Milben bei Katzen: Erkennen und richtig behandeln

Es gibt verschiedene Arten von Milben bei Katzen. Hier kannst du alles über die einzelnen Typen erfahren. Insbesondere, wie man sie erkennt und wie man seine Samtpfote von den Parasiten befreit.

Milben bei Katzen
Es gibt verscheidene Arten von Milben bei Katzen

Milben bei Katzen: Die Arten

Milben sind hierzulande zwar nicht ganz so verbreitet wie Flöhe und Zecken. Dennoch zählen sie zu den Parasiten, die bei Katzen neben den eben genannten am häufigsten vorkommen. Die Bedingungen auf dem Wirtstier „Katze“ lassen auch kaum Wünsche offen. Milben mögen es sehr gern warm und feucht – genau das bietet das Fell der Katze. Wunderbar für die Milben – aber äußerst lästig für unsere Samtpfoten. Da wir Menschen damit nicht dienen können, sind wir für die Parasiten auch relativ uninteressant. Die Katze hingegen zieht gleich mehrere dieser Quälgeister an. Folgende Arten von Milben sind bei Katzen vorzufinden:

  • Ohrmilben
  • Herbstmilben
  • Raubmilben
  • Räudemilben
  • Haarbalgmilben

Nachfolgend möchte ich näher auf die einzelnen Unterarten eingehen und dabei klären, wie sie die Katze befallen, wie sie sich verhalten, welche Symptome sie auslösen und letztendlich, wie man sie auch wieder loswerden kann.

1. Ohrmilben bei der Katze

Ohrmilben sind die Milben bei Katzen, die man am häufigsten antrifft. Im Zusammenhang mit einem Ohrmilbenbefall spricht man auch häufig von der Ohrräude. Es handelt sich hierbei um Milben, die – wie der Name verrät – auf die Ohren, genau genommen, die Ohrmuschel und den Gehörgang spezialisiert sind. Katzen werden häufig von der „Otodectes cynotis“ befallen.

Vorkommen und Befall

Ohrenmilben sind nicht saisonabhängig anzutreffen, denn die Parasiten sind das ganze Jahr über aktiv. Häufiger betroffen sind Streunerkatzen und Freigänger, die in den Kontakt mit einem infizierten Tier gekommen sind.

Symptome: So erkennt man die Ohrmilbe

Wie viele Milben bei Katzen löst auch die Ohrmilbe einen starken Juckreiz aus. Viele Katzen versuchen die Milben mit kräftigen Kopfbewegungen „abzuschütteln“ oder halten oft den Kopf schräg. Außerdem kratzen sie sich häufig an den Ohren, manchmal sogar bis sie blutig sind. Nicht selten beobachten Katzenbesitzer zudem, dass ihre Katze ganz merkwürdige, unkontrollierte Bewegungen macht, z.B. dass sie sich konfus im Kreis dreht. Man nennt das auch Manegebewegung.
Infolge eines Befalls können durch das ständige Kopfschütteln auch Blutgefäße im Ohr platzen, so dass sich das Blut in der Ohrmuschel sammelt. So entsteht ein Hämatom am Ohr, das auch als Blutohr bezeichnet wird. Kommt jedoch meist nur bei Hunden vor.

Neben dem veränderten Verhalten, kann man die Ohrmilben gewissermaßen aber auch „sehen“. So bildet sich im Ohr ein schwarzes, krümeliges Sekret.

Hinweis: Nicht alle Katzen zeigen eine Reaktion auf die Milben. Es gibt durchaus – vor allem ältere – Katzen, die ohne Symptome mit ihren Milben leben.

Behandlung

Verhärtet sich der Verdacht, sollte für die zweifelsfreie Diagnose der Tierarzt aufgesucht werden. Er kann mit einem Otoskop die beweglichen Parasiten sehen. Bestätigt sich die Annahme, wird dieser zunächst die Ohren der Katze gründlich reinigen und dann ein Milbenpräparat verabreichen bzw. verschreiben. Wenn es schon zu Entzündungen kam, werden auch diese behandelt, um der Katze Linderung zu verschaffen.

Vorsicht: Ohrenmilben sind im Gegensatz zu einigen anderen Milben bei Katzen sehr robust. Sie können rund 3 Wochen ohne ihren Wirt überleben. Das heißt, man sollte nun auch die Wohnung gründlich reinigen.Am besten einige Zeit noch sorgfältiger und öfter saugen und alle Decken und Schlafplätze bei 60° waschen. Du kannst den Tierarzt zudem nach einem Umgebungsspray fragen, das hilft auch ganz gut.

