Savannah Katze – junge Rasse mit Wildblut

Die wilden Vorfahren der Savannah Katze kann man nicht nur deutlich sehen, sondern auch am Verhalten ablesen. Hier erfahren, was du bei der Haltung beachten solltest!

Savannah Katze
Die Savannah Katze ist eine noch recht junge Katzenrasse (Quelle: Skeeze / pixabay)

Herkunft & Geschichte der Savannah Katze

Die Savannah wurde mit dem Wunsch gezüchtet, eine Rassekatze zu schaffen, die das natürlich-wilde Aussehen ihrer Vorfahren, aber den Charakter einer domestizierten Hauskatze besitzt. Schaut man sich das heutige Ergebnis an, würde ich sagen, das ist in jedem Fall geglückt. Dabei war die Zucht gar nicht so leicht…

Ein erster Wurf gelang der US-amerikanischen Bengal-Züchterin Judy Frank im Jahr 1980. Sie hatte einen Serval, eine afrikanische Wildkatze, mit einer Siamkätzin gepaart – es entstand ein wunderschönes Kätzchen. Als die Züchterin Joyce Srouve von dieser neuen Kreuzung und dem tollen Ergebnis erfuhr, war sie sofort begeistert. Sie wollte sich dieser Zucht ebenfalls widmen und begann 1989 mit dem Zuchtprogramm. Allerdings blieben ihre Mühen jahrelang erfolglos. Vielleicht lag es an den erschwerten Bedingungen, schließlich ist ein Serval ungefähr zweieinhalb mal so groß wie domestizierte Hauskatzen und die Haltung unterliegt einigen Auflagen, da er unter Artenschutz steht. Vier Jahre später (1993) gelang ihr dann endlich der erste Wurf und im Folgejahr (1994) konnte sie sich gleich über vier Würfe freuen. Durch den wiederholten Erfolg bei der Zucht von F1-Generationen, war der Grundstein für die neue Rasse gelegt. Die Savannah Katze war also geboren.

Anerkannt wurde die Rasse im Jahr 2001 von der TICA (The International Cat Association). Die genetische Registrierungsorganisation zählt auf der ganzen Welt hunderte Vereine und tausende Mitglieder.

Das größte Problem, vor dem die Züchter bei der Etablierung der neuen Rasse standen, war, dass die männlichen Nachkommen alle steril waren. Sie konnten sich also nicht fortpflanzen – und das zum Teil bis zur vierten Generation (F4). Man versuchte daher verschiedene Rassekatzen aus und kreuzte den Serval unter anderem mit Bengalen, Ägyptisch Mau und der Orientalisch Kurzhaar oder aber man kreuzte erneut einen Serval ein. Heute werden keine anderen Rassen mehr eingekreuzt, weil die Zuchtbasis nun glücklicherweise groß genug ist und es ausreichend fruchtbare Savannah Kater gibt.

Die Generationen F1-F5

Da es sich bei der Zucht um eine Kreuzung einer domestizierten Hauskatze und Wildkatze handelt, zählt die Savannah bis zur Generation F4 als Hybrid. Das bedeutet, dass sie auch dem Artenschutz unterliegt und dass Halter einer Savannah bestimmte Schutzbestimmungen und Auflagen erfüllen müssen. Diese sind jedoch von Staat zu Staat und von Bundesland zu Bundesland sehr unterschiedlich. Wenn du einer Savannah ein neues Zuhause geben möchtest, solltest du dich daher beim zuständigen Veterinäramt schlau machen. Erst ab Generation F5 wird sie den Hauskatzen zugeordnet und kann ohne Meldepflicht Zuhause einziehen.

Savannah Katze Serval
Die Savannah stammt von der afrikanischen Wildkatze Serval ab (Quelle: Skeeze / pixabay)

Die Bezeichnungen F1-F5 geben an, wie hoch der Wildblutanteil beim Tier ist. Die F1 Generation ist ein direkter Nachfahre von Wildkatze und Rassekatze. Der Wildblutanteil nimmt wie folgt von Generation zu Generation ab:

  • F1: 50% Wildblutanteil
  • F2: 25% Wildblutanteil
  • F3: 12,5% Wildblutanteil
  • F4: 6,25% Wildblutanteil
  • F5: 3% Wildblutanteil

Aussehen der Generationen

Infolge des unterschiedlich großen Wildblutanteils zwischen den Generationen ergeben sich bezüglich der Gewichts- und Größenangaben ebenfalls relativ große Spannweiten. So sind Savannah Katzen der F1 Generation deutlich größer und schwerer als die Nachfolgegenerationen. Die F1-Katzen werden bis zu zweieinhalb Mal größer als Hauskatzen, erreichen eine Schulterhöhe von rund 45 cm und werden bis zu 1,20 m lang. Die F1-Kater können bis zu 12 kgn(Ausnahmen auch 14 kg) schwer werden, Kätzinnen bewegen sich bei 8 kg. Ausgewachsen sind Savannahs erst mit ca. 3 Jahren.

