Perserkatze: Die Bequeme mit dem Kindchengesicht

Seidiges, langes Fell & ein rundes Gesicht mit flacher Nase: Das Aussehen der Perserkatze ist den meisten bekannt. Aber welches Wesen steckt eigentlich hinter dem Wollknäuel? Hier erfahren!

Perserkatze
Perserkatze: Herkunft, Wesen und Aussehen der Rassekatze

Geschichte & Herkunft der Perserkatze

Das äußere Erscheinungsbild der Perser, wie wir es heute kennen, ist nicht ihr ursprüngliches Aussehen. Das ist das Ergebnis einer gezielten, langen Züchtung.

Der genaue Ursprung der Rasse wurde in den letzten Jahren und Jahrzehnten heiß diskutiert. Sehr lange ging man davon aus, dass die Rasse, wie der Name besagt, aus Persien stamme (das heutige Gebiet des Iran). Man glaubte, sie sei aus der Zucht vieler Langhaarkatzen, insbesondere der Angorakatze, entstanden. Diese Annahmen findet man auch noch in vielen älteren Büchern sowie vielen Webseiten im Netz.

Ein Forscherteam der University of Missouri (USA) konnte diese Auffassung jedoch widerlegen. 2014 hatten die Genforscher ihre Studie in Vancouver beim Weltkongress für angewandte Genetik in der Nutztierproduktion vorgestellt. Dabei konnten sie aufzeigen, dass es keine Verwandtschaft zur asiatischen Langhaarkatze gibt. Ihren Erkenntnissen zufolge, stammt die Perserkatze von der russischen Hauskatze ab und ist eher zufällig entstanden. Über viele Jahre hatte man einfach beliebig sämtliche Langhaarkatzen miteinander verpaart, aus Angst, es könnten irgendwann wieder kurzhaarige Katzen durchkommen.

Im 17. Jahrhundert gelangte die Langhaarkatze aus dem türkischen Raum (Kleinasien) dann über einen französischen Gelehrten nach Europa. In Frankreich und anderen europäischen Ländern wurden sie vom Adel sehr geschätzt und als Statussymbol gehalten, bevor die gezielte Züchtung ihren Anfang nahm. Wie die meisten Rassekatzen feierte sie ihren Durchbruch im Übrigen bei einer Ausstellung in England. So wurde sie 1871 in London im Kristallpalast vorgestellt und Königin Victoria war hin und weg, so dass sie gleich zwei blaue Katzen mitnahm.

Gezielte Zucht nach Kindchenschema

Bis zum heutigen Aussehen der Katze dauerte es aber noch einige Zeit, zumal die Standards für die Rasse ständig verändert wurden. Auch der Name hatte sich erst Anfang des 20. Jahrhunderts, einhergehend mit der Gründung verschiedener Zuchtvereine, konstituiert. In den Jahren der gezielten Zucht wurde das Gesicht der Perser immer runder und flacher, die Beine kürzer, der Körper gedrungener und das Fell noch prächtiger.

Mitte des 20. Jahrhunderts begann dann sozusagen die Blütezeit der Perserkatze, die Nachfrage in den USA und Europa wuchs ins Unermessliche. Was sich als Fluch herausstellte, denn in den USA begann eine regelrechte Massenzucht. Dabei spitzte sich das Herausstellen der charakteristischen Merkmale so weit zu, dass es zu gesundheitlichen Problemen und Einschränkungen in der Agilität kam. Diese „überzüchteten“ Tiere gelangten schließlich in den 1970er Jahren auch nach Europa.

Glücklicherweise hat sich die Einstellung der Züchter gewandelt und das Bestreben, gesunde Perserkatzen zu züchten, ist Anfang des 21. Jahrhunderts wieder in den Vordergrund gerückt.

Perserkatze Aussehen
Die Perserkatze ist eine Langhaarkatze mit einem buschigen Schwanz

Aussehen der Perser

Die Rasse gehört zu den mittelgroßen Katzen, die weiblichen Katzen sind in der Regel kleiner und leichter. Sie werden zwischen 3,5 und 5,5 kg schwer, Kater können auch mal bis zu 7 kg auf die Waage bringen. Der Körper ist kräftig und macht einen eher gedrungenen Eindruck. Ihre Schultern und Brust sind breit, zudem steht sie auf recht kurzen, stämmigen Beinen. Zwischen den runden Pfoten sind kleine Haarbüschel gern gesehen. Der Schwanz der Perser ist sehr buschig, am Hals zeigt sie eine flauschige Halskrause.
Sie besitzt einen runden Kopf mit gerundeter Stirn, starkem Kinn und einer ausgeprägten Wangenpartie. Das wichtigste Kennzeichen ist die Nase der Perserkatze. Diese ist sehr kurz und breit. Wodurch das Gesicht sehr flach wirkt. Zudem hat sie einen deutlichen Stopp, der laut Standard zwischen den Augen liegen sollte. Genaugenommen soll die Spitze der Nase auf einer Linie mit den Unterlidern der Augen liegen. Der Standard in Europa erlaubt eine Nasenlänge von 1,5 cm – so dass die Katze auch frei atmen kann.
Die Augen sind ebenfalls rund und stehen recht weit auseinander und sollen farblich einfach zur Fellfarbe passen. Auch die Ohren sind recht breit und an den Seiten angesetzt. Im Vergleich zum Kopf sind sie eher klein.