Außerdem sollten alle in dem Haushalt lebenden Tiere mit einem Milbenmittel behandelt werden, damit noch in der Umgebung befindliche Parasiten nicht das nächste Opfer suchen. Des Weiteren sollte das Milbenpräparat nach ca. 3 Wochen noch einmal verabreicht werden, um alle Entwicklungsstadien der Krabbeltiere zu erwischen.

Milben bei Katzen Herbstmilbe
Die Herbstmilbe lässt sich im Gras von den Katzen abstreifen

2. Herbstmilben

Diese Art der Milben bei Katzen ist unter diversen Namen bekannt. So nennt man sie auch Grasmilbe, Erntemilbe, Herbstgrasmilbe oder Heumilbe. Der wissenschaftliche Name lautet Neotrombicula autumnalis.

Vorkommen und Befall

Diese Milbenart ist weltweit anzutreffen, in Europa tritt sie aber nur in den Sommermonaten von Juli bis Oktober auf. Die Milbenlarven sind im Schnitt 0,5 mm groß und haben eine orange-rote Farbe.
Gefährdet sind auch bei dieser Art vor allem Katzen, die sich draußen aufhalten. Eigentlich leben Herbstmilben auf dem Erdboden. Um aber auf ein Wirtstier zu gelangen, liegen sie auf Grashalmen auf der Lauer und lassen sich dann von Katzen beim Vorbeigehen abstreifen.

Erkennen durch Symptome

Wenn sich diese Art der Milben bei Katzen eingenistet hat, ist auch vermehrtes Kratzen wieder ein Indiz. Die Herbstgrasmilbe ist zwar kein Blutsauer, aber sie ruft an der Haut lokale Entzündungen hervor. Diese entstehen, weil sie die Haut der Katze auflösen und sich dann aus einem Mix aus Hautgewebe und Speichel ernähren. Am liebsten halten sie sich an dünnem Hautgewebe auf, wie man es beispielsweise zwischen den Krallen finden kann. Wenn sich die Katze also dort vermehrt leckt und beißt, kann das ein Hinweis auf diese Milben sein.

Milben bei Katzen Symptom
Vermehrtes Lecken und Beißen an den Pfoten kann auf Herbstgrasmilben hindeuten

Test: Durch einen sehr einfachen Test, kann man diese Milben nachweisen. Wie man es vom Flohtest kennt, einfach die Katze mit einem Flohkamm kämmen und diesen dann auf einem weißen, feuchten Tuch ausklopfen. Wenn orange-rote kleine Punkte auf das Tuch fallen, kann man davon ausgehen, dass es sich um Herbstmilben handelt.

Gefahr für Menschen

Auch Menschen können von Herbstmilben befallen werden. Sie suchen bei uns Hautfalten oder warme Körperregionen. Symptome machen sich in der Regel nach einigen Stunden, spätestens aber nach einem Tag bemerkbar. Als Folge ist die Erntekrätze, die auch als Stachelbeerkrankheit bekannt ist, zu nennen. Diese zeigt sich durch Hautrötungen, Quaddeln und Juckreiz. Die Symptome klingen im Normalfall nach 10 bis 14 Tagen von ganz allein wieder ab.

Behandlung

Ich würde empfehlen, bei jeder Art von Milben bei Katzen den Tierarzt aufzusuchen. Dieser kann den Typus zweifelsfrei feststellen und dadurch gezielt handeln. Wenn Herbstgrasmilben diagnostiziert wurden, wird ein Milbenpräparat zum Einsatz kommen. Es gibt verschiedene Formen wie Spot-on, Shampoo oder auch Puder und Salben.

In manchen Fällen wirkt auch ein Zeckenmittel, allerdings gibt es dafür keine Garantie.
Auch bei dieser Art sollten Maßnahmen ergriffen werden, um eine Neuansteckung bei der betroffenen Katze oder einem anderen Mitbewohner zu vermeiden.

3. Raubmilben

Eine weitere Art der Milben bei Katzen ist die Raubmilbe. Der wissenschaftliche Name dieser Milbe heißt Cheyletiella blakei. Es gibt noch weitere Cheyletiella-Arten, die dann hauptsächlich andere Säugetiere befallen. Die Cheyletiella parasitivorax ist beispielsweise beim Kaninchen zu finden und die Cheyletiella yasguri beim Hund. Da diese Form der Raubmilbe wie eine bewegliche Hautschuppe aussieht, wird sie umgangssprachlich auch als „wandelnde Schuppe“ bezeichnet. Die Milbe ist zwischen 0,2 und 0,5 mm groß, hat einen sechseckigen Körper, kräftige Beine und Greifwerkzeuge.

