Verstopfung bei Katzen: Symptome, Ursachen & Hilfe

Probleme mit dem Darm treten nicht nur bei Menschen auf. Insbesondere Verstopfung bei Katzen gibt es häufig aus ganz unterschiedlichen Gründen. Alles zum Thema und wie du helfen kannst, hier erfahren!

Verstopfung bei Katzen
Verstopfung bei Katzen hat verschiedene Ursachen (Foto: Kiezematze)

Woran erkennt man Verstopfung bei Katzen?

Ist mit der Verdauung bei Katzen alles ok, dann sollte deine Katze eigentlich  täglich Kot absetzen. Wenn es mal etwas länger dauert, ist das aber noch nicht bedenklich. So braucht das Futter ca. 12 – 24 Stunden, bis es durch den Magen-Darm-Trakt geschickt wurde.

Wenn Katzen unter einer Verstopfung leiden, ist es eigentlich wie bei uns Menschen: sie wollen, können aber nicht. Das heißt, man erkennt das Problem daran, dass die Katze entweder gar keinen Kot oder aber nur sehr wenig absetzen kann. Man kann seine Katze also unter Umständen dabei beobachten, wie sie zum Katzenklo geht, auch deutlich sichtbar presst, aber unverrichteter Dinge wieder geht. Viele versuchen es dann ein paar Minuten später gleich wieder. Schafft sie es doch, ein wenig Kot abzusetzen, ist dieser meist extrem hart und trocken. Unter Umständen kann dieser auch mit Blut oder Schleim besetzt sein. Katzen haben beim Stuhlgang dann auch Schmerzen, die zum Teil auch durch lautes Mauzen artikuliert. Man kann die Anzeichen für Verstopfung demnach kaum übersehen.

Während das bei Stubentigern noch recht einfach nachvollziehbar und beobachtbar ist, wird das bei Freigängern schon schwieriger. Bei ihnen bleibt das Problem häufig sehr lange unbemerkt, wenn nicht noch andere Symptome auftreten.

Ursachen für Verstopfung

Die Ursachen der Verstopfung (auch Konstipation genannt) sind sehr vielschichtig und nicht immer sofort ersichtlich.

A) Ernährung: Zu den häufigsten Auslösern zählt eine falsche Ernährung. So kann ein Mangel an Ballaststoffen bzw. Rohfasern Probleme bei der Verdauung auslösen. Katzen sind zwar Fleischfresser, dennoch müssen sie ein gewisses Maß an Ballaststoffen zu sich nehmen. Freigänger essen ihre Mäusebeute schließlich auch mit Haut und Haaren und werden dadurch ausgewogen ernährt.

B) Wassermangel: Darüber hinaus kann zu wenig Wasseraufnahme zu Verstopfung bei Katzen führen. Insbesondere in Verbindung mit Trockenfutter, welches dem Körper Flüssigkeit entzieht, ist es wichtig, dass Katzen genügend Wasser trinken.

C) Fellwechsel: Auch der Fellwechsel kann bei der Katze Probleme hervorrufen. Nimmt die Katze beim Putzen sehr viel Fell in sich auf, können daraus Knäuel im Magen und Darm entstehen, die wiederum den Stuhlgang erschweren.

D) Stress: Wie bei fast allen Krankheiten können die Ursachen auch psychischer Natur sein. Ist beispielsweise eine neue Samtpfote eingezogen oder wurde der Wohnort gewechselt – alles was die Katze unter Stress setzt, kann sich auch in Verstopfungen äußern. Auch neues Katzenstreu kann zur Ablehnung und damit zur Verstopfung führen.

Verstopfung bei Katzen Ursachen
Neue Mitbewohner oder anderes Katzenstreu sind ebenfalls Ursachen für Verstopfungen (Foto: Kiezematze)

E) Übergewicht: Nicht selten tritt Verstopfung auch bei Bewegungsmuffeln und zu dicken Katzen auf. So ist die Darmaktivität bei diesen Tieren dahingehend beeinträchtigt, dass der Darminhalt nur sehr langsam transportiert wird.

F) Schmerzen: Ältere Katzen, die z. B. unter Arthrose leiden, haben arge Probleme damit, sich hinzuhocken und Kot herauszupressen. Wenn der Weg immer wieder mit Schmerzen verbunden ist, kann das natürlich auch dazu führen, dass die Katze keinen Kot mehr absetzen kann oder will.

Seltenere Ursachen

Können die oben genannten Ursachen ausgeschlossen werden, können auch folgende Probleme Grund für den schwierigen Stuhlgang sein:

  • Beckenbruch, Narben, Nervenschäden
  • Kaliumspiegel im Blut zu gering
  • Fremdkörper im Verdauungstrakt (Katze hat Objekte verschluckt)
  • Darmentzündungen (akut oder chronisch)
  • Entzündungen im Bereich des Anus
  • Tumore
  • Nebenwirkung von Arzneimitteln

Diagnose durch den Tierarzt

Zunächst wird sich der Tierarzt das Allgemeinbefinden der Katze checken und versuchen, der Ursache auf den Grund zu gehen. Dazu wird er die Ess- und Lebensgewohnheiten erfragen. Durch Abtasten des Bauches kann er Aussagen über die Füllung des Darms und der Blase treffen.

