Katzenmilch: Sollten Katzen überhaupt Milch trinken?

Gut verträglich und reich an Vitaminen“ – damit werben Hersteller für ihre Katzenmilch. Stimmt das? Warum Katzen keine Milch vertragen und, ob es überhaupt eine gute Alternative zu Kuhmilch gibt – hier schlaumachen!

Katzenmilch
Ist Katzenmilch eine gute Alternative zu „normaler“ Milch?

In unseren Köpfen ist das Bild von Katzen, die sich gierig über ein Schälchen Milch hermachen, fest verankert. Früher hat doch irgendwie jede Katze Milch bekommen, oder?! Auch die streunende Katze im Garten meiner Oma war immer sofort zur Stelle, wenn es Milch gab. Damals wusste man es einfach nicht besser. So langsam hat aber jeder schon mal gehört, dass die meisten Katzen Milch eigentlich überhaupt nicht vertragen. Warum das so ist, erkläre ich ausführlich weiter unten.

Katzenmilch: Spezielle Milch für Katzen

Hersteller von Tiernahrung haben sofort auf das Wissen über Unverträglichkeit von Kuhmilch reagiert und die sogenannte „Katzenmilch“ auf den Markt gebracht. Die Milch wurde laut Herstellerangaben speziell für Katzen entwickelt. Sie soll nicht nur überaus bekömmlich, sondern auch noch gesund sein. So werben Hersteller mit einer Reihe toller Inhaltsstoffe: Unter anderem sollen Vitamine für Vitalität, Kalzium und Eisen für die Knochen, Taurin für die Sehkraft und das Herz-Kreislauf-System sowie eine Vielzahl an Spurenelementen enthalten sein. Klingt traumhaft, oder? Ganz so super ist die Zusammensetzung der Inhalte in der Realität jedoch nicht. Ich habe mir mal die Angaben der Inhaltsstoffe genauer angesehen. Ich muss gestehen, unter natürlicher Nahrung stell ich mir etwas anderes vor.

Inhaltsstoffe
Die Zusammensetzung bei Katzenmilch sieht in der Regel so aus:

  • Milch und Molkereierzeugnisse,
  • pflanzliche Nebenerzeugnisse,
  • Öle, Fette,
  • Zucker,
  • Konservierungsstoffe,
  • synthetische Vitamine und Taurin.

Zunächst einmal bedeutet das, hier ist auch Kuhmilch drin. Sie ist also nicht frei von Laktose, sondern lediglich laktosereduziert. Unter Pflanzennebenerzeugnissen verbergen sich Abfallprodukte von Mais, Soja, Erdnüssen usw. Zusätzlich fällt auf, dass diese Milch Zucker enthält. Sie ist also nicht nur fettreich, sondern bringt über den Zucker noch weitere unnötige Kalorien mit.

Katzenmilch ist kein Getränk

Diese eigens für Katzen entwickelte Milch ist nicht nur teuer (200 ml kosten je nach Marke ca. ein Euro), sie ist auch eine echte Kalorienbombe. Es ist wichtig, dass man dieses Produkt nicht als Getränk versteht, sondern als energiereiches Nahrungsmittel. Lediglich Wasser sollte als Durstlöscher gelten. Wer seiner Katze aber mit dieser Milch etwas Gutes tun möchte, sollte sie nur in Maßen bereitstellen. Sie ist eher als Leckerli zu sehen. So bleibt sie für deine Katze auch etwas Besonderes. Und hin und wieder sollte Schlemmen ja durchaus erlaubt sein.

Achtung: Wer seine Samtpfote regelmäßig bzw. übermäßig mit Katzenmilch verwöhnt, riskiert, dass die Katze zu dick wird. Übergewicht wiederum zieht Krankheiten wie Diabetes oder Leberschäden nach sich.

Katzenmilch Kuhmilch
Mögen wirklich alle Katzen Milch?

Milchmädchenrechnung: Alle Katzen lieben Milch

Sicher, es gibt viele Katzen, die total auf Milch abfahren. Aber es gibt eben auch Katzen, die damit überhaupt nichts anfangen können. Genauso gibt es Stubentiger, die keine Katzenmilch oder nur bestimmte Sorten anrühren oder nur Vollmilch verschlingen. Wie bei uns Menschen sind die Geschmäcker eben auch verschieden und sicherlich spielt auch die Gewöhnung mit rein. Da aber nun mal die meisten Katzen eine Schwäche für Milch haben, sind wir wohl sehr lange davon ausgegangen, dass sie auch gut für unsere Stubentiger ist. Leider ist dem nicht so, auch wenn das Leben einer jeden Katze mit Milch beginnt.

