Katzenpilz: Ansteckung, Symptome & Behandlung

Der lästige Katzenpilz kommt bei Freigängern häufiger vor, kann aber auch Stubentiger und Menschen befallen. Wie man sich vor Ansteckung schützt, ihn erkennt und behandelt, kann man hier nachlesen.

Katzenpilz
Wenn auch hier lustig überspitzt dargestellt – ein Katzenpilz ist alles andere als spaßig

Was ist der Katzenpilz eigentlich?

Spricht man von Pilzen bei der Katze, ist ein Hautpilzbefall gemeint, bei dem die oberen Hautschichten, Haare und Krallen infiziert werden. Es handelt sich um eine ganz besondere Pilz-Gruppe – die Dermatophyten – die man nochmals in verschiedene Pilze unterteilen kann. Eine von denen sind nur bei Tieren anzutreffen, andere nur bei uns Menschen. Es gibt aber auch Pilze, die sowohl Mensch und Tier befallen – ein solcher Pilz ist eben der umgangssprachlich als Katzenpilz bekannte. Sein fachlich korrekter Name lautete Microsporum canis. Der hinterer Wortteil „canis“ bedeutet im Übrigen Hund. Der Pilz kommt zwar auch bei Hunden vor, aber im Vergleich ist er bei streunenden Katzen einfach deutlich häufiger anzutreffen. Der Pilz lebt vom Abbau des Stoffes Keratin, welches in den Haaren und oberen Hautschichten vorzufinden ist.

Ansteckung: Gefahr für Mensch und Katze

Mensch und Tier können sich durch direkten Kontakt anstecken. Häufig reicht das Streicheln der befallenen Fellbereiche infizierter Kätzchen aus, um sich den Katzenpilz einzufangen.

Viele Hautärzte haben die Erfahrungen gemacht, dass insbesondere Familien, die in südlichen Ländern im Urlaub waren, betroffen sind, weil der Pilz bei streunenden Katzen und Hunden sehr verbreitet ist. Auch auf Bauernhöfen oder bei Katzenzuchten sind diese Fälle nicht ausgeschlossen. Hinzu kommt, dass man den Tieren nicht immer unbedingt ansehen muss, dass sei befallen sind. In der Regel trifft es Kinder häufiger als Erwachsene. Daher würde ich empfehlen, bei fremden Tieren in Ländern des Mittelmeerraums lieber vorsichtig zu sein und unter Umständen auf Streicheleinheiten zu verzichten. In jedem Fall sollte man sich danach gleich die Hände gründlich waschen, bevor man sein Gesicht usw. berührt.

Katzenpilz streuner
Meist sind streunende Katzen und Hunde vom Katzenpilz betroffen

Neben dem direkten Kontakt mit infizierten Tieren kann man sich aber auch durch den Kontakt mit kontaminierten Gegenständen (z.B. Kämme) bzw. in einer mit Pilzsporen verseuchten Umgebung anstecken. Das liegt vor allem daran, dass die Pilzsporen – auch abseits vom Wirt – bis zu 24 Monate in der Umgebung überleben können.

Ist die Haut intakt und gesund, arbeitet sie wie ein Schutzschild gegen den Katzenpilz. Dann müssen sich Katzenbesitzer eigentlich keine Sorgen um ihre Samtpfote machen. Folgende Faktoren können die Ansteckung mit den Hautpilzen bei Katzen aber begünstigen:

  • Wenn der Erstkontakt bei Jungtieren stattfindet, da das Immunsystem sozusagen noch keine „Erinnerung“ an den Pilz hat.
  • Kleinste Verletzungen und Vorschädigungen der Haut sowie Hauterkrankungen.
  • Generell schlechter Gesundheitszustand, z.B. unterernährt.
  • Wenn die hygienischen Zustände der Umgebung, in der das Tier lebt, unzureichend sind.
  • Das Immunsystem der Katze ist geschwächt. Das ist bei Krankheiten wie Katzenaids der Fall oder wenn sie beispielsweise seit längerem mit Medikamenten wie Kortison behandelt wird.

Symptome des Hautpilzes bei Katzen

Da der Pilz die im Wachstum befindlichen Haare befällt und somit auch schädigt, fallen diese aus. Für den Katzenbesitzer werden dann kahle Stellen an seinem Stubentiger sichtbar. Der Microsporum canis arbeitet sich strukturiert weiter vor, indem er die Haare am Rand der Stelle bearbeitet. Durch dieses Vorgehen entstehen ringartige Hautveränderungen, weshalb der Katzenpilz im englischsprachigen Raum auch als „ringworm“ bezeichnet wird. Die infizierte Katze kann eine oder mehrerer dieser kahler Stellen besitzen. Typischerweise sind solche haarlosen Hautstellen häufig am Kopf vorzufinden. Meist gehen sie mit Krusten, Schuppen, Rötungen oder Verdickungen einher. Manche Katzen kämpfen auch mit lästigem Juckreiz – aber eben nicht alle.

Darüber hinaus gibt es eigentlich keine für Mikrosporie typischen Symptome. Erkrankte Katzen geben sich sonst sehr „normal“.

