Ragdoll Katze – die gutmütige Riesen-Stoffpuppe

Obwohl die Ragdoll Katze zu den größten Rassekatzen zählt, ist sie wohl eine der ruhigsten, sanftmütigsten und anhänglichsten. Hier alles zu Haltung, ihrem Wesen & Aussehen nachlesen!

Ragdoll Katze
Die Ragdoll Katze gehört zu den größten Rassekatzen

Herkunft der Ragdoll Katze

Ihren schrägen Namen verdankt die Rassekatze ihrer Züchterin, der US-Amerikanerin Ann Baker. Übersetzt ins Deutsche bedeutet „Ragdoll“ so etwas wie Stoffpuppe oder auch Lumpenpuppe.

Ann Baker stieß in den 1960er Jahren zunächst eher zufällig auf diese Rasse. So hatte die weiße Nachbarskatze namens „Josephine“ einen Wurf niedlicher Kitten mit halblangem Fell und blauen Augen in die Welt gesetzt. Wer der Vater-Kater war, ist nicht bekannt. Ann Baker, die zuvor Perserkatzen züchtete, war jedenfalls von dem Aussehen so begeistert, dass sie daraufhin mit einem männlichen Kitten eine gezielte Züchtung in die Wege leitete. Sie kreuzte den pointierten Kater, der an Gesicht, Ohren, Schwanz, Beinen und Hoden dunkler gefärbt war, mit einer Langhaarkatze. Ann Baker gab ihrer Zucht den klangvollen Namen „Original Baker’sche Ragdolls“. Zudem ließ sie den Namen „Ragdoll“ schützen und verlangte für jeden  Nachkommen eine Lizenzgebühr.

Nun gab es eine neue Katzenrasse, die wunderschön war, aber aus diesen Umständen heraus kaum Zuspruch fand – sich also auch nicht verbreitete, zumindest vorerst. Glücklicherweise hatten sich zwei Familien (Chambers und Dayton) recht früh von den Vorgaben Bakers abgewendet, ihre eigene Zuchtlinie weiterverfolgt und den Weg für die Ragdoll Katze, wie sie heute bekannt und anerkannt ist, bereitet.

Außerhalb von Amerika, wie bei uns in Europa wurde diese neue Rassekatze damit erst in den 80er Jahren bekannt. 1992 wurde als erste Fellzeichnung die Bicolour von der FIFé anerkannt. Die anderen Farbzeichnungen folgten. Heute wird die Ragdoll nicht nur wegen ihres ästhetischen Äußeren, sondern auch wegen ihres besonderen Wesens weltweit geschätzt.

 

Ragdoll Katze Aussehen
Die männlichen Ragdolls werden deutlich schwerer als die weiblichen Katzen

Körperbau, Aussehen & Fell

Wie bereits anfangs erwähnt, lässt sich die Ragdoll Katze den großen Katzenrassen zuordnen. Schaut man sich ihr Gewicht an, bringt sie ordentlich was auf die Waage. Die Männchen können bis zu 10 kg schwer werden, in der Regel liegt das Gewicht aber zwischen 6,5 und 9,5 kg. Auffällig ist der große Gewichtsunterschied zwischen den Katern und Katzen. So werden die Weibchen mit 4,5 bis 6,5 kg deutlich „leichter“. Ausgewachsen sind diese Katzen erst mit rund 4 Jahren.

Ihr Körperbau ist muskulös, lang und robust. Ihre Brust ist breit und ihre Beine sind mittellang, wobei die Hinterbeine etwas länger sind. Dadurch wirkt sie ein wenig nach vorn geneigt. Außerdem besitzt sie  große, kompakte Pfoten.

Auffällig an der Ragdoll sind die großen, ovalförmigen, blauen Augen. Ihr Kopf ist mittelgroß und hat eine keilförmige Gestalt. Die Ohren der Rassekatze liegen darauf relativ weit auseinander und sind ein wenig nach vorn geneigt. Der Ansatz der Ohren ist breit und die Spitze ist abgerundet.

Sie ist eine Pointkatze mit halblangem, dichtem und wunderschön weichem Fell. Da das Fell am Hals besonders lang ist, wirkt sie wie ein kleiner plüschiger Teddybär. Man könnte meinen, sie trägt ein Lätzchen oder eine Halskrause. Im Gesicht und an den Beinen ist das Fell hingegen kurz, am Rücken wird es nach hinten hin länger, an den Seiten ist es ebenfalls halblang bis lang. Der Schwanz der Ragdoll Katze ist sehr buschig und lang. An ihren Pfoten hat sie zudem kleine Haarbüschel zwischen den Zehen.

Heute sind drei Fellzeichnungen und die sechs Farben Seal, Blue, Chocolate, Lilac, Red und Cream erlaubt.