Vorkommen und Befall

Die Raubmilbe bleibt über den gesamten Zeitraum ihrer Entwicklung auf dem Wirtstier – also auf der Katze. Zunächst verpackt die weibliche Milbe ihre Eier in einem Kokon und befestigt diesen dann an den Haaren der Katze. Es folgt die Entwicklung zur Larve, anschließend zwei Stadien der Nymphe bis sie schlussendlich nach 2 bis 4 Wochen eine ausgewachsene Raubmilbe ist.
Hauptsächlich ernähren sich diese Milben bei Katzen von Hautschuppen. Hin und wieder stechen sie aber auch in die Haut ihres Opfers und entnehmen Gewebe.

Die Raubmilbe ist in der Lage, ca. 2 Wochen ohne ihren Wirt zu überleben. Das wiederum bedeutet, dass sich Katzen diese Parasiten nicht nur durch den Kontakt mit einem befallenen Tier einfangen können, sondern eben auch über kontaminierte Gegenstände – wie beispielsweise Bürsten oder Schlafplätze.

Milben bei Katzen kratzen
Häufiges Kratzen ist bei vielen Milbenarten ein typisches Symptom

Symptome der Raubmilbe erkennen

In der Regel setzen sich diese Milben bei Katzen im Kopf- und Rückenbereich nieder. Dort lösen sie einen Juckreiz aus, der aber verschieden stark ausgeprägt sein kann. Kitten und junge Katzen leiden meist unter einem sehr starkem Befall, der sich auch in Hautveränderungen insbesondere im Bereich der Kruppe bemerkbar macht. Neben dem häufigen Kratzen, ist bei der Katze eine sehr starke Schuppung auszumachen. Ebenfalls relativ häufig zeigen sich Ekzeme und Verkrustungen.

Vorsicht: Hin und wieder werden auch Menschen befallen. Häufig zeigen sich dann entzündliche Reaktionen, die sehr stark jucken. Außerdem kann es zu Bläschenbildung und Verkrustungen kommen.

Behandlung

Diagnose und Behandlung sollten wie bei allen Milben bei Katzen vom Tierarzt vorgenommen werden! Aber im Prinzip wird die Behandlung kaum von der einer anderen Milbenart abweichen. Wichtig ist, alle Tiere im Haushalt auch mit Milbenpräparaten zu behandeln, um das Wiederkehren der Spinnentiere zu vermeiden. Außerdem sollte die Umgebung der Katze gründlich gesäubert werden. Lieblingsplätze wie Decken, Kratzbaum und Kissen sollten gründlich gereinigt und wenn möglich gewaschen werden. Zudem sollte man lieber einmal mehr staubsaugen, um „herumliegende“ Milben einzusammeln, bevor sie es sich wieder auf einem Tier bequem machen. Genau aus diesem Grund sollte man die Behandlung mit dem Milbenmittel auch nach ca. 3 Wochen wiederholen. Damit stellt man zudem sicher, dass man auch alle Entwicklungsstadien der Milbe beseitigt hat

4. Räudemilben

Der wissenschaftliche Name dieser Milbenart lautet Notoedres cati. Dieser Vertreter ist sehr klein und fast ausschließlich bei Katzen anzutreffen. Diese Milbenart ist Auslöser für die klassische Räude bzw. Kopfräude.

Vorkommen und Befall

In Nordeuropa sind diese Milben bei Katzen selten vertreten. Häufig sind vor allem alt oder geschwächte Tiere Opfer der Räudemilben, weshalb die Kopfräude aufgrund eines Befalls auch als Faktorenkrankheit (es gab begünstigende Begleitumstände) bezeichnet wird.
Die Übertragung findet von Tier zu Tier statt. Sprich, eine Katze muss mit einem infizierten Tier in Kontakt gekommen sein. Es reicht allerdings schon, wenn sie sich im gleichen Ort aufgehalten haben. Ein Fellkontakt ist nicht notwendig.

Im Gegensatz zu den Herbstmilben halten sich diese Milben bei Katzen am liebsten am Kopf auf. Dort bleibt sie auch über den gesamten Entwicklungszyklus. Das Weibchen legt die Eier in einem Bohrgang in der Haut der Katze ab. Bis daraus ein ausgewachsener Parasit wird, durchläuft das Milben-Ei zunächst das Stadium Larve und dann zwei Phasen der Nymphe, bis es nach 21 Tagen eine ausgewachsene Milbe wird.

Die lästigen Parasiten ernähren sich von Gewebsflüssigkeit der Katze sowie von Lymphe. Letztgenanntes ist eine gelbliche, wässrige Flüssigkeit, die sich in den Lymphgefäßen befindet.