Eindeutige Diagnose durch den Tierarzt

Die Diagnose kann auf verschiedene Weise erfolgen – sollte aber in jedem Fall vom Tierarzt vorgenommen werden. Eine Option ist die klinische Untersuchung. Diese ist möglich, wenn die eben beschriebenen Symptome bezüglich der Hautveränderung sehr eindeutig sind.

Daneben ist die Methodik der „Wood’schen Lampe“ sehr gängig. Hierbei nimmt der Tierarzt eine Lampe mit ultraviolettem Licht zur Hand. Diese kann den Pilz entlarven, weil sie die Stoffwechselprodukte des Katzenpilzes am Schaft der Haare grün leuchten lässt. Ebenso möglich ist eine mikroskopische Untersuchung.

Eine eindeutige Diagnose kann man jedoch nur durch die Methode, bei der man eine Pilzkultur „heranzüchtet“, erreichen. Man erzielt ein spezielles Nährmedium, bei dem man ein baumwollartigen Wachstum des Pilzes sowie die Farbentwicklung von gelb zu rot nachweisen kann. Dieses Vorgehen dauert allerdings rund 3 Wochen. Moderner ist der Nachweis mit einem molekularbiologischem Test (PCR), der schon nach wenigen Tagen Aufschlüsse gibt.

Behandlung des Pilzes

Um den Katzenpilz vollends vom Tier entfernen zu können, ist eine systemische Behandlung eigentlich unumgänglich. Sprich, man geht gezielt gegen den Pilz vor. In Deutschland gibt es verschiedene Wirkstoffe, die dafür zugelassen sind und in der Regel verwendet werden. Ein gängiger Wirkstoff ist Itraconazol, das in flüssiger Form erhältlich ist. Die Therapie mit dem Mittel wird über einen Zeitraum von ca. 5 Wochen durchgeführt.
Alternativ wird das Mittel Griseofulvin verwendet. Das scheint allerdings „aggressiver“ zu sein. Zum einen empfehlen Experten, das Mittel nur mit fettreicher Nahrung zu verabreichen. Zum anderen werden mit Griseofulvin die weißen Blutkörperchen vermindert und damit die Abwehr der Katze geschwächt. Der Verabreichung dieses Mittels sollte also ein Blutbild vorausgegangen sein, um sicherzustellen, dass die Katze nicht an einer Immunschwäche leidet.

Eine Impfung gegen den Pilz macht leider nicht wirklich Sinn. Diese Maßnahme kann höchstens bei großen Katzenbeständen angebracht sein. Apropos sinnfrei: Das Flohmittel Lufenuron ist ebenfalls wirkungslos gegen Pilze.

Katzenpilz Langhaar
Mit Hautpilzen betroffene Langhaarkatzen sollte man scheren

Lokale Behandlung bei Pilzbefall

Neben der systemischen Therapie sind auch lokale Maßnahmen zu empfehlen. Sie können zumindest die Infektionsgefahr mindern. Vor allem in der Umgebung von betroffenen Langhaarkatzen ist die Sporenbelastung extrem hoch. Folgende Maßnahmen können die Pilzsporen reduzieren:

  • Auch wenn das Ergebnis nicht so schön aussieht, aber es macht durchaus Sinn, Langhaarkatzen zu scheren. Hier sollte man sehr sorgsam vorgehen. Wichtig ist, die Haut der Katze nicht zu verletzen – dort könnte die Pilzerkrankung sonst vorerst wieder schlimmer werden.
  • Ebenfalls empfehlenswert ist das Baden mit medizinischen Shampoos. Sicherlich nicht einfach für uns Katzenhalter, aber effektiv. Man sollte es also in jedem Fall versuchen.
  • Ständiges Staubsaugen ist sehr, sehr sinnvoll. Warum? Die Pilzsporen können sich nicht „festhalten“, sie liegen wie Staubpartikel herum – zumindest bis sie vom Staubsauger erfasst werden. Führe dir einfach immer wieder vor Augen: Die Sporen des Katzenpilzes können bis zu 2 Jahre in der Umgebung überleben. Lieber einmal mehr saugen, als nach einem Jahr mit der Therapie von vorn beginnen, oder?!

Good to know: Normale Reinigungsmittel können den Pilzsporen leider nichts anhaben. Lediglich Chlor kann sie vernichten. Auf Oberflächen, wo die Anwendung möglich ist, kann man also mit einem Wasser-Chlorbleiche-Gemisch (1:10 – 1:30) arbeiten.

Prognose beim Katzenpilz

Wie man bereits herauslesen konnte, ist der Hautpilz bei Katzen eine echt nervige Angelegenheit. Aber bei gesunden Katzen ist die vollständige Genesung überhaupt kein Problem. In Tierheimen oder bei Zuchten sollte man bei der Therapie aber besonders sorgfältig vorgehen, da die Gefahr der Reinfektion hier besonders hoch ist.

Personen, die mit infizierten Tieren in Kontakt gekommen sind, müssen aber nicht in Panik verfallen. Häufig reicht gründliches Händewaschen, um sich zu schützen. Wer jedoch merkwürdige ringförmige Hautsymptome vorfindet, sollte den Hautarzt aufsuchen.

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