  • Bicolour: Diese Variante besitzt den größten Weißanteil. Die Abgrenzung der Points, die sich als umgedrehte V-Form zeigt, ist sehr klar. Die Beine sind weiß.
  • Colourpoint: Die Zeichnung ist genau genommen identisch mit denen einer Siamkatze oder Colourpoint-Perser. Charakteristisch ist also das maskenähnliche Gesicht, die Grundfarbe des Fells kann sehr hell sein und die Points sind dunkel.
  • Mitted: Der Unterschied zur Colourpoint zeigt sich an den Vorder- und Hinterbeinen sowie am Kinn. Diese Bereiche sind bei der mitted Ragdoll Katze weiß. Häufig geht die Zeichnung mit einem auffälligen weißen Streifen vom Lätzchen bis zum Schwanz sowie einem weißen Fleck auf der Nase einher.
Ragdoll Katze Farben
Die Colourpoint Ragdoll hat dieselbe Farbzeichnung wie die Siamkatze; die Mitted Ragdoll ähnelt der Heiligen Birma

Ragdolls im Guinness-Buch der Rekorde

Mit ihrer stattlichen Größe haben es die Ragdolls sogar ins Guinness-Buch der Rekorde geschafft, in dem sie immer noch Rekordhalter unter der Rubrik „größte Hauskatze der Welt“ sind. Zu verdanken haben sie diese Ehrung dem Kater Bartholomew, einem Prachtkerl von der Züchterin Blanche Herman (US-Amerikanerin).

Charakter und Wesen der Rassekatze

Die Ragdoll Katze ist eine sehr gutmütige, sanfte und entspannte Katze. Außerdem ist sie sehr menschenbezogen. Es kann also durchaus vorkommen, dass sie ihrem Frauchen oder Herrchen den ganzen Tag hinterherläuft. Sie ist zudem sehr neugierig und will immer mitten im Geschehen sein. Oft kann man bei der Rasse beobachten, dass sie sich nicht den höchsten Platz zum Schlafen sucht, wie das die meisten Katzen tun. Sondern sie liegt immer ganz in der Nähe ihres Besitzers.

Eine weitere Besonderheit dieser Rasse ist es, dass sie sich ohne Protest – und scheinbar sehr gerne – durch die Gegend tragen lassen. Dabei lässt sie ihren Körper ganz entspannt hängen. Das sieht zunächst etwas befremdlich aus, ist bei ihr aber ganz normal. Dieses Verhalten war wohl auch nicht ganz unerheblich bei der Namensgebung.

Traurig aber wahr:

Dass sich die Katzerasse beim Hochnehmen so entspannt hängenlässt, ist ihr in der Vergangenheit leider zum Verhängnis geworden. So ging das Gerücht herum, dass die Ragdoll ein anderes Schmerzemfinden hätte, als andere. Es wird sogar vermutet, dass Ann Baker selbst dieses Gerücht in die Welt gesetzt hatte, um die Rasse populär zu machen. Die Folgen waren grausam: So gelangte die Rassekatze dadurch in den Fokus verschiedenste Forscher und Wissenschaftler, die alle möglichen Tierversuche mit ihr durchführen wollten. Glücklicherweise gehören diese Experimente der Vergangenheit an. Außerdem weiß man nun, dass Ragdoll Katze genau so Schmerz empfinden, wie andere Katzen und Tiere auch.

Ragdoll Katze Charakter
Ragdolls sind sehr sanftmütig und suchen stets die Nähe ihrer Besitzer

Aber zurück zu ihrem Wesen:

Obwohl diese Rassekatze so groß und muskulös ist – von ihrem Wesen her ist sie eher ein kleines Mäuschen. Sie ist nicht nur aufgeschlossen und freundlich, sie ist auch sehr ruhig. Im Vergleich zu manch anderen Rassen, gibt sie eher selten einen Laut von sich.

Auch beim Spielen – was sie im Übrigen sehr gern tut – ist sie eher von der vorsichtigen Sorte. Sie zeigt kaum Krallen, wenn man sie mit einem Spielzeug fordert. Selbst wenn sie einer Spielmaus oder ähnlichem hinterher hechtet, ist sie dabei grazil und vorsichtig. Auch Kratzen an Möbeln und Gardinen ist nicht so ihr Ding.

Für wen ist die Ragdoll geeignet?

Im Grunde genommen, kann sich jeder eine Ragdoll Katze halten, wenn er oder sie genügend Platz und Zeit mitbringt. Da sie vom Wesen her so ruhig und nicht besonders fordernd ist, ist sie super für Katzenanfänger geeignet. Außerdem versteht sie sich mit anderen Katzen, tierischen Mitbewohnern und auch Kindern.

Was sie allerdings wirklich braucht, ist eine Person im Haushalt, die sich um sie kümmert. Wer den ganzen Tag auf Achse ist, sollte sich eher eine Katze zulegen, die nicht so menschenbezogen ist. Außerdem ist generell zu empfehlen, Katzen immer zu zweit zu halten. Man könnte also auch gleich ein Geschwisterpärchen aufnehmen. Dann muss man sich auch keine Sorgen um die Sozialisierung machen.

Aber wie gesagt, sonst ist sie sehr pflegeleicht. Das Fell benötigt auch keine außergewöhnliche Pflege. Nur während des Fellwechsels wäre es ganz charmant, wenn man sie mit regelmäßigem Kämmen unterstützt.

Ragdoll Katzen brauchen auch nicht zwangsläufig den Gang nach draußen. Wenn man aber einen Balkon oder abgezäunten Garten hat, wird sie diesen freudig annehmen und sich austoben. Wer diese Rasse als Freigänger-Katze halten möchte, sollte vorsichtig sein. Da sie so zutraulich ist und so naiv, offen auf Menschen zugeht, mag sich der eine oder andere vielleicht verleitet fühlen, sie einfach mitzunehmen.

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