessen wohl die meisten bei all ihrem Enthusiasmus. Natürlich sind Katzen super niedlich und im Vergleich zu einem Hund vielleicht auch pflegeleichter und selbstständiger. Dennoch: Sie sind Lebewesen mit Persönlichkeiten. Wer einer Katze ein Zuhause gibt, trägt auch die Verantwortung für das Tier.

Vor allem, wenn der Stubentiger als Geschenk für Kinder geplant ist, sollte man sich überlegen, ob der Wunsch nicht nur eine kurze Laune ist. Will das Kind nicht vielleicht einfach nur etwas Knuffiges zum Kuscheln? Eine Katze kann man nicht einfach wie den Teddybären in die Ecke hauen, wenn man genug von ihm hat. Katzen sind von uns abhängig. Sie möchten regelmäßig versorgt und vor allem geliebt werden.

Katze als Weihnachtsgeschenk niedlich
Niedlich, ja. Aber eben auch Lebewesen mit Bedürfnissen

2. Die Chemie muss stimmen

Diesen Punkt finde ich persönlich sehr wichtig. So macht es doch wenig Sinn, seinem Kind oder Freund irgendein Tier vor die Nase zu setzen. Möchte sich die Person seinen zukünftigen Gefährten denn nicht lieber allein aussuchen? Oft spürt man doch bei der ersten Begegnung, ob der Funke überspringt oder nicht.

Bei Bruno und Lotte war das in jedem Fall so. Als wir den Züchter von Lotte besucht hatten, waren da fünf kleine Kitten, die alle charakterlich total unterschiedlich waren. Lotte war die Zarteste und dennoch eine Kämpferin – sie hat uns sofort imponiert und wir wussten, dass sie zu uns passt.

Bei Bruno war es damals genau anders herum. Er kam sofort auf mich zu, stolperte mir in die Arme und hat gesagt „Nimm mich mit“. Das heißt, oftmals suchen sich die Tiere selbst ihren neuen Freund aus. Genau diese tolle Begegnung und Chance sollte man weder der Katze noch dem zukünftigen Katzenhalter verwehren.

3. Verantwortung für rund 15 Jahre

Katzen werden in der Regel rund 15 Jahre alt. Das heißt, so lange muss sich einer um das Tier kümmern. Sind die Kinder dann noch im Haus oder bleibt die Verantwortung dann an den Eltern hängen? Ist der Beschenkte überhaupt bereit, sich so lange an ein Tier zu binden? Wer kümmert sich bei Krankheit oder Urlaub? All diese Fragen sollten im Vorfeld geklärt werden. 15 Jahre ist wirklich eine lange Zeit!

4. Familienzuwachs mit Bedürfnissen

Wer sich dazu entschließt, einem Stubentiger ein Zuhause zu geben, sollte auch die Bedürfnisse des neuen Familienmitglieds kennen. Weißt du, was Katzen fressen, wie viel Platz sie benötigen und was sie alles brauchen, um sich wohl zu fühlen? Vor allem bei Rassekatzen sollte man auf die Charaktereigenschaften achten. Einige brauchen unbedingt Freigang, andere sind nachtaktiv und wieder andere haben sehr viel zu erzählen. Genauso kann es vorkommen, dass eine Katze gar nicht so menschenbezogen ist und die gewünschten Kuscheleinheiten ausbleiben.

Katze als Weihnachtsgeschenk Bedürfnisse
Mit einer Katze gibt es auch mal Chaos

Darüber hinaus solltest du dich darauf einstellen, dass es mit einer Katze auch einfach etwas wilder und chaotischer Zuhause wird. Unter Umständen leiden geliebte Möbel, es geht mal etwas zu Bruch und überall sind Katzenhaare.

5. Der finanzielle Aspekt

Hast du dir auch schon mal Gedanken zu den Kosten gemacht? Neben einmaligen Anschaffungskosten für Katzentoilette, Kratzbaum, Spielzeug usw. gibt es eine Menge laufender Kosten. Katzenfutter und Katzenstreu sind meist keine großen finanziellen Brocken, aber bei Tierarzt-Rechnungen für Impfungen und Check-Up oder Kastration geht es schon ans Eingemachte. Und was ist, wenn die Katze krank wird? Dann sind regelmäßige und erheblich höhere Tierarztkosten zu erwarten. Womöglich braucht die Katze dann auch Medikamente und Spezialfutter. Hast du die finanziellen Mittel, deiner Katze die bestmögliche Behandlung zukommen zu lassen?

6. Ziehen alle an einem Strang?

Dieser Aspekt ist nicht zu unterschätzen. Was sagen denn alle Familienmitglieder zu der Entscheidung? Sind alle von Katzen begeistert oder hat nur einer nachgegeben? Habt ihr zudem geklärt, ob irgendjemand Allergien hat? Nur wenn sich alle auf den neuen tierischen Bewohner freuen, kann das auch langfristig gutgehen.

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