Wenn die Katze hustet – was steckt dahinter?

Wenn deine Katze hustet, können die Ursachen ganz unterschiedlich sein. Art des Hustens sowie Dauer usw. geben Aufschluss. Wie man seine Samtpfote dann richtig behandelt – hier erfahren!

Katze hustet
Wenn die Katze hustet – die Ursachen sind sehr vielfältig

Katze hustet: Schutzreflex oder Krankheit?

Der Husten ist zunächst einmal ein ganz natürlicher Schutzreflex bzw. Abwehrmechanismus. Dieser wird hervorgerufen, wenn Partikel in die Atemwege der Katze gelangt sind und so eine Stimulation der Nervenzellen stattgefunden hat. Anders gesagt, wenn ein Reiz hervorgerufen wird, beispielsweise durch eigene Haare oder wenn ein Grashalm in den Atemwegen stecken geblieben ist.

Im Normalfall kann die Katze das Partikelchen mit dem Husten loswerden. Dann hustet sie nur sehr kurz und man muss sich keine Sorgen machen. Anders liegt der Fall allerdings, wenn deine Katze hustet – und das über einen Zeitraum von mehreren Tagen oder gar Wochen. Dann hat sich der Fremdkörper entweder festgesetzt oder es liegt eine Erkrankung vor.

Wichtig zu wissen: Die meisten Hustenrezeptoren befinden sich in der Luftröhre und dem Kehlkopf. In der Lunge selbst sind keine Rezeptoren vorhanden, weshalb Erkrankungen dort keine Symptome wie Husten hervorrufen können. Das bedeutet aber auch, dass z.B. Erkrankungen wie Krebs dort oftmals sehr spät erkannt werden.

Häufigsten Ursachen bei Husten

Ein Husten kann bei der Katze durch ganz verschiedene Ursachen hervorgerufen werden, auch wenn er eigentlich nicht so häufig vorkommt, wie beispielsweise Schnupfen. Manchmal wird das Husten auch mit einem anderen Symptom (z.B. Würgen) verwechselt. Ich möchte im Folgenden die verschiedenen Erkrankungen, die einen Husten auslösen können, erläutern und auf deren Diagnose und Behandlung eingehen.

Fremdkörper in den Atemwegen

Ich hatte es bereits zu Beginn angedeutet, wenn eine Katze hustet, versucht sie womöglich, einen Fremdkörper aus den Atemwegen auszustoßen. Das können im einfachsten Fall Haare sein. Aber ebenso sind Knochensplitter und Pflanzenteile möglich. Wenn sich solche Teile im Gaumendach oder anderswo in den Atemwegen festgesetzt haben, versucht die Katze diese durch Husten, heftiges Schlucken oder auch Würgen loszuwerden. Der Husten selbst ist trocken. Allerdings kann er aufgrund der Anstrengung auch mit Erbrechen und Ausfluss einhergehen.

Wenn das Verhalten über mehrere Tage anhält, sollte man unbedingt zum Tierarzt gehen. Unter Narkose wird dann der Fremdkörper endoskopisch entfernt. Man sollte mit dem Tierarztbesuch auch nicht zu lange warten, damit die Atemwege nicht zu sehr in Mitleidenschaft gezogen werden.

Katze ist erkältet

Auch dann kann es – wie bei uns Menschen – zu Schnupfen und Husten kommen. Häufig ist eine Erkältung im nasskalten Winter zu beobachten. Wenn die Symptome nach ein bis zwei Wochen wieder abklingen, ist alles gut. Man sollte seiner Fellnase in dieser Zeit aber kein kaltes Futter verabreichen und sie schön warm halten. Geht der Husten nicht zurück, muss der Tierarzt aufgesucht werden, um eine schwere Erkrankung, wie Bronchitis zu verhindern.

Katze hustet Katzenschnupfen
Husten bei jungen Kätzchen ist häufig eine Symptom von Katzenschnupfen

Husten ist Symptom bei Katzenschnupfen

Deutlich bedenklicher und häufig bei jungen Katzen anzutreffen, die ungeimpft sind, ist Husten als Symptom des Katzenschnupfens. In vielen Fällen handelt es sich um eine besondere Form, die durch Mykoplasmen (parasitäre Bakterien) hervorgerufen werden. Die Anzeichen für die Krankheit sind recht deutlich, denn die Katze hustet nicht nur. Wobei der Husten auch extrem stark ist – es kommt zu Reizhusten und regelrechten Hustenanfällen begleitet von Atemnot. Außerdem wird der Katzenschnupfen durch Symptome wie Schluckbeschwerden, Niesen, Augenausfluss und einem allgemein schlechtem Zustand der Katze begleitet. Viele haben keinen Appetit, sind fiebrig, apathisch und geschwächt. Darüber hinaus kann sich der zunächst trockene Husten bei einer Entzündung der Bronchien zu einer Bronchitis entwickeln. Der Husten wird dann produktiv und feucht.
Daher sollte der Besuch beim Tierarzt relativ schnell erfolgen, um eine schwere Bronchitis oder sogar eine Lungenentzündung zu vermeiden.

Behandelt wird Katzenschnupfen über einen Zeitraum von mehreren Wochen mit Antibiotika. Außerdem kann bei heftigem Husten ein hustenstillendes Arzneimittel verabreicht werden. Gegen die Verschleimung und eventuelle Atemnot werden in der Regel zusätzlich schleimlösende und bronchienerweiternde Mittel eingesetzt. Eigentlich kann man die Impfung gegen Katzenschnupfen als Routine bezeichnen, allerdings ist die Behandlung auch heute noch bei erkrankten Tieren leider nicht immer erfolgreich.

