Singapura: Kleinste Katzenrasse mit großem Herz

Nicht nur die Größe der Singapura ist außergewöhnlich. Sie ist nämlich nicht nur die kleinste Katzenrasse der Welt, sondern zählt zugleich auch zu den seltensten. Erfahre hier alles zu Herkunft, Wesen, Pflege und Krankheiten der Minikatze!

Singapura
Du hast eine Singapura? Dann schick mir doch ein Bild, damit auch andere sehen können, wie toll diese Rassekatze aussieht!

Herkunft und Geschichte der Singapura

Der Name Singapura ist die malaiische Bezeichnung für den südostasiatischen Stadtstaat Singapur. Zur Herkunft der Singapura kursieren zwei verschiedene Versionen.
Die erste – die etwas ausgefallenere –besagt, dass die Rasse auf natürlichem Weg in ihrem Ursprungsland Singapur entstand. Sie lebte dort als Straßenkatze und hauste in den Abflussrohren des Inselstaats. Aus dieser Anpassung an ihren natürlichen Lebensraum soll ihre geringe Größe herrühren. Dieser Background bescherte ihr lange Zeit den Beinamen „Drain Cat“.

Das Ehepaar Meadow hatte 1974 angeblich solche Katzen in die USA importiert. Tommy war in den USA eine anerkannte Züchterin von Burmesen und Abessinier-Katzen. Ihr Mann Hal Meadow arbeitete für eine Zeit in Singapur in einem Ölkonzern – so kam es wohl zu der Begegnung mit den Drain Cats. Bereits ein bis zwei Jahre später präsentierten sie die drei Katzen Tess, Tickle und Puss auf einer Ausstellung.

Die zweite Version zur Geschichte der Singapura ist weniger spektakulär, wird heute aber als die wahrscheinlichere angesehen. Man geht davon aus, dass die kleine Rasse durch gezielte Zucht von Abessinier und Burma-Katzen entstanden ist. Verschiedene Gentests haben zumindest bewiesen, dass die Singapura genetisch fast identisch zu den amerikanischen Burmesen ist.

Ob die Rasse erst in den USA durch die Zucht der Meadows entstand oder ob es wirklich eine Entdeckung in Singapur war, wird wohl ein stückweit ein Rätsel bleiben. Das Ehepaar Meadow ist scheinbar nie richtig mit der Wahrheit herausgerückt. Zunächst schwiegen sie viele Jahre, dann gaben sie unzählige Versionen zu der Geschichte heraus und verstrickten sich immer mehr in Ungereimtheiten. Wer sich diese verwirrende Geschichte einmal genauer ansehen möchte, findet hier einen sehr ausführlichen Artikel zur Entstehung der Singapura von Sarah Hartwell auf Englisch.

Anerkennung durch Zuchtverbände

Wie der Verband The International Cat Association, kurz TICA, auf seiner Homepage schildert, akzeptierte er die Singapura Katze bereits 1979 für die Championships. Damit war TICA Vorreiter. Der CFA hatte die kleine Rassekatze 1982 für die Registrierung zugelassen und sechs Jahre später (1988) für den Meisterschaftswettbewerb. Die Dachorganisation Fédération Internationale Féline (FIFe) hatte die Rasse lange Zeit nicht akzeptiert. Erst 2014 – also rund 30 Jahre später – wurde die Singapura auch von der FiFe anerkannt.

Aussehen der Katzenrasse

Die kleine Rassekatze bringt in der Regel nicht mehr als drei Kilogramm auf die Waage. Die weiblichen Tiere sind die leichteren, sie wiegen zwischen zwei und zweieinhalb Kilogramm. Die Kater sind ein wenig schwerer.

Der Körperbau der Singapura wirkt dennoch alles andere als zerbrechlich – im Gegenteil. Sie ist muskulös, kräftig und kompakt. Ihr zierlicher, kleiner Körper macht insgesamt einen durchaus wohl proportionierten Eindruck. Sie wird von mittellangen, ebenfalls muskulösen Beinen getragen. Ihre Pfoten sind klein und von ovaler Form. Sie besitzt einen langen Schwanz, der sich zur abgerundeten Spitze hin ein wenig verjüngt. Der Brustkorb der Rasse ist leicht gerundet, ihr Hals ist kurz und muskulös.

Die Kopfform der Katze ist rundlich mit kurzem Keil. Ihre Nase ist kurz, ihr Maul kurz und breit und das Kinn ist kräftig. Das Schnurrbartkissen – auch „whisker break“ genannt – ist deutlich ausgeprägt.