Das Fell der Perser ist rund 10 cm lang, manchmal auch länger und seidig weich. Außerdem mangelt es der Katze wahrlich nicht an dichter, langer Unterwolle. Die Rasse gibt es in unterschiedlichsten Farben und Fellzeichnungen, da es seitens des Zuchtstandards keine Einschränkungen gibt.

Perserkatze Charakter
Perser sind bequem und super verschmust

Charakter der Langhaarkatze

Vom Wesen her gehört die Perserkatze eher zu den ruhigen und gemütlichen Katzen. Getreu dem Motto „komm ich heute nicht, komm ich morgen“, bringt sie so leicht nichts aus der Ruhe. Das heißt, sie ist auch nicht diejenige, die aktiv und neugierig nach Beschäftigung sucht und ständig bespaßt werden will. Wenn man sie zum Spielen animiert, macht sie zwar auch mit und ist auch begeisterungsfähig. Aber ihr Naturell ist einfach sehr bequem. Sie würde einen warmen Schlafplatz auf dem Ofen oder in der Sonne bevorzugen. Was sie aber in jedem Fall will und auch einfordert, sind regelmäßige, ausgedehnte Schmuseeinheiten. Aber keine Angst, sie ist dabei nicht unangenehm aufdringlich, sondern macht das auf eine ganz charmante Art und Weise.
Hier zeigt sich sehr deutlich eine andere Charaktereigenschaft: Sie ist nämlich auch eine Katze, die weiß, was sie will und wie sie es bekommt. Sie ist also sehr geschickt darin, ihren Willen durchzusetzen.

Zudem ist sie keine Katze, die offenherzig auf alle Menschen zugeht. Fremde werden erst einmal aus der Ferne kritisch beäugt. Ihr Herz gibt sie nicht so einfach her. Aber wenn man das geschafft hat, ist sie eine sehr treue und anhängliche Gefährtin. Über Artgenossen freut sich die Perser in jedem Fall, auch mit Hunden und Kindern kommt sie in der Regel zurecht.

Haltung und besondere Pflege

Da die Perserkatze keinen allzu großen Bewegungsdrang verspürt, eignet sie sich wunderbar als Wohnungskatze. Dennoch sollte man sie nicht den ganzen Tag allein lassen. Wer sie in einen Singlehaushalt eines Berufstätigen holt, sollte daher unbedingt eine Zweitkatze haben. Auch wenn sie sehr liebevoll, entspannt und anspruchslos wirkt – Einsamkeit sollte man keiner Katze antun.

Das wundervolle Fell der Perserkatze hat seinen „Preis“. So ist die tägliche Fellpflege ein absolutes Muss. Sprich: Bürsten, bürsten, bürsten. Wer da nachlässig ist, muss sich sehr schnell mit kleinen Knötchen und Verfilzungen herumärgern. Das ist weder für den Katzenhalter noch für die Katze spaßig. Tipp: Mit der Fellpflege von klein auf beginnen, damit sich die Katze dran gewöhnt und sich nicht querstellt.

Darüber hinaus kann es sein, dass die Tränenkanäle der Perser aufgrund der kurzen Nase nicht ganz frei sind. Das führt dazu, dass ihre Augen tränen. Zu empfehlen ist, die Augen daher regelmäßig (täglich) mit einem feuchten Tuch zu reinigen. Damit hilft man seiner Katze nicht nur, man verhindert auch, dass sich dunkle Rinnen bilden.

Hinweis: Manche Perserkatzen haben aufgrund des flachen Gesichts arge Probleme große Fleischstückchen aufzunehmen. Sie essen häufig einfach mit der Zunge. Wer bei seiner Katze feststellt, dass sie beim Fressen nicht klar kommt, sollte ihr mit breiigem Futter unter die Arme greifen.

Perserkatze Krankheiten
Zahnfehlstellung bei der Perser

Krankheiten der Perser

Infolge der Massenzucht in den 1950er Jahren kämpften viele Perser mit gesundheitlichen Schwierigkeiten. So führte die Überzüchtung bei vielen Katzen zu Atemproblemen, tränenden Augen und der oben genannten Fress-Erschwernis. Die Kurzköpfigkeit der Perserkatzen wird auch als Brachycephalie bezeichnet. Neben den verengten Nasenöffnungen kommen bei der Rasse auch die Einwärtsdrehung des Augenlids (Entropium) sowie Zahn- und Kieferfehlstellungen vor.

Ein größeres Problem stellen allerdings Nierenzysten dar, die erblich bedingt auftreten. Sie sind auch unter der Abkürzung PKD (Polycystic Kidney Disease) bekannt. Erkannt wird die Krankheit tragischerweise meist erst, wenn es zu spät ist und die Nieren versagt haben. Feststellen lässt sich die Veranlagung mit einer Ultraschall-Untersuchung aber recht früh. Wichtig ist, dass betroffene Katzen von der Zucht ferngehalten werden, da sie das Gen in jedem Fall weitervererben.

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