Zum Vergleich: Generationen mit einem geringen Wildblutanteil werden zwischen 4,5 kg (Kater) und 3,5 kg (Katzen) schwer – und bewegen sich damit im Normalbereich von Hauskatzen.

Auch wenn die Savannah Katze (F1-F2) zu den größten Rassekatzen zählt, wirkt sie alles andere als schwerfällig. Sie hat einen langen und schlanken Körperbau, der dank ihrer Serval-Vorfahren trotzdem äußerst athletisch und muskulös ist. Ihre Beine sind lang, ihre Pfoten vergleichsweise klein und ihr Schwanz reicht im Idealfall nur bis zum Sprunggelenk der Beine und ist damit eher kurz.

Sie besitzt zudem einen langen Hals auf dem ihr verhältnismäßig kleiner, keilförmiger Kopf liegt. Ihre „normal großen“ Augen sind mandelförmig und leuchten in den Farben grün oder gold. Die Ohren dagegen sind ein echter Hingucker und lassen an der Verwandtschaft mit dem Jäger Serval keinen Zweifel. Sie sind also recht groß, sitzen hoch am Kopf und zeigen nach vorn. Die Ohren sind aber nicht nur bezüglich ihrer Größe ein Erkennungsmerkmal der Savannah. Sie weisen zudem den so genannten „Wildfleck“ auf, ein heller daumengroßer Tupfer auf der Ohrenrückseite, den sie ebenfalls vom Serval mitbekommen hat.

Savannah Katze Wildfleck
Typisch für Savannahs: Der Wildfleck auf den Ohren (Quelle: Skeeze / pixabay)

Auch das Fell bezüglich Farbe und Struktur ist ihren Vorfahren sehr ähnlich. So zählt die Savannah Katze zu den Kurzhaarkatzen. Die Grundfarbe des Fells ist golden bis beige und weist auffällige dunkle (schwarz oder dunkelbraune) Tupfen auf. Der Bauch ist meist heller. Ihr Gesicht hat zudem vom Auge wegführende dunkle Tränenstreifen. Die Kitten weisen die kontrastreichen Zeichnungen meist noch nicht auf, sie entwickeln sich erst.

Charakter der Savannah

Was das Verhalten der Rassekatze angeht, verhält es sich ähnlich wie beim Äußeren. Je näher die Savannah Katze am Serval dran ist (je höher der Wildblutanteil), umso mehr Eigenschaften hat sie auch von der Wildkatze. Das gilt besonders für die F1 und F2 Generationen. Es gibt also zum Teil doch auch sehr große charakterliche Unterschiede zwischen den Tieren – sie lassen sich nicht alle über einen Kamm scheren.

Allerdings kann man in jedem Fall sagen, dass Savannahs sehr temperamentvolle, verspielte, aktive und sehr freundliche Wesen sind. Sie besitzen unter anderem eine extreme Sprungkraft, aus dem Stand heraus sind Höhen von 2,5 m durchaus möglich. Sie brauchen demnach sehr viel Platz, Klettermöglichkeiten und Beschäftigung, um sich auspowern zu können. Die meisten lieben darüber hinaus das Apportieren und andere Spiele, bei denen sie intellektuell gefordert werden.

Sie gehören zudem zu den Rassekatzen, die Angst vor Wasser einfach nicht kennen. Wo auch immer sie Wasser finden, spielen sie damit und planschen darin. Die gemeinsame Dusche mit Frauchen oder Herrchen ist beispielsweise eine tolle Gelegenheit. Einige Katzen schrecken nicht mal vor der Badewanne zurück und tauchen sogar. Hier sollte man daher beim Einlassen von heißem Wasser vorsichtig sein!

Aufgrund ihrer wilden Vorfahren könnte man vermuten, sie seien eher Eigenbrötler. Dem ist aber nicht so – ganz im Gegenteil. Savannah Katzen sind äußerst soziale Tiere, die vor allem auch zu ihren Menschen eine sehr enge Bindung aufbauen. Infolge ihres ausgeprägtes Sozialverhaltens sowie ihrer Loyalität werden sie häufig mit Hunden verglichen. Viele laufen ihren Menschen ständig hinterher, weil sie uns sozusagen als „Rudelführer“ sehen. Ein besonderes Merkmal ist das Köpfchengeben, mit dem sie ihre Vertrauenspersonen oder auch andere Katzen begrüßen. Manchmal werfen sie sich auch übermütig auf einen, um einen zum Spielen aufzufordern. Sie weiß in jedem Fall wie sie sich die Aufmerksamkeit holt, die sie braucht.