Warum vertragen Katzen Muttermilch?

Wie alle Säugetiere werden auch Katzen nach der Geburt zunächst gesäugt. Die Muttermilch von Katzen hat aber eine andere Zusammensetzung als beispielsweise von Menschen oder Kühen. Jede Muttermilch ist auf die Bedürfnisse des Säugers angepasst. Kälber, die nach der Geburt sofort aufstehen und erste Gehversuche starten, benötigen viel mehr Energie als Katzen. Die blinden Katzenwelpen sind nämlich Nesthocker, die nur sehr langsam anfangen, zu krabbeln. Daher ist Kuhmilch deutlich fettreicher als Katzenmilch. Neugeborene Kätzchen benötigen dafür mehr Proteine, die demnach in ihrer Muttermilch enthalten sind.

Die Natur sieht also zunächst vor, dass Kätzchen in den ersten Wochen Milch als Energielieferanten bekommen. Der Körper produziert daher das Enzym Lactase, welches für die Verarbeitung von Milchzucker (Laktose) verantwortlich ist.

Milchverträglichkeit wird „verlernt“

Im Laufe der Zeit wird die Produktion von Lactase langsam aber stetig heruntergefahren. Der Prozess beginnt mit ungefähr vier Wochen, wenn die Kätzchen immer eigenständiger und auch langsam an Futter gewöhnt werden. Die Fähigkeit, Laktose zu verarbeiten wird sozusagen langsam wieder verlernt, während Katzen stückweise von Muttermilch entwöhnt werden. Der Prozess geht so weit, dass die meisten Katzen eben laktoseintolerant werden.

Katzenmilch Aufzuchtmilch
Katzenmilch eignet sich nicht als Aufzuchtmilch

Was eignet sich als Aufzuchtmilch?

Wenn Kätzchen ohne Mutter gefunden werden, muss natürlich ein Ersatz für die Muttermilch her. Um Findelkätzchen mit dem Fläschchen aufzuziehen, gibt es spezielle Aufzuchtmilch, auch Ersatzmilch für Kittenaufzucht genannt. Bitte keine andere Milch verwenden. Weder Katzenmilch noch Kuhmilch eignen sich als Muttermilchersatz. Die Aufzuchtmilch ist mit allen Nährstoffen angereichert, die Kitten in den ersten Wochen für ein gesundes Wachstum benötigen. Die Ersatzmilch ist in Pulverform erhältlich, du bekommst sie beim Tierarzt oder im Fachhandel. Darüber hinaus kannst du Aufzuchtmilch auch bei Amazon bestellen.

Milch ist nicht giftig

Wenn man von Laktoseintoleranz spricht, bedeutet das aber eben auch, dass Milch nicht grundsätzlich Gift für Katzen bedeutet. Das heißt, wenn Katzen mal Milch bekommen – welche auch immer – werden sie davon nicht lebensbedrohlich krank oder so. Sie vertragen den Milchzucker (Laktose) nur einfach nicht mehr. Die Laktose kann im Körper nicht verarbeitet werden und wird unverdaut ausgeschieden.

Milch verursacht bei Katzen Durchfall

Die meisten Katzen bekommen von Milch arge Verdauungsprobleme. Da die Laktose unverdaut nach außen transportiert wird, ist das häufigste Symptom nach übermäßigem Milchgenuss Durchfall bei Katzen. Aber auch Blähungen, Grummeln im Magen-Darm-Bereich und Bauchschmerzen sind möglich. Auch in verdünnter Milch ist der Laktose-Gehalt eigentlich noch zu hoch.

Allerdings gilt die Unverträglichkeit nicht ausnahmslos für alle. Einige sind vielleicht nie ganz entwöhnt worden und vertragen Milch recht gut. Trotzdem sollte man Milch, unter anderem wegen des hohen Fettgehalts, nur in Maßen geben.

Milch als Hausmittel

Man kann sich die durchschlagende Wirkung von Milch aber auch zunutze machen. Hat deine Katze beispielsweise mal Probleme, Kot abzusetzen, kannst du ihr mit einer kleinen Portion Milch helfen. Sogar viele Tierärzte raten zu Milch, wenn Katzen Verstopfung haben.

Hinweis: Allerdings nicht übertreiben, sonst schlägt es vielleicht in die andere Richtung um und deine Katze bekommt Durchfall.

Was ist mit laktosefreier Milch?