Befall durch Lungenwürmer

Lungenwürmer gehören zu den Rundwürmern, die sich in den Bronchien festsetzen und dort starke Entzündungen hervorrufen. Zudem gibt es Rundwürmer, die auf ihrem Weg zum Dünndarm im Laufe ihrer Entwicklung auch durch die Lunge wandern.
Der Husten bei Lungenwürmern ist in der Regel recht laut und trocken, mit nur wenig Auswurf.

Katze hustet Lungenwürmer
Hat die Katze Schnecken gefressen, können sich Lungenwürmer eingenistet haben.

Katzen können sich die Würmer einfangen, wenn sie beispielsweise Schnecken essen, da bei Ihnen oftmals die Larven zu finden sind. In den letzten Jahren hat die Zahl vom Wurmbefall in der Lunge zugenommen. Tierärzte gehen davon aus, das hängt damit zusammen, dass immer weniger Katzenbesitzer ihre Tiere zum Impfen bringen. Dabei ist die Wurmkur ein wirksames Mittel, um genau auch diesen Lungenwürmern vorzubeugen. Auch um die Würmer wieder loszuwerden, wird die Wurmkur eingesetzt. Wenn eine Katze hustet und die letzte Wurmkur länger her ist, kann eine Auffrischung in jedem Fall nicht schaden.

Chronische Bronchitis (felines Asthma)

Die Katze hustet bereits über einen sehr langen Zeitraum und eine Besserung ist nicht in Sicht? Dann kann eine chronische Bronchitis die Ursache sein. Die Krankheit ist mit dem menschlichen Asthma vergleichbar. Dieser chronische Husten ist trocken und kommt von sehr tief. Zudem begleiten ihn Hecheln, Atemnot und immer heftiger werdende Hustenanfälle, die meist durch körperliche Anstrengung hervorgerufen werden.

Tierärzte beobachten die chronische Bronchitis doppelt so häufig bei Weibchen als bei Katern. Außerdem erkranken orientalische Rassen sowie die Siam-Katze und diverse Kreuzungen daran öfter. Rund ein Prozent aller Katzen, die in deutschen Haushalten leben, leiden unter felinem Asthma.

Woher kommt felines Asthma?

Häufig wird die chronische Krankheit durch Schadstoffe oder äußere Reize ausgelöst, denen die Katze ausgesetzt ist. Das können aggressive Mittel wie Teppichreiniger, Lösungsmittel oder Haarspray sein, aber auch Zigarettenrauch und Abgase sind möglich. Daneben sind auch Allergien (u.a. gegen Futter) und Pollen mögliche Ursachen.

Katze hustet chronische Bronchitis
Verschiedene Ursachen für eine chronische Bronchitis

Die Diagnose der Krankheit wird meist über das Ausschlussverfahren vorgenommen. So wird der Tierarzt zunächst die Lunge des Tieres abhören und dann Röntgenaufnahmen vornehmen. Im Normalfall sind diese Wege ausreichend. Vor einigen Jahren hatte man auch noch eine Endoskopie der Bronchen durchgeführt, allerdings ist diese Vorgehensweise aufgrund der zu hohen Komplikationsrate nicht mehr gängig.

Heilbar ist die chronische Bronchitis leider nicht. Katzenbesitzer können nur versuchen, die Symptome so weit es geht zu lindern, beispielsweise durch entzündungshemmende Arzneimittel. Unter anderem kann man, wenn die Katze hustet, Inhalationssprays einsetzen – das mag aber nicht jeder Stubentiger und sollte trainiert werden. Auf diese Weise kann man den Samtpfoten noch lange ein relativ beschwerdefreies Leben ermöglichen.

Schwere Erkrankungen als Auslöser für Husten

Neben den bereits genannten Ursachen, kann das Husten bei Katzen auch von sehr schweren Erkrankungen herrühren. Das sind mögliche Auslöser:

  • Krebs: Die Atemwege der Katze sind nicht selten von Krebs betroffen. Hier kann der Entstehungsort des Krebses bzw. Tumors sein, es sind aber auch Metastasen (Ablagerungen) möglich. Leider bleibt die Krankheit meist sehr lange unentdeckt. Der Grund: Es kommt eher selten vor, dass die Katze hustet. Viel häufiger beobachtet man Gewichts- und Leistungsverlust.
  • Eitrige Brustfellentzündung: Ausgelöst wird diese Erkrankung durch Bakterien, die – so vermutet man – gestreut haben, durch Bisse oder gewanderte Fremdkörper in den Brustbereich kommen. Sie sorgen dafür, dass der gesamte Brustraum vereitert. Es kann zu Fieber und Blutvergiftung oder aber zur Verminderung des Lungenvolumens führen. Bei Letztgenanntem geht ein Husten im Anfangsstadium voraus. Der Brustraum muss dann gespült werden, Antibiotika wird ebenfalls verabreicht.
  • Idiopathische interstitielle Pneumonie (IIP): Eine sehr tückische Krankheit, deren Ursprung nicht bekannt ist. Sie kommt ebenfalls bei uns Menschen vor. Der Krankheitsverlauf ist sehr heftig, weil das Lungengewebe Stück für Stück zerstört wird. Die Katze hustet, hat Atemnot, hechelt und wird geschwächt. Leider gibt es keine Heilungschancen.

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