Teebaumöl: Gift für Katzen

Teebaumöl erfreut sich seit einiger Zeit in der Human- und Veterinärmedizin großer Beliebtheit. So wird es derzeit gern zur Flohbekämpfung bei Katzen angeboten. Doch natürliche Produkte sind nicht automatisch frei von Nebenwirkungen. Ganz im Gegenteil: Teebaumöl ist Gift für Katzen.

Teebaumöl Gift für Katzen
Es gilt als natürliches Heilmittel. Aber: Teebaumöl ist Gift für Katzen

Der Boom mit dem Teebaumöl

In den vergangenen Jahren sind die Verkaufszahlen des Teebaumöls überdimensional gestiegen. Vor einigen Jahren wurden jährlich noch rund acht Tonnen verkauft – heute sind es mittlerweile mehr als 150 bis 200 Tonnen. In sämtlichen Broschüren und Werbeanzeigen wird mit Teebaumöl als natürliches Heilmittel geworben, das gegen Akne, Warzen, Schuppen, Muskelschmerzen, Rheuma, offene Wunden usw. hilft. Fälschlicherweise verwechseln viele „natürlich“ mit „nebenwirkungsfrei“, denn das ist Teebaumöl nicht. Wenn man das Teebaumöl einer Gas-Flüssigkeits-Chromatographie unterzieht, wird deutlich, dass es eine Vielzahl an potenten, pharmakologisch hochwirksamen Substanzen enthält. Dazu gehören unter anderem Terpene und Phenole – diese sind Gift für Katzen.

Der Teebaum (Melaleuca alternifolia) ist in Australien beheimatet und dort seit langem als Heil- und Hausmittel beliebt. Mittels eines aufwendigen Destillationsverfahrens wird das Öl aus den Blättern und Zweigen gewonnen. Was viele Verbraucher jedoch nicht wissen, ist, dass das Teebaumöl in Deutschland oftmals in Verbindung mit anderen Substanzen und Ölen verkauft wird. Es wird also gepanscht.

Erschreckend ist, dass das Teebaumöl auch bei Katzen Anwendung gefunden hat. So wird es in der Öffentlichkeit als natürliches Mittel zur Fellpflege und gegen Parasiten wie Flöhe und Pilze deklariert. Die steigende Anzahl von Fällen, in denen Teebaumöl-Vergiftungen festgestellt wurden, beweist jedoch: Teebaumöl ist Gift für Katzen.

Teebaumöl Gift für Katzen Präparate
Teebaumöl wird bei Katzen gegen Parasiten eingesetzt

Symptome bei der Teebaumöl-Vergiftung

Wie bereits erwähnt sind bestimmte Bestandteile des Teebaumöls Gift für Katzen. Dazu zählen Terpene und Phenole. Katzen würden das Teebaumöl nicht freiwillig zu sich nehmen. Doch wird es auf das Fell der Katze aufgetragen, gelangt es aufgrund der aufwendigen Fellpflege automatisch in den Organismus. Da Katzen durch die fehlende Fähigkeit zur Glucuronidierung diese Stoffe nur sehr schwer und langsam verarbeiten und ausscheiden können, entsteht diese giftige Wirkung. Die Stoffe werden dann nämlich im Körper der Katze angereichert und führen letztendlich zur Vergiftung der Katze. Dies gilt im Übrigen nicht nur für Teebaumöl. Auch andere ätherische Öle wie Thymian-, Oregano- und Zimtöle kann der Stoffwechsel der Katze kaum verarbeiten. Somit sind auch diese Öle Gift für Katzen.

Die Symptome bei einer Teebaumöl-Vergiftung sind unter anderem Taumeln, Muskelzittern, Schwächezustände, Unruhe und Störungen in der Bewegungskoordination. Hinzu kommt, dass die Katze kontinuierlich abmagert.

Dass Teebaumöl nicht nur ungesund, sondern ein ernstzunehmendes Gift für Katzen ist, zeigen die bisherigen Fälle. So endet eine Vergiftung mit Teebaumöl bei der Katze nicht selten mit Koma oder dem Sterben des Tieres. Außerdem kann dieses Gift Langzeitfolgen haben – die Risiken sind also unkalkulierbar.

Was tun bei Kontakt mit Teebaumöl

Ein einmaliger Kontakt mit Teebaumöl muss bei der Katze noch nicht zwangsläufig Symptome hervorrufen. Dennoch ist Vorsicht geboten, weil es eben für Katzen giftig ist. Daher solltest du in jedem Fall den Tierarzt aufsuchen und ihm schildern, wann und wie deine Katze mit Teebaumöl in Berührung gekommen ist. Nimm auch das Präparat mit, damit sich der Tierarzt über die Zusammensetzung ein genaues Bild machen kann.

Zeigt deine Katze irgendwelche Symptome einer Teebaumvergiftung solltest du umgehend zum Tierarzt gehen. Wird die Vergiftung sofort behandelt, kann das das Leben deiner Katze retten.

Teebaumöl-Vergiftung vermeiden

Wenn du Teebaumöl für die eigene Anwendung im Haus hast, solltest du es sicher in einem Schrank verwahren, so dass deine Katze damit nicht in Berührung kommt. Außerdem solltest du sensibilisiert sein, wenn du selbst das Teebaumöl verwendet hast. Am besten immer gründlich die Hände waschen, bevor du deine Katze streichelst.

Ich würde dir empfehlen, zur Bekämpfung von Flöhen und anderen Parasiten in jedem Fall auf Teebaumöl zu verzichten. Greife lieber zu den gängigen Mitteln. Dein Tierarzt berät dich diesbezüglich sicher gern.

Welche Lebensmittel, Pflanzen und Stoffe ebenfalls Gift für deine Katze sind, findest du unter „Vorsicht giftig„.

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