Außerdem kann man bei vielen Vertretern dieser Rasse beobachten, dass sie ihr Fell am Rücken und Schwanz aufstellen, wenn sie Freude empfinden. Des Weiteren verfügt sie über ein breites Repertoire an Lauten und Miau-Formen, die sie in verschiedenen Lautstärken situationsgebunden einsetzt. Einige miauen wie andere Hauskatzen, andere zirpen oder fauchen – diese Laute haben sie auch vom Serval.

Die Savannah kommt super gut mit Artgenossen klar, egal welcher Rasse. Eine Zweitkatze sollte auch Bedingung sein, sie braucht unbedingt einen Partner, weil sie sich sonst langweilt und allein fühlt. Dabei sollte man beachten, dass man entweder einen Savannah-Kumpel dazuholt oder aber eine ebenso temperamentvolle Katze, die mit dem Wildfang mithalten kann. Außerdem versteht sich Rasse auch gut mit Hunden und Kindern.

Besonderheiten bei der Haltung

Die Savannah ist sehr anspruchsvoll und daher – das gilt zumindest für die ersten Generationen – nicht für Katzenanfänger geeignet. So gibt es einerseits bei der Haltung einiges zu beachten und andererseits braucht sie viel Aufmerksamkeit. Deshalb ist sie genauso wenig eine Katze für alleinstehende Workaholics. Am wohlsten fühlt sie sich in einem Zuhause, das sehr lebendig ist, wo stets jemand da ist, der sie bespaßen kann. Außerdem ist, wie oben bereits erwähnt, eine Zweitkatze unerlässlich.

Nicht zu unterschätzen sind zudem diese zwei Faktoren:

  1. Die Savannah Katze zählt zu den teuersten Rassen weltweit. Ihr Preis schwankt je nach Wildblutanteil und bewegt sich zwischen 2.000 und 12.000 Euro. Wobei sterile Kater der Generation F3 und F4 am günstigsten sind. Von Angeboten darunter möchte ich an dieser Stelle abraten. Meist handelt es sich nicht um echte Savannahs oder sie werden zu nicht vertretbaren Bedingungen gezüchtet oder sie sind krank.
  2. Der zweite Punkt betrifft den bürokratischen Aufwand. Die Rasse ist bis zur F4 Generation meldepflichtig und es gelten bestimmte Auflagen. Hierzu sollte man sich beim Veterinäramt schlau machen.

Freigang muss sein

Die Savannah Katze benötigt zudem vielfältige Klettermöglichkeiten und Freigang. Wie viel ist von der Generation abhängig. Während die F1 und F2 Generationen auf jeden Fall einen großen Außenbereich, beispielsweise ein großzügiges Freigehege oder einen geschlossenen Garten benötigen, würden sich F3 und Generationen darüber mit einem Balkon zufrieden geben.
Hinweis: Diese Rassekatze sollte NICHT als Freigänger gehalten werden. Auch wenn das jetzt komisch klingt, aber ihr ausgeprägtes Jagdverhalten könnte wirklich zu Problemen in der Nachbarschaft führen. Zum einen sind ihr andere Katzenrassen einfach unterlegen und zum anderen könnte sie sich an den Vögeln oder Fischen des Nachbarn bedienen. Hinzu kommt, dass die Katze nachtaktiv ist. Wer mag und ein wenig Zeit für das Training aufbringt, kann die Savannah aber an Geschirr und Leine gewöhnen.

Was man ebenso wissen sollte, ist, dass diese Rasse nicht selten ein Problem mit dem Katzenklo hat. Selbst, wenn man sie von Anfang an, an das Katzenklo gewöhnt, kann es passieren, dass sie sich auch woanders entleert. Hinzu kommt, dass auch das Kastrieren keine Garantie dafür ist, dass sie dann kein Markierverhalten mehr zeigt. Leider.

Ernährungswünsche

Auch bezüglich des Futters ist die Savannah anspruchsvoller als manch andere Katze. Insbesondere die ersten Generationen sollten nicht mit industriellem Nassfutter, sondern mit Rohfutter gefüttert werden. Das heißt, bei dieser Rasse bietet sich in jedem Fall BARFen an. Man sollte sich aber zuvor ausführlich mit dem Züchter zusammengesetzt haben und vielleicht einen Tierarzt zurate ziehen, welche Zusammensetzung für das Wohlbefinden nötig ist.

Besonderheiten bezüglich Gesundheit

Die Rasse ist eine robuste und widerstandsfähige Katze, über die keine besonderen Krankheiten bekannt sind. Allerdings sollte man beim Impfen beachten, dass sie nur mit Todimpfstoffen geimpft werden darf.

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