Erfreulicherweise können die Räudemilben nicht lange ohne ihrenWirt überleben. Schon nach wenigen Tagen sterben sie. Begünstigt und beschleunigt wird das durch kaltes Klima – dann schaffen sie außerhalb der Katze gerade mal drei Tage.

Symptome der Räudemilbe

Wie die meisten Milben bei Katzen ruft die Räudemilbe einen starken Juckreiz hervor. Dieser wird auf zweierlei Arten hervorgerufen: Zum einen durch den Parasiten selbst, der durch seine Anwesenheit und sein Hin- und Hergekrabbel juckt. Zum anderen kommt es aber auch zu allergischen Hautreaktionen, die auf den Kot und Speichel der Milbe zurückzuführen sind. Katzen reagieren in der Regel auf dieses unangenehme Gefühl mit vermehrtem Kratzen und Lecken. Je nachdem wie stark der Milbenbefall ist, kann man an seiner Samtpfote zudem Haarausfall, Verkrustungen und Hautrötungen beobachten. Die Veränderungen der Haut sind in jedem Fall zuerst am Kopf und an den Ohren sichtbar. Wenn die Räudemilbe lange Zeit hatte, um sich auszubreiten, können die Veränderungen auch auf dem ganzen Körper zu sehen sein.

Behandlung

Die Behandlung der Räudemilbe sollte der anderer Milbenarten ähneln. In jedem Fall ist der Tierarzt aufzusuchen, der alle weiteren Schritte einleitet.

Milben bei Katzen Demodex
Milbenart „Demodex“ unter dem Mikroskop

5. Haarbalgmilben

Auch wenn Katzen relativ selten dieser Art der Parasiten zum Opfer fallen, sollen sie zum Abschluss auch kurz thematisiert werden. Der wissenschaftliche Name der Haarbalgmilbe lautet Demodex. Die Arten, die bei Katzen vorkommen, erhalten den Zusatz cati – also Demodex cati. Sie sind von der Form her eher länglich, man könnte sagen kegelförmig. Ihre Beine sind stummelig und sitzen vorn am Körper.

Vorkommen und Befall

Wie bereits erwähnt, ist diese Form der Milben bei Katzen recht selten. Der Ansteckung geht meist ein sehr enger Kontakt mit der Katzenmutter voraus. Diese Milbenart hat sich darauf spezialisiert in der Haut ihres Wirtes zu leben. Genau genommen sitzen sie in den Haarbälgen bzw. Haarfollikeln – das sind die Schichten, die die Haarwurzel umgeben. Sie sind also auf der Hautoberfläche eigentlich fast nie zu sehen.

Der Befall ist meist lokal, kann aber bei Tieren, die geschwächt und/ oder krank sind auch auf dem ganzen Körper zu beobachten sein.

Symptome bei Haarbalgmilben

Juckreiz ist bei dieser Milbenart nicht festzustellen. Dafür kommt es zu unterschiedlichsten Hautveränderungen. Man kann an betroffenen Katzen Rötungen, Schuppungen und Haarausfall feststellen, aber auch Pusteln und Geschwüre können sich bilden.

Behandlung

Der Tierarzt kann mithilfe eines Hautgeschnapsels erkennen, ob es sich um diese Art der Milben bei Katzen handelt. Bestätigt sich der Verdacht, werden entsprechende Milbenpräparate verabreicht.

2 Gedanken zu „Milben bei Katzen: Erkennen und richtig behandeln

  • 1. März 2017 um 18:26
    Permalink

    Hallo,

    erst einmal echt ein tolles Design bzw. Layout der Seite. Diese spricht mich echt an und ich sage gerne, dass ich öfters wieder kommen werde. Da ich auch eine Katze habe, wollte ich mich mal erkundigen, wie das ist mit den Milben bei der Katze. Ihr erklärt echt vieles hier und das auch sehr ausführlich. Wieviel Arten von Milben es bei der Katze gibt erstaunt mich auch. Vielen Dank für die vielen Infos!

    LG Tosa

    Antworten
  • 8. März 2017 um 17:47
    Permalink

    Hallo,
    ein super überschaulicher und gut gegliederter Artikel zum Thema Milben bei Katzen! Ich finde es toll wie die einzelnen Milbenarten vorgestellt wurden. Hierzu auch die direkten Behandlungsmethoden.
    Ich befürchte das meine Katze unter den Milben leidet und bin gerade das Internet am durchforsten. Vielen Dank für diesen Beitrag, ihr habt mir weiter geholfen!
    Liebe Grüße,
    Kimberly und Saya

    Antworten

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