Neben der Größe stechen vor allem die Augen der Singapura hervor, die ihr einen sehr wachsamen Blick verleihen. So sind sie leicht schräg gestellt, oval geformt und groß und werden durch dunkle Mascara-Linien zusätzlich herausgestellt. Sie können in den Farben, Haselnussbraun, Grün und Gold leuchten – blaue Augen sind nicht zugelassen. Auch die Ohren der kleinen Rasse sind recht groß. Sie sitzen auf dem Kopf so weit auseinander, dass Kopf und Außenlinie der Ohren eine Linie bilden. Im Ansatz sind sie recht breit, laufen dann aber spitz zu und enden abgerundet.

Fell der Singapura Katze

Das Fell der Rasse zeichnet sich durch eine feine, seidige Struktur aus. Es ist kurz und liegt eng am Körper an. Eine Besonderheit, die auch Abessinier aufweisen, ist das Ticking. Hierbei handelt es sich um eine mehrfache Bänderung, die jedes einzelne Haar des Fells aufweist. Dieses Ticking gibt dem Fell einen einzigartigen Glanz.

Im Gegensatz zu vielen anderen Katzenassen ist bei der Singapura nur eine einzige Fellfarbe erlaubt: Sepia Agouti. Das heißt, ein dunkles Sealbraun (das Ticking) auf elfenbeinfarbenem Grund. Nur Bauch, Brust und Innenseite der Beine weisen kein Ticking auf und sind eine Nuance heller. Im Gesicht hat sie eine klare Zeichnung. Auf der Stirn zeichnet sich ein „M“ ab. Auch Augen, Nase und Lippen sind durch ein Sealbraun hervorgehoben. Die Nase sowie die Ohreninnenseite sind lachsfarben.

Hinweis: Das Ticking wird nach der Geburt nicht sofort sichtbar. In der Regel dauert es zwei bis drei Jahre, bis es vollständig ausgebildet ist.

Wesen und Charakter

Die Singapura ist eine sehr ausgeglichene und gesellige Katze. Sie kommt sowohl mit Artgenossen und Kindern als auch mit Hunden klar, wenn sie entsprechend sozialisiert wurde. Fremden gegenüber zeigt sie sich zunächst etwas zurückhaltend und skeptisch – lässt sich dann aber gern überzeugen und taut recht schnell auf. Zu ihren Menschen baut sie nach dieser anfänglichen Scheu eine sehr enge Bindung auf. Ihr Interesse und ihre Zuneigung zu ihrem Halter zeigt sie, indem sie ihm am liebsten überallhin folgt. Auch Kuscheleinheiten sind nicht nur sehr gerne gesehen, sondern werden auch regelmäßig eingefordert. Man sagt ihr zudem Eigensinnigkeit nach. Allerdings kann ich mir nicht vorstellen, dass man diesen süßen kleinen Miezen lange böse sein könnte.

Die Singapura ist nicht nur eine kleine Schmusekatze – sie hat auch Power. So klettert und spielt sie mindestens genauso gern.

Haltung und Pflege

Aufgrund ihrer starken Menschenbezogenheit sollte die Katze besser nicht in einem Singlehaushalt von Berufstätigen leben. Sie benötigt unbedingt Gesellschaft. Daher ist sie als Familienkatze prima eignet – ein Artgenosse zum Spielen und Schmusen wäre zudem auch empfehlenswert. Auch Hunde sind möglich, wenn es keine zu heftigen Raufereien gibt. Schließlich hat sie aufgrund ihrer kleinen Größe dem Spielpartner nicht allzu viel entgegenzusetzen.

Um ihrer Lebhaftigkeit gerecht zu werden, sollten ihr ausreichend Möglichkeiten zum Rennen, Toben und Klettern geboten werden. Ein gesicherter Ausgang wird auch gern angenommen. Dennoch ist die reine Wohnungshaltung kein Problem für sie, so lange ihr eben genügend Bewegungs- und Spielmöglichkeiten geboten werden.

Das Fell der Rassekatze ist recht pflegeleicht. Sie haart auch nicht so stark. Es genügt, wenn man lose Haare ca. einmal die Woche mit einem Tuch oder einer weichen Bürste herauskämmt.

Krankheiten der Singapura

Aufgrund des relativ hohen Inzuchtfaktors kommen bei dieser Rasse Immunschwächen häufig vor. Insbesondere das Immunsystem von Jungkatzen ist angeschlagen, so dass sie häufiger krank sind. Impfungen sollten daher erst durchgeführt werden, wenn das Immunsystem stabil ist.

Singapura: Preis beim Züchter

Der Preis für Singapura Katzen liegt im Durschnitt zwischen 900 Euro und 1200 Euro. Kitten, die nach dem Rassestandard kleine Fehler aufweisen, sind sicher etwas günstiger. Allerdings sollte man sich in jedem Fall die Elterntiere und im besten Fall auch den Stammbaum anschauen, um eventuelle Inzuchten auszuschließen.

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