Röntgen: Das Röntgen des Bauches kann Verstopfungen im Darm aufdecken, da man Vergrößerungen des Darms sofort sieht. Ebenso lassen sich Tumore, Anomalien an der Wirbelsäule oder aber ein verengtes Becken feststellen.

Weitere Untersuchungen: Mit einer Blutuntersuchung lassen sich unter anderem Austrocknung und Stoffwechselerkrankungen der Katze aufspüren. Ist das Problem für die Verstopfung bei der Katze noch nicht gefunden, sind Ultraschalluntersuchungen und andere Verfahren möglich.

Behandlung der Verstopfung

Die Art der Behandlung ist natürlich sehr stark von den Ursachen abhängig. Der Tierarzt würde im ersten Schritt aber wahrscheinlich erst einmal versuchen, die Verstopfung zu lösen. Sprich, er würde Abführmittel verabreichen.

Hausmittel: Das hilft Katzen bei Verstopfung

Bevor man die Arznei-Keule schwingt, kann man zumindest anfänglich bei einer leichten bis mittelschweren Verstopfung bei Katzen,  zunächst Zuhause ein paar Tricks probieren. Dennoch würde ich dir die Rücksprache mit dem Tierarzt empfehlen.

1. Wasseraufnahme

Bei fehlender Wasseraufnahme, muss man nur den Flüssigkeitshaushalt wieder ausgleichen. Bei trinkfaulen Katzen kann man einfach ein wenig ins Essen mischen – das habe ich jahrelang bei Bruno so gemacht, funktioniert super. Manchmal hilft es auch, den Wassernapf weit entfernt von dem Fressnapf hinzustellen. Du könntest auch viele Näpfe in der Wohnung verteilen. Oder aber du kaufst einen Wasserbrunnen – der soll wahre Wunder bewirken.

Verstopfung bei Katzen Milch
Milch & Sahne in kleinen Mengen hilft, den Stuhlgang bei Katzen zu lockern

2. Stuhlgang lockern

Um den Kot der Katze zu lockern, kann man auch Milch oder Sahne einsetzen. Sie enthält Milchzucker, welchen Katzen in der Regel nicht abbauen können. Dieser wiederum macht den Kot weicher. Allerdings sollte man mit kleinen Portionen antesten, damit sich nicht gleich Durchfall entwickelt. Einige Tierärzte empfehlen auch Leinsamen und Distelöl, aber auch Lactosesirup. Letztgenanntes sollte aber auch nur über einen sehr kurzen Zeitraum verabreicht werden. Auch Ballaststoffe wie etwa Weizenkleie oder Flohsamen (Psyllium) wirken abführend und können die Verstopfung bei Katzen lösen.

3. Umschlag & Spielen

Die Prozesse im Magen-Darm-Trakt sollen zudem durch Wärme angeregt werden. Das heißt, ein warmer Umschlag am Bauch könnte deiner Katze auch helfen. Darüber hinaus wird die Verdauung durch Bewegung angeregt. Wer ca. 30 – 60 Minuten nach der Fütterung mit seiner Katze eine Runde spielt, kann dem Problem vielleicht auch ein Ende bereiten.

4. Fellpflege

Steckt die Katze gerade im Fellwechsel oder verliert generell viel Haar, kann man sie bei der Fellpflege unterstützten. Regelmäßiges Bürsten kann viel loses Fell bereits aufnehmen.

5. Nahrungsumstellung

Ist das Futter an der Verstopfung schuld, hilft eine Nahrungsumstellung. Hier sollte man jedoch nur in Absprache mit dem Tierarzt vorgehen. Die Futterumstellung muss sehr behutsam, in kleinen Schritten, vorgenommen werden.

Einlauf durch den Tierarzt

Eine weitere Möglichkeit, gegen Verstopfung vorzugehen, ist ein warmer Einlauf. Dieser muss allerdings vom Tierarzt durchgeführt werden. Bitte nicht selbst probieren, wenn das schiefgeht, ist das für die Katze gefährlich! Zudem wird er in der Regel unter Narkose eingeleitet.

Vorsicht vor Darmverschluss & Steinkot

Wenn die Hausmittelchen nicht zum gewünschten Ergebnis führen, sollte man lieber früher als später den Tierarzt aufsuchen. So kann eine unbehandelte Verstopfung bei Katzen zu sogenanntem Steinkot oder einem Darmverschluss führen. Beide Entwicklungen sind sehr ernst und können nur noch operativ behandelt werden.

Beim Steinkot ist der Kot so hart, dass die Katze ihn nicht mehr aus eigener Kraft absetzen kann. Wichtig ist, dass man mit dem Gang zum Tierarzt nicht zu lange wartet. Denn je mehr Kot im Darm steckt, umso mehr weitet er sich. Irgendwann leiert er richtig aus und kann seine Aufgabe nicht mehr erfüllen.

Der Darmverschluss ist auch sehr gefährlich für Katzen. Er muss aber nicht zwangsläufig durch fehlende Behandlung entstehen. Auch Würmer, Fremdkörper im Darm oder Tumore können den Verschluss hervorrufen.

Anzeichen dafür sind zudem: Erbrechen, angespannte Bauchdecke, Schmerzen am Bauch, allgemeine Schwäche, Unlust, Appetitlosigkeit, blasse Schleimhäute und häufiges Lecken am Anus.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.