Viele Katzenhalter, die ihre Katze hin und wieder mit etwas Milch verwöhnen wollen, greifen zu laktosefreier Milch. Sie ist tatsächlich eine gute Alternative zu normaler Kuhmilch oder auch zuckerhaltiger Katzenmilch. Zum einen ist sie günstiger und zum anderen enthält sie keine Zusatzstoffe wie Zucker. Um Verdauungsprobleme zu vermeiden, ist die Laktose für laktoseintolerante Organismen entsprechend vorbereitet. Du kannst diese Milch also gern probieren. Allerdings lassen sich nicht alle Katzen von dieser Milchsorte überzeugen.

Hinweis: Auch laktosefreie Milch ist recht fetthaltig. Daher sollten Katzen auch diese Milch nur in Maßen bekommen. Sie ist kein Ersatz für Wasser!

„Milchähnliche“ Leckerlis für Schleckermäulchen

Wie bereits gesagt, ausgewachsene Katzen brauchen keine Milch. Sie ist eigentlich nur als kleines Schmankerl anzusehen, wenn wir unseren Samtpfoten mal etwas Besonders kredenzen wollen. Da muss es aber eigentlich nicht immer unbedingt Milch sein. Es gibt eine Reihe an Produkten, die ebenfalls den Delikatessen-Effekt haben, aber von Natur aus sehr wenig oder gar keine Laktose enthalten. Dazu gehören unter anderem Quark, Joghurt und Hüttenkäse. Sie sollen sogar zu einer guten Verdauung beitragen.

Vorsicht bei Käse: Von anderen Käsesorten sollte man allerdings Abstand nehmen, weil sie häufig zu salzhaltig sind. Da Katzen im Gegensatz zu uns nicht richtig in der Lage sind, zu schwitzen, können sie Salze nicht so leicht abtransportieren. Stattdessen werden die Nieren stark beansprucht.

Wasser: Das wahre Katzen-Getränk

Wenn Katzenmilch oder laktosefreie Milch nur als Leckerlis, in geringen Mengen, gegeben werden sollte – womit löschen Katzen denn nun eigentlich ihren Durst? WASSER! Katzen sind zwar per se nicht die großen Trinker, aber Wasser ist für sie lebenswichtig. Mein Tierarzt hat mir mal den Wasserbedarf von Katzen vorgerechnet. Er meinte, eine Katze solle täglich pro Kilogramm Körpergewicht ca. 60 ml Wasser zu sich nehmen. Im Fall von Bruno, der etwas mehr als 4 kg wiegt, ist das am Tag rund ¼ Liter.

Viele Katzen sind leider ein wenig trinkfaul, so dass man manchmal etwas tricksen muss. Das kann helfen:

  • Immer ein wenig Wasser ins Futter mischen
  • Mehrere Näpfe mit Wasser in der Wohnung verteilen
  • Manche Katzen trinken bevorzugt aus dem Waschbecken oder der Wanne. Also hin und wieder dort mal Wasser einlassen.
  • Der Trinkbrunnen soll ein echtes Wundermittel sein
Katzenmilch Wasser
Für Katzen unheimlich wichtig: Wasser lässt sich durch keine Milch ersetzen

Katzen von Milch entwöhnen

Sind Katzen erst einmal Katzenmilch oder eine andere Milchsorte gewöhnt, ist es natürlich schwierig ihnen das wieder abzugewöhnen. Ich würde empfehlen, die Milch nicht von heute auf morgen vom Speiseplan zu streichen, sondern sehr behutsam vorzugehen. Versuch doch mal, die Milch bei jeder Gabe immer mehr zu strecken (also mit Wasser zu verdünnen). Irgendwann ist sie dann so dünn, dass du auch zu purem Wasser übergehen kannst. Gleichzeitig würde ich ihr das Wasserangebot attraktiver gestalten – also auf verschiedenen Wegen anbieten. Irgendwann wird sie schon eines der Wasserangebote annehmen. Und zur Not mischst du ihr anfangs welches ins Futter.

FAZIT
Milch, egal ob Katzenmilch, normale Kuhmilch oder laktosefreie Milch sollte kein fester Bestandteil des Speiseplans deiner Katze sein. Zudem ist es nicht als Getränk anzusehen, sondern aufgrund des hohen Fettgehalts als Futter. Aber wie bei uns Menschen auch, sollte Schlemmen auch mal erlaubt sein. Das heißt, hin und wieder darf man sich bei seiner Katze ruhig mal mit einem Milch-Leckerli einschmeicheln. Laktosefreie Milch oder Hüttenkäse, Quark bzw. Joghurt sind der zuckerhaltigen Katzenmilch oder laktosereichen Kuhmilch aber in jedem Fall vorzuziehen. Vorausgesetzt, deine Katze mag das auch.

Welche Milch mag deine Katze am liebsten? Schreibt mir über eure Erfahrungen mit Katzenmilch